Schlaf, Baby, schlaf im Familienbett

Baby schläft

Es heißt, dass ein Kleinkind zehn Nächte braucht, um sich an etwas Neues zu gewöhnen – zumindest dauert das Abstillen nach Gordon so lange, bzw. das 10-Nächte-Programm für besseren Schlaf im Familienbett. Minime hat nun seit zehn Nächten nichts mehr zu trinken bekommen in der Nacht. Aber beginnen wir von vorne. 

Minime trinkt schon immer viel nachts. Sehr viel. Als sie noch gestillt wurde, wollte sie stündlich an die Brust in der Nacht. Da fragte ich mich müde, wann das wohl vorbei sein und sie endlich mal länger als zwei Stunden durchschlafen wird. Ich wusste auf einmal, warum Schlafentzug auch als Folter eingesetzt wird. Dann plötzlich stillte Minime sich selbst ab – mit elf Monaten und ohne Vorwarnung. Ich war schockiert, traurig und ein bisschen erleichtert. Jetzt MÜSSEN die Nächte ja besser werden. Minime trank von da an Wasser. Viel Wasser. Sehr viel. Und auch nachts. Da merkte ich das erste Mal, wie viel praktischer Stillen ist – dabei konnte ich fast selbst weiterschlafen. Die Flasche hingegen muss ich ihr reichen und halten und sie dann auch wieder weg legen. Und immer wieder auffüllen, weil eine Flasche natürlich nicht reicht in der Nacht. 

Kurz nach ihrem ersten Geburtstag haben wir das erste mal probiert, sie nach dem  Prinzip von Gordon „abzustillen“, also in ihrem Fall die Wasserflasche abzugewöhnen. Und sind kläglich gescheitert. Sie schrie wie am Spieß. Nach drei Stunden dauergeschrei am Stück gaben wir auf. Dann ist sie eben noch nicht so weit, dachten wir. Und versuchten es ein paar Wochen später noch einmal. Und noch einmal. Ohne Erfolg. Sie ist noch nicht so weit (oder wir), war unser Mantra. Ich sagte mir, dass diese Zeit schnell vorbei gehen wird. Schwups sind sie erwachsen und diese Phase des Schlafmangels wird mir so kurz erscheinen wie ein Wimpernschlag. Werde ich mich später überhaupt daran erinnern? Vielleicht würde ich sie ja sogar vermissen?! Wir wollten Minime zu nichts zwingen. Sie sollte weiterhin die Möglichkeit haben, ihren eigenen Weg zu gehen. 

Doch die Nächte wurden nicht besser. Nachdem sie wieder stündlich, teilweise sogar noch öfter, wach wurde und fast immer eine ganze Flasche Wasser getrunken hat, war ich an einem Punkt, an dem ich jedes Mal fast geweint hätte vor Erschöpfung und Frust. Minime hat nachts bis zu 1,5 Liter getrunken (tagsüber die gleiche Menge) und diese Menge haben die Stoffwindeln natürlich nicht gehalten. Selbst Wegwerfwindeln hielten nicht, so dass ich sie bis zu drei mal nachts wickeln musste. Ich weiß nicht was größer war – der Frust über den Schlafmangel oder den wegwerfwahnsinn der Windeln. Das konnte und wollte ich einfach nicht mehr. Bedürfnisorientiert heißt eben auch, die eigenen Bedürfnisse zu achten und nicht nur die des Kindes. 

Als Minime an einem Samstagabend innerhalb von zwei Stunden schon einen Liter Wasser getrunken hatte, entschieden wir spontan und stillschweigend, dass es reicht. Das war vor zehn Tagen.

Die erste Nacht war verdammt hart. Sie schrie und protestierte und wollte nicht wieder einschlafen. Doch dieses Mal hielten wir durch. Zum Glück ging es in der Nacht irgendwann zu regnen an. Das monotone Geräusch hat Minime beruhigt. Und: Irgendwann schlief sie ein – und vier Stunden durch! Auf die zweite Nacht habe ich mich gedanklich so eingestellt, als würde die erste noch einmal genau so passieren. Doch es wurde überraschend gut! Sie wurde wach, verlangte ihre Flasche, meckerte kurz als sie diese nicht bekam und schlief wieder ein. So in etwa verliefen alle Nächte seitdem. Mal wird sie häufiger wach (wenn scheinbar die Zähne drücken), mal braucht sie einen Moment länger, um wieder einzuschlafen. Aber sie schläft ohne trinken wieder ein. Und: wir brauchen wieder nur eine einzige Windel in der Nacht. Dafür wacht sie schon 5:30 Uhr auf derzeit… tja, man kann eben nicht alles haben…

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