Kategorie: momlife

Runde zwei – meine zweite Schwangerschaft

Runde zwei - wir sind wieder schwanger

WHOOP! WHOOP! Jetzt kann ich es euch endlich erzählen – wir bekommen ein zweites Kind! Ich habe lange überlegt, wie ich es euch am besten erzähle, aber diese Gefühle, diese Aufregung, diese Liebe über diese zweite Schwangerschaft, lassen sich einfach nicht beschreiben. Da ist einerseits natürlich diese irrsinnige Vorfreude auf das, was kommen mag und gleichzeitig natürlich auch Bedenken – ich als Zweifachmama? Kann das gut gehen?

Zweite Schwangerschaft

Das erste Trimester war bescheiden. Okay, eigentlich lief es teilweise sogar besser als bei meiner ersten Schwangerschaft mit Minime. Während ich in der ersten Schwangerschaft von Dauerübelkeit geplagt wurde (diese GERÜCHE in der U-Bahn – schrecklich!) und auch gar nicht richtig konzentriert arbeiten konnte, begann die Übelkeit jetzt immer erst mittags (ein Glück für die Teilzeitarbeit). Und steigerte sich bis in die Abendstunden. Mit Kotzgefühl im Bett liegen und versuchen einzuschlafen ist einfach keine Freude. Dazu kam dieses Mal mein extrem geschwächtes Immunsystem. Ich nahm nehme einfach jeden Virus von Minime mit. Wirklich. Jeden. Teilweise lag ich mehr als zwei Wochen wegen einem hartnäckigen Hustenvirus einfach flach. Kreislauf? Wo bist du?

Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich (und doch irgendwie gleich) jede Schwangerschaft ist. Bei meiner ersten konnte ich ein paar Lebensmittel überhaupt nicht essen – nicht einmal daran denken! Darunter Quinoa und Sushi. Dafür habe ich tonnenweise Weintrauben vertilgt. Jetzt bläht mein Magen sich schon auf, wenn ich nur an frischem Obst vorbei laufe… Aber immerhin schmeckt mir während dieser zweiten Schwangerschaft Quinoa wieder.

Und es gibt auch gute Neuigkeiten: Ich habe schon eine Hebamme für die Nachsorge! Yay! Jetzt wollen wir mal schauen, dass die Kugel ordentlich wächst und ich mich irgendwie (wie auch immer) auf das Dasein als Zweifachmama vorbereiten kann (falls das überhaupt ansatzweise möglich ist)…

Ach, und warum eine Avocado das Bild oben ziert? Weil der zweite Minime derzeit die Größe einer Avocado haben soll…

Was meint ihr – seid ihr interessiert an Schwangerschaft Updates?



Limas Babytrage im Test

limas babytrage im test

Einige Zeit ist es nun schon her, dass hier auf dem Blog über Babytragen berichtet wurde. In meinem ersten Teil über Babytragen (Tragetücher, Ring Stings & Co.) habe ich bereits kurz über meine Erfahrung mit der Limas Babytage im Test mit Minime berichtet (hier gehts zum ersten Testbericht über Babytragen). Kurze Zeit nach dem Beitrag ist eine liebe Freundin von mir ebenfalls Mama geworden und ich habe ihr die Limas weitergereicht, da Minime verstärkt selbst laufen wollte… Sie war so lieb und hat uns ihre Erfahrungen aufgeschrieben:

Limas Babytrage im Test

„Vorneweg möchte ich ein paar allgemeine Worte zur Limas und Limas Plus Babytrage anbringen: ich bin ein großer Fan der Produkte. Die Limas Trage verbindet die Vorteile von Tragetuch und Trage: sie kann ab Geburt eingesetzt werden, da sie sich dem Körper eines Neugeborenen anpasst wie ein Tragetuch und es zu keinen Haltungsschäden kommt. Durch den Hüftgurt, den man mit einer stabilen Schnalle schließt, spart man sich viel von dem Gewickel eines Tragetuchs. Sie lässt sich schneller und einfacher anlegen. 
Das Material ist Bio-Baumwolle und macht einen stabilen und gleichzeitig komfortablen Eindruck. Wichtig ist auch, dass es keine harten, überstehenden Nähte o.ä. gibt, die das Baby am Kopf kratzen könnten. Sie ist rundum sehr gut verarbeitet.

Für mich hat sich nicht die Frage gestellt, ob ich eine Limas nutzen möchte, sondern welches Modell. Ich habe das Glück, dass ich sowohl die Limas als auch die Limas Plus testen konnte.

Mein Fazit ist, dass die Limas gegenüber der größeren Version dann von Vorteil ist, wenn man wirklich von Geburt an tragen will und/oder die Trage oft zusammengepackt mitnimmt. Vor allem, wenn man die Schulterpolster entfernt, kann man sie sehr klein zusammenrollen. Für Neugeborene oder kleine Babys ist die größere Version nicht geeignet. Sie wird erst ab Kleidergröße 62 empfohlen und das kann ich so auch bestätigen. 
Als ich angefangen habe, regelmäßig eine Trage zu verwenden, hatte mein Sohn bereits 60+ cm und wog 7kg. Da fand ich die Limas Plus komfortabler, weil der ergonomische Hüftgurt angenehmer sitzt und sie ein bisschen größer ist. Auch binde ich die Trage lieber hinten als vorne. Das ist bei dem kleineren Modell nicht möglich, da die Träger kürzer sind.

Kurz zusammengefasst: mit einer Limas Trage erhält man ein hochqualitatives Produkt, das einfach in der Handhabung ist. Wenn man erst nach einigen Wochen mit dem Tragen beginnt, sollte man sich überlegen, ob man sich noch das kleinere Modell holt oder nicht gleich zur Limas Plus greift.“

Limas Babytrage im Test

Zur Marke LIMAS

Die Geschichte von LIMAS begann 2009 als sich Anna und Philipp in Dalian im Nord-Osten Chinas kennen lernten. Aus dem geplanten einem Austauschsemester wurden drei gemeinsame Jahre in China. 2012 kehrten die beiden zusammen zurück nach Deutschland und heirateten 2013. 

Ein Jahr später kam die kleine Lili Marie Sauer (später Fräulein LI-MA-S) zur Welt. Die Kleine Maus wollte gerne getragen werden – da fing Anna an, sich mit dem Thema „Tragen“ zu beschäftigen. Nach wenigen Monaten hatte sie das Tragen so sehr ins Herzen geschlossen, dass sie andere Eltern dafür begeistern wollte und eine Ausbildung zur Trageberaterin machte.  

Später nähte sie zusammen mit ihrer Mutter die erste LIMAS (damals noch ohne Namen) für ihre eigene Familie und die kleine Maus war glücklich. Für Freunde nähten sie dann weitere Tragen und eines Tages fragte die erste Trageberaterin und Hebamme, ob sie auch eine Trage von Anna genäht bekommen könnte. 

So entstand die LIMAS von einem Tragling für Traglinge. Seit Anfang 2016 ist LIMAS ein richtiges Familienunternehmen denn auch Philipp ist in seiner neuen Aufgabe bei LIMAS in der Tragewelt angekommen. 

Und auch ihre zweite Tochter Laura erkundete in der LIMAS die Welt. 

Weiterlesen:

Babytrage für Kleinkind – Teil 1




IKEA-Hack: Kinder Garderobe DIY

Lange habe ich danach gesucht – eine schöne Kinder Garderobe, die nicht zuuuu kitschig ist. Wir haben leider keine eigene „geerbt“, also hieß es suchen und eine neue muss her. Aber weißt du was? Ich habe keine gefunden, die a) mir gefällt, b) Minime gefallen könnte und c) dann auch noch in unseren Flur passt… Also Lösung DIY! Eine Kindergarderobe selbst gemacht? Klar können wir das!

Letzten Endes haben wir eine total einfache Gardobe für Kinder aus Holz mit Garderobenhaken selbst gebastelt. Und das war super einfach! Noch dazu ist dies ein Ikea Hack, da wir ein Brett von Ikea einfach umgebaut haben – statt im Baumarkt ein einzelnes Brett zu kaufen und zuschneiden zu lassen, es anschließend auf dem Balkon zu lackieren, haben wir einfach ein fertiges gekauft, denn: Es gibt Lurt. Das ist eine weiße Leiste mit sechs Löchern für Knöpfe. Prima!

Bleib also nur die Frage, welche Art von Garderobenhaken werden wir verwenden? Ich finde ja die bunten Knäufe immer so toll, die es in Kisten bei Butlers & Co. gibt. Wir haben uns dann in der Knaufmanufaktur bunte Möbel Knäufe aus Porzellan und Haken ausgesucht und voila: Fertig ist die selbstgemachte Kinder Garderobe! Also leichter geht es wirklich nicht 🙂

Kinder Garderobe mit Ikea Hack selbst gemacht – so funktioniert es!

Als erstes kauft man sich ein Brett, schneidet es auf die gewünschte Länge und bohrt ein paar Löcher für die Knöpfe bzw. Knäufe vor. ODER man kauft das ganze fertig bei Ikea…

Dann sucht man sich die gewünschten Haken für die Kinder Garderobe zusammen. Wir sind bei der Knaufmanufaktur fündig geworden und mit den gelieferten Produkten total zufrieden. Die Gewindelänge mussten wir allerdings anpassen – das hat der Herzmann kurzerhand gemacht. Anschließend muss man nur noch die Knäufe an der Holzleiste befestigen und diese dann sicher an der Wand anbringen. Fertig ist eine bunte, aber schlichte Kinder Garderobe!

Mit einem einfachen Ikea Hack wird aus Lurt eine schöne, schlichte Kinder Garderobe!

Mit einem einfachen Ikea Hack wird aus Lurt eine schöne, schlichte Kinder Garderobe!

Zurück ins Büro – Nach der Elternzeit arbeiten

nach der Elternzeit arbeiten

Es fühlt sich an, als käme man aus einem sehr langen Urlaub zurück. Und gleichzeitig, als wäre es der erste Tag in einem völlig neuen Job: Nach der Elternzeit arbeiten, kann verdammt komisch sein – schließlich steigt man nach ein paar Monaten, einem oder mehr sogar mehr Jahren vom 24/7-Windelwechselservice wieder zurück in das Arbeitsleben ein. Bei mir waren es nun gut anderthalb Jahre Elternzeit. Um genau zu sein 21 Monate. Bereits meine dritte Arbeitswoche musste ich dann mit dem ersten Kind-Krank-Tag beginnen. Kein guter Einstieg irgendwie. Aber so ist es eben. Let’s get back to work.

Ich habe meinen Job vor der Elternzeit echt geliebt. Ich bin gerne zur Arbeit gefahren, habe Herzblut rein gesteckt. Wir waren ein Dreamteam, klein, aber fein, das kann man echt sagen. Und trotzdem habe ich heute auch ein mulmiges Gefühl, wenn ich zur Arbeit fahre. Minime liebt die Kita. Okay, das ist vielleicht zu viel. Aber sie geht mittlerweile gerne hin. Keine Tränen mehr, wenn sie mit Papa morgens von Zuhause losfahren. Keine Tränen, wenn er sie dann in der Kita lässt. Aber lange Zeit ganz dicke Krokodilstränen, wenn ich sie am Nachmittag wieder abhole. Mittlerweile ist auch das seit ein, zwei Wochen besser. Freudentränen sollten das sein. Sie fühlten sich verdammt doof an. Ich habe mehr das Gefühl, dass ihre ganze Anspannung auf einmal wegbricht, wenn sie mich sieht und sich die Dämme öffnen. Wie gesagt, kein schönes Gefühl für mich. Vielleicht, weil ich mit den sieben Stunden, die Minime nun jeden Tag in der Kita ist, an meiner persönlichen Grenze bin. Länger möchte ich sie einfach nicht in fremder Betreuung lassen. Aber man muss ja auch irgendwann die Zeit haben, zu arbeiten. Also richtig zu arbeiten. Ankommen und arbeiten. Nicht nur das Gefühl haben, zwischendurch etwas zu wurschteln. Mich hinsetzen, Rechner an, nachdenken, in Sachen hineindenken – arbeiten eben. Vielleicht müssen wir uns alle auch einfach nur an diese neue Situation gewöhnen. Erst letzte Woche habe ich mich (seit der Schwangerschaft) das allererste Mal als „Mutti“ gefühlt: Ich hab Minime aus der Kita abgeholt und wir sind direkt auf einen Spielplatz mit einigen anderen Kindern aus ihrer Gruppe. Von dort sind wir dann noch Einkaufen gegangen und auf dem Weg passierte es – ich kam mir wie eine „Mutti“ vor. Ich bin jetzt also eine „Working Mom“.

Nach der Elternzeit arbeiten kann ganz wundervoll sein – haben mir viele Freundinnen beschrieben. Man hätte endlich wieder eine vernünftige Aufgabe. Ich arbeite jetzt in Elternteilzeit. 20 Stunden statt 40 Stunden in der Woche. Verteilt auf fünf Vormittage. Das ist verdammt wenig. Ich habe kaum das Gefühl, wieder im Arbeitsleben, im Team anzukommen. Keine gemeinsamen Kaffeepausen, kein gemeinsames Mittagspläuschchen. Ich trinke meinen mitgebrachten koffeinfreien Kaffee, arbeite und fahre dann wieder los, wenn die anderen in die Mittagspause gehen. Dazu kommt, dass ich nicht die gleiche Position, die gleichen Aufgaben wie vor meiner Elternzeit habe. Ist ja auch klar – mit Teilzeit geht eben nicht mehr alles. (Oder doch?) Die Frage steht im Raum, die Stunden zu erhöhen. Dafür müsste das Hinbringen und Abholen allerdings reibungslos klappen…  Mit den Öffentlichen benötige ich fast 45 Minuten vom Büro zur Kita. Dort habe ich ein 15-Minuten-Zeitfenster, um Minime abzuholen. Viel Spielraum bleibt da nicht. Aber wem sage ich das? Wer zieht schon das Traumlos, das Wohnung, Kita und Arbeitsplatz nah beieinander liegen?

Auf jeden Fall war ich mit der gesamten Situation lange Leicht nicht richtig zufrieden. Ich brauchte auf jeden Fall auch eine Eingewöhnung für mich, zurück in den Job. Andere erzählen, dass sie nach 2-3 Tagen wieder voll drin waren. Das kann ich für mich irgendwie nicht sagen. Vielleicht liegt es daran, dass ich nun doch, 20 Monate nicht im Arbeitsalltag war. Oder, dass ich nur halbtags arbeite – kaum da, schon wieder weg. Halb im Team, halb bei Minime. Obwohl ich im Büro wirklich gar nicht an sie denke. Diesen Spagat muss ich erst einmal lernen. Oder muss ich mich einfach nur noch an das neue „ich“ der „working mom“ gewöhnen? Oder ist es einfach das schlechte Gewissen, dass ich Minime für sieben Stunden in die Fremdbetreuung gebe, das mich da noch plagt, da es so neu ist?

Wie war das bei dir? Mit wie vielen Stunden bist du wieder in deinen Job eingestiegen und wie fühlte es sich an?

Lauflernschuhe im Vergleich: elefanten vs. Filii

Lauflernschuhe im Vergleich

Was muss man nicht alles überlegen, wenn man ein Kleinkind groß zieht. Fragen, über die ich mir bisher nie Gedanken gemacht hatte, fallen auf einmal über einen her. Entscheidungen muss man treffen – sei es bei der Windelmarke angefangen, über die Pflegemarke bis hin zu den Füßen: Schuhe. Lauflernschuhe. Dass es solche Schuhe gibt, wusste ich nicht einmal. Die einen sagen, dass man UNBEDINGT Lauflernschuhe dem Kind geben soll für die ersten unsicheren Schritte und die andere Fraktion schwört darauf, dass das Kind UNBEDINGT so lange wie möglich barfuß laufen sollt. Ja, welche Seite hat denn nun Recht? Wie schütze ich meine Tochter am besten vor späteren Fehlstellungen im Fuß (Plattfuß von der Mama ist hoffentlich nicht vererblich…).
Barfuß fand ich aus dem Bauch heraus am besten. Das ist im Sommer auch ganz toll (auf einer Wiese, aber nicht in der Stadt…), aber im Herbst-Winter ist das eher suboptimal… Also haben wir uns für beides Entschieden und untersuchen Lauflernschuhe im Verlgeich: Barfuß-Schuhe vs. „richtige“ Lauflernschuhe: elefanten vs. Filii.

90 Jahre elefanten

Wir konnten durch ein Projekt die neuen Lauflernschuhe von elefanten testen. Die Marke gibt es mittlerweile seit 90 Jahren und ich muss zugeben, ich habe mich in den kleinen Elefanten, der jedes Paar begleitet, verliebt. elefanten hat ein eigenes Messsystem entwickelt, das sogenannte WMS (Weiten-Maß-System). Danach wird die Ballenweite und die Fußlänge gemessen und mit diesen Werten die richtige Schuhgröße ermittelt. Dies soll dafür sorgen, dass elefanten Schuhe kleinen Füßen immer den nötigen Halt und festen Tritt bieten – und diese sich gesund entwickeln können. Sehr praktisch war für mich der Tipp, einfach die Sohle aus dem Schuh heraus zu nehmen und das Kind drauf zu stellen. So sieht man viel besser, ob der Schuh bereits zu klein ist oder die Zehen noch Luft haben.
Ich habe die Füße von Minime etwas falsch ermittelt und so eine Nummer zu groß erhalten. Aber: Das macht nichts. Denn die erhaltenen Lauflern-Boots sind weich gepolstert und warm gefüttert. Also genau das richtige für die kommende nass-kalte Saison. Zudem haben die Boots ein gutes Profil und sind also genau richtig für das künftige Matschwetter. Die profilierte Sohle der Lauflerner soll die Kinder außerdem zusätzlich bei ihren ersten Schritten unterstützen: Eine Abrollspitze schützt die kleinen Zehen und beugt der Abnutzung des Materials am besonders aktiven Vorderfuß vor. Die beweglichen Sohlen mit extra Flexzonen sorgen dabei scheinbar für Beweglichkeit und Rutschfestigkeit auf verschiedensten Untergründen.
Einziger Wermutstropfen: Sie sind aus Leder, was mein Veganherz natürlich bluten lässt. Aber ich musste bereits bei Minime’s ersten Schuhen feststellen, dass es bei Kinderschuhen (Krabbelschuhe) verdammt viele Leder-Varianten und verdammt wenig Leder-freie Schuhe gibt. Warum ist das eigentlich so?

Lauflernschuhe im Vergleich elefanten

elefanten Lauflernschuhe

Filii Barfußschuhe

Barfußschuhe sollen vor allem das Barfußgehen nachempfinden. So sollen die Gelenke geschont werden, man erhält eine bessere Balancefähigkeit und unterstützt die Stärkung der Fußmuskulatur und Sehnen. Die Durchblutung wird angeregt und die Sensomotorik gestärkt. Filii nutzt übrigens auch das WMS System – als einziger Barfußschuhhersteller. Toll finde ich, dass es bei Filii eben auch vegane Schuhe gibt – die nicht nur Hausschuhe sind. So eben auch die Lauflernschuhe von Minime, mit denen Sie durch den Spätsommer und Frühherbst geflitzt ist. Sie kann in den Schuhen laufen, klettern, springen, rutschen, Laufrad fahren… eben alles normal machen. Das könnte sie bestimmt auch in anderen Schuhen, aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass Sachen wie Klettern zb durch die biegsamen Filiis besser funktionieren, als mit anderen Schuhen. Die Sohle ist weich und flexibel und macht so die natürliche Abrollfunktion möglich. Die Schuhe von Filii haben keinen schrägen Fersenabsatz oder Fersenerhöhung und dadurch erhält der Körper seine natürliche und gesunde Haltung – ohne Beckenneigung – und das Gewicht verteilt sich ideal im Fuß. Auch gibt es bei Filii keine Stützfunktionen oder Polster (mir wohlbekannt bei den Laufschuhen). Das soll spätere Fehlstellungen vermeiden.

Lauflernschuhe im Vergleich Barfußschuhe Filiis

Barfußschuhe Filiis in Aktion

elefanten vs. Filii – der Vergleich

Lauflernschuhe im Vergleich. Barfuß vs. Lauflerner. Beide Schuhe nennen sich übrigens Lauflerner. Beide Schuhe sind rot. Beide Schuhe sind wasserdicht. In beide hat Minime sich sofort verliebt (da ist sie wohl typisch Mädchen).
Im Vergleich zu den Filii-Barfußschuhen, sind die elefanten-Boots sehr steif und stabil. Die Sohle ist viel dicker, hat ein tieferes Profil und ist deswegen wohl nur wenig biegsam. Das ist für das nass-kalte-Herbstwetter aber auch gut so, finde ich. Durch das WMS-System sollen die elefanten-Schuhe trotzdem die nötige Flexibilität bieten, die eine gesunde und natürliche Abrollbewegung braucht. Das kann ich nur glauben, denn richtig sehen kann man das in den Schuhen natürlich nicht. Minime läuft in beiden Schuhen aber gleich gut und gleich gerne (wenn man das so sagen kann). Die halbhohen Filiis haben einen elastischen Gummizug und sind somit schnell verschlossen – genauso wie der Klettverschluss der elefanten Schuhe.
Die Filii-Barfußschuhe sind total biegsam und leicht. Die Sohle ist dünn, hat aber trotzdem auch Profil. Vom Bauchgefühl her würde ich sagen, dass Minime mit diesen Schuhen die natürlichere Abrollbewegung durchführen kann.
Beide Schuhe sind leicht gefüttert und wasserfest, mir kommen die elefanten-Schuhe aber etwas wärmer vor.
Für den warmen, trockenen Sommer war das ideal. Für den nassen Herbst werden wir jetzt verstärkt auf die elefanten-Schuhe umsteigen.

Der Ernst des Lebens, Eingewöhnung 2.0

im Strohlabyrinth

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens. Komisch, das gleiche habe ich zu Beginn der Eingewöhnung gedacht. Und jetzt noch einmal. Wir sind jetzt am Ende der vierten Woche angekommen. Minime hat bereits anderthalb mal in der Kita geschlafen. Das eine Mal zähle ich nur halb, weil sie beim Einschlafen die Würstchensuppe (mehr dazu später) ausgekotzt hat. *schulterzucken*  Einen Tag später, hat sie bereits 45 Minuten Mittagsschlaf gemacht. Sie müsse sich wohl noch an den Lärm der Kindergartenkinder im Raum nebenan gewöhnen. Da bin ich optimistisch. Seit dem Sommer wird neben unserem Wohnhaus ein Neubau aus dem Boden gestampft. Ich habe das Gefühl, dass die Bauarbeiter mit Vorliebe zur Mittagszeit die lautesten Arbeiten verrichten… Wie dem auch sei, bei diesem Lärm konnte Minime auch ihren Mittagsschlaf abhalten.

Nachdem die erste Woche so rasend schnell vorbei war, ging es in der zweiten Woche nahtlos weiter. Dann kam der Wechsel. Da ich ab dem 1. Oktober wieder als working mom unterwegs sein musste, musste der Hermann ran und hat zwei Wochen Urlaub genommen – mit Option auf Verlängerung, falls die Eingewöhnung länger dauert. Und ganz ehrlich. Ich habe nie und nimmer damit gerechnet, dass wir „nur“ vier Wochen brauchen. Ich hab mehr an die sechs Wochen und aufwärts geglaubt… Aber Minime scheint sich in der Kita wohl zu fühlen (vor allem wenn sie im Flur umher flitzen oder im Garten spielen kann). Der Abschied zuhause von mir war herzzerreissend. Minime klammerte sich an mich und weinte jeden Morgen für ein paar Tage. Das Gleiche dann noch einmal beim Abschied von Papa in der Kita. Zwei Abschiede in so kurzer Zeit muss man ja auch erst einmal weg stecken. Wir haben fest gestellt, dass sie es besser aufnimmt, wenn wir die Verabschiedung langsam machen, mit dem Ritual dass wir uns zuwinken. Und jetzt, in Woche vier, läuft Minime schon allein in den Raum zu ihrer Betreuerin.

Die Eingewöhnung lief also überraschend gut bisher. Und: Es gab keine weiteren (Beiss-) Zwischenfälle. Zumindest wurde mir nichts erzählt. Und was ich nicht weiß… Was ich allerdings weiß, ist, dass Minime bereits Fisch gegessen hat. Ich hätte fast geheult, als ich das gehört habe. Da bespricht man mehrfach mit den Leuten der Kita, ob es Alternativen zu Fleisch und Fisch geben wird und dann das. Es sind ja gute Fette, versuche ich mir zu sagen. Auf jeden Fall geben wir für Minime jetzt immer „Ersatz“ mit, also Tofuwienerle für die Suppe oder einen Bratling aus Bohnen oder Tofu als Fleischersatz. Mal schauen wie das funktioniert. Morgen ist der letzte Tag der Eingewöhnung und der erste Tag, an dem Minime sieben Stunden in der Kita bleibt. Der Herzmann wird ab Montag wieder arbeiten. (Obwohl er gern zwei Tage Urlaub nehmen würde, um sich mal auszuschlafen… ha ha). Optional kann ich Minime auch nach sechs Stunden schon abholen, sollte es noch nicht mit den sieben klappen. Aber wir sind optimistisch. Auch wenn das schlechte Gewissen ganz tief im Nacken sitzt…

Breifreibaby Avocadopasta – auch für Erwachsene lecker

Avocadopasta für erwachsene und als babyleid weaning mahlzeit

Minime liebt Avocado. Ich auch. Wie gut, dass ich Minime so gern hab, so teile ich morgens auch liebend gern meine Avocado mit ihr. Oder die Avocadopasta. Die ist super schnell gemacht, schmeckt hervorragend und ist auch für Babys geeignet, die sich mit Fingerfood probieren, wie beim Babyled-Weaning. Einziger Nachteil: Man braucht halt reife Avocados. Und das ist nicht immer so leicht… Ich versuche immer, mir eine nicht ganz so reife Avocado zu nehmen und lasse sie daheim noch ein paar Tage liegen. Wenn der Knubbel oben wackelt, sollte sie reif sein. Ist sie dann endlich essreif, aber ich kann sie gerade nicht essen, kommt sie für einen Tag in den Kühlschrank.

Pasta + Avocado? Avocadopasta!

Zurück zur Avocadopasta. Das Rezept ist wirklich super simpel. Und kann nach belieben variiert werden! Einfach die Lieblingspasta kochen (bei Minime sind das vor allem Fussili, weil sie die gut greifen kann als Baby) und nebenbei Avocado zermatschen (oder pürieren). Wer mag, kann das ganze noch mit Gemüse oder Kräutern pimpen – fertig ist die Avocadopasta!

avocadopasta mit Bohnen und Tomaten

Avocadopasta – mit frischen Tomaten, Kidneybohnen und Mais kamen noch jede Menge Proteine zum Gericht. Getoppt wurde das ganze mit Sesamkörnern.

P.S.: Avocados sind natürlich tolle Früchte – sie ist reich an einfach ungesättigten Fetten (also die guten Fette, und senkt deswegen den Cholesterinspiegel), enthält jede Menge Vitamine (A, D, E und K), Carotinoide, Biotin, Folsäure, Kalzium und alle wichtigen Aminosäuren. Puh! Superfrucht schlechthin. Die meisten werden allerdings (noch) aus Südamerika importiert. Es wachsen zwar auch welche in Europa (beispielsweise auf der Kanaren-Insel La Palma), aber die finden den Weg nicht in unsere Supermärkte hier in Deutschland. Also sollte einem auch bewusst sein, dass die Avocado, die wir essen, einen sehr langen Weg hinter sich hat. Dazu kommt, dass der Anbau nicht gerade klimafreundlich ist – für ein Kilo Avocados werden 1.000 Liter Wasser benötigt. Und obwohl Avocados so super gesund sind, sollte man sie aus Nachhaltigkeitsgründen nicht täglich konsumieren… Hier steht übrigens noch mehr dazu.

Avocado-Pasta

Wer liebt sie nicht, die Avocado? Zusammen mit Pasta eine einfache, schnelle und unschlagbare Kombination - und so vielfältig zu variieren! Und: sogar für BLW geeignet ist dieses Gericht. 

Zubereitungszeit 15 Minuten
Portionen 1 Person + Baby

Zutaten

  • 150 g Pasta
  • 1/2 Stück Avocado
  • 1/2 Stück Limette
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL Sesamkörner

Nach Belieben hinzuzufügen kann man

  • 2-3 kleine Tomaten
  • Kidneybohnen
  • Koriander
  • Schnittlauch

Anleitungen

  1. Nudeln nach Gebrauchsanweisung kochen.

  2. In der Zwischenzeit die Avocado schälen und das Fruchtfleisch mit dem Saft der Limette pürieren.

  3. Wenn die Nudeln gekocht sind, abgießen und mit der Avocadomasse vermengen. Für BLW ist die Avocadopasta nun fertig. Das Ganze mit Sesamkörner bestreuen. Für sich selbst kann man noch Salz und Pfeffer nach Belieben hinzu tun. 

Soulfood bei Regen: Pancakes vegan

pancakes vegan

Was macht man an einem verregneten Sonntag, wenn das schnupfnäsige Kleinkind schon 6 Uhr wach ist? Richtig, man macht Pancakes vegan. Und dieses Rezept ist sogar Kleinkindgeeignet, da kaum Zucker drin ist. So kann man diese Pancakes auch herzhaft genießen – mal so nebenbei gesagt… Wir lieben diese Pancakes mit viel frischem Obst, Marmelade und Schokolade (die Minime natürlich noch nicht genießen darf…).

Diese Pancakes eignen sich übrigens auch mit selbstgemachten Apfelmus für Babyled-Weaning. Dazu kann man die fertigen Pancakes in Streifen schneiden, die eine Babyhand gut greifen kann. Sie sind schön weich und fluffig und lassen sich im Babymund prima zermatschen.  Wobei ich dazu sagen muss, dass es auch eine ganz schöne Sauerei geben kann… Aber das ist BLW ja meistens.
Minime beisst mittlerweile übrigens gern genau einmal in die Mitte des Pancakes rein und nimmt sich dann den nächsten. Irgendwas scheinen wir da wohl falsch gemacht zu haben… Wie dem auch sei, hier folgt mein Rezept für Pancakes vegan. Ursprünglich habe ich es von einer Freundin, die viel Zeit in den USA verbracht hat. Wir haben uns einmal, als sie wieder in der Heimat war, getroffen und sie hat extra ein Rezept für Pancakes vegan recherchiert. Das liegt nun schon einige Jahre zurück, doch das Rezept nehme ich immer wieder gerne:

Pancakes vegan

Vegane Pancakes, leicht gemacht und ohne viel Zucker. Diese Zutaten hast du bestimmt alle Zuhause! 

Vorbereitungszeit 5 Minuten
Zubereitungszeit 10 Minuten
Arbeitszeit 15 Minuten
Portionen 4

Zutaten

  • 2,5 cups Mehl
  • 2 tbs Zucker
  • 2 tbs Backpulver
  • 1 tbs Öl
  • 1 tsp Salz
  • 2,5 cups Mandeldrink alternativ Sojamilch, Hafermilch etc.

Anleitungen

  1. Alle Zutaten in einer Schüssel verquirlen. Den Teig 5-10 Minuten ruhen lassen. Anschließend noch einmal vorsichtig umschlagen, dann weitere 5 Minuten ruhen lassen. 

  2. Eine Pfanne erwärmen und mit Öl ausstreichen. Nun den Teig portionsweise in die Pfanne geben und langsam backen lassen. Wer mag, kann auch schon Beeren oder dünn geschnittenen Apfel in den Teig geben. 

 

Bis(s) zur Kita – unsere Eingewöhnung 1.0

kita eingewöhnung

Am letzten Tag unserer ersten Woche bei der Eingewöhnung in die Kita ist es passiert. Kurz bevor wir gehen wollten. Minime wollte ihre Schuhe anziehen. Ich nahm sie ihr weg. Sie wurde wütend. In dem Moment kam ein Junge aus ihrer Gruppe vorbei, nennen wir ihn Klaus*, und sie biss ihre Wut in seine Schulter. Zum Glück nicht doll. Zum Glück hatte Klaus zwei Shirts an. Man sah nicht einmal Bissspuren. „Klaus hat früher auch gebissen,“ sagte Stefanie, die Erzieherin von Minime, dazu. Ein kurzer Gedanke blitzte in mir auf – Irgendwann trifft es auch Minime – leider oder Karma?

Aber fangen wir von vorne an. Ich muss zugeben, ich war vor Beginn der Eingewöhnung in die Kita schon ziemlich nervös. Auch wenn ich es nicht zugeben möchte und mir selbst auch gar nicht eingestehen wollte. Minime wird bedürfnisorientiert erzogen. Sie schläft bei uns immer noch im Familienbett (zwar in ihrem Beistellbett neben unserem, aber ohne Trennung dazwischen). Wir waren noch nie länger als etwa zwei Stunden voneinander getrennt, Minime und ich. Vor allem wurde sie noch nie „fremdbetreut“. Selbst wenn meine Mama, also ihre Oma, mit ihr von Hund zu Katze zieht, fragt sie ab und an nach mir. Selbst wenn ihr Papa mit ihr tobt, während ich eine Runde laufen gehe, fragt sie nach mir. Was würde bei einer fremden Person passieren? Eigentlich ist Minime zum Glück ein offener kleiner Mensch und kaum ängstlich. Sie schließt schnell Kontakt und geht auch rasch Bindungen zu Menschen, die sie mag, ein. Wie das Ganze bei einer längeren Zeit funktioniert, wenn wir getrennt sind, weiß ich allerdings nicht. Aber das wird diese Eingewöhnung ja zeigen.

Fremdbetreut, Eingewöhnung nach Berliner Modell

Fremdbetreut. Das Wort ist schon unschön. Da freut man sich doch auch gar nicht drauf oder? Unsere Eingewöhnung folgt dem sogenannten Berliner Modell. Mama oder Papa sind also anfangs mit in der Kita, schauen sich den Alltag an, lernen mit dem Kind die Kita, die Gruppe, die Erzieher/innen kennen. Frühestens nach einer Woche kommt die erste, kurze Trennung von dem Elternteil. Verläuft sie positiv, wird die Zeit, die Kind und Mama (oder Papa) getrennt sind, sukzessive verlängert. Die Entwöhnung findet also langsam und Kindbestimmt statt. Klingt dann doch wieder ganz gut, oder? Aber. Mein. Baby. Getrennt. Von. Mir.!?! Puh. Okay, ich könnte mal wieder allein und in Ruhe – und erwähnte ich schon allein – aufs Klo gehen… Aber wenn ich ganz ehrlich bin, macht mir vor allem Minime’s derzeitiges Beiss– und Hauverhalten Angst und Bange. Was, wenn sie andere Kinder aus ihrer Gruppe beisst? Und warum verdammt noch mal macht sie das überhaupt? Ja, ich frage mich das trotzdem immer noch. Auch wenn ich weiß, dass es eine Art der Kommunikation ist. Frust ablassen. Abwehren. Liebe zeigen. Ich kann das theoretisch gut verstehen. Trotzdem finde ich es extrem schwer zu tragen gerade. Vielleicht (wahrscheinlich) fehlt mir einfach nur die Leichtigkeit einer Mehrfachmama (haha).
Nun, Minime ist jetzt genau 19 Monate alt. Ich denke, es ist ein gutes Alter für sie, in die Kita zu kommen und dort in einer Gruppe mit älteren und jüngeren Kleinkindern neue Erfahrungen zu sammeln und sich weiterzuentwickeln. Das Beissen ist nur eine Phase. Es wird aufhören. Und ausserdem muss ich auch mal wieder etwas Gescheites tun. In einer Woche geht es für mich zurück ins Büro. Elternteilzeit mit 20 Wochenstunden. Aber ich schweife ab. Zwei Wochen werde ich Minime bei der Eingewöhnung begleiten. Dann wird der Herzmann übernehmen (müssen).

Die erste Woche: Kennenlernen der Gruppe

Die erste Woche, vor allem aber der erste Tag in der Kita, ist rasend schnell vergangen. Montag waren wir eine Stunde in der Kita. Ankommen, Hallo sagen, Morgenkreis, Frühstück, Zähne putzen und schon wieder nach Hause. Dienstag war es ähnlich: Ankommen, etwas spielen, Frühstück, Zähne putzen, Morgenkreis und wieder etwas spielen, dann nach Hause. Die Zeit, die wir in der Kita verbrachten, wurde langsam bis auf fast drei Stunden am Freitag verlängert. Minime fühlt sich in der Kita wohl. Sie entdeckt das Zimmer, spielt mit dem Spielzeug und nahm auch schon leichten Kontakt mit Stefanie auf. Allerdings sollte ICH ihr das Buch vorlesen und niemand anders.
Es sind derzeit neun Kinder in Minime’s Gruppe. Sie ist eins der Jüngsten. Mit ihr werden aktuell noch drei weitere Kinder eingewöhnt: Lydia, die seit drei Wochen eingewöhnt wird und sich immer noch jedes mal die Seele aus dem Leib brüllt, dass es einem das Herz zerreisst, wenn sich die Mama von ihr trennt. Sebastian, der seit zwei Wochen eingewöhnt wird und schon wie ein alter Hase wirkt – bei ihm scheint die Eingewöhnung schon fast abgeschlossen. Und Felix, dessen Eingewöhnung nur drei Tage vor unserer begann. Dazu ist eine der beiden Erzieherinnen krank (aber wird super von einer Kollegin vertreten).
Innerhalb dieser Woche wurde mir zumindest klar: das wird nicht einfach. Wir werden wohl mehr als vier Wochen benötigen, wenn weiterhin so viele Kinder parallel eingewöhnt werden. Stefanie, die überaus kompetent und herzlich ist, aber sich auch sichtlich zerreißt um allen Kindern gerecht zu werden, macht jedoch einen optimistischen Eindruck. Wir werden das schon alle schaffen. Ich versuche ihr zu glauben.

P.S.: Liebe Minime, falls du das irgendwann einmal selbst lesen solltest (falls dieses Ding, was man Internet und Blogs nennt es in ein paar Jahren noch gibt), sei dir gewiss: Wir lieben dich so wie du bist. Du beisst dich eben durch. Und ich hoffe, dass du dir diese Eigenschaft im übertragenen Sinne beibehältst. 

*Alle Namen wurden natürlich geändert. 

Mein. Kind. Beisst.

kinder im sand

Eigentlich sollte ich schlafen. Ich habe den Schlaf weiß Gott notwendig (wie (fast) alle Mütter bestimmt tief nickend und am Kaffee schlurfend bestätigen werden). Meine Augenringe gehen bis zum Kinn. Und ich werde bestimmt weiter wenig Schlaf bekommen, bis Minime 18 ist. Oder beginnt dann die nächtliche Sorge der Diskoszene? Ahhh… auf jeden Fall rattert mein Hirn, lässt mir keine Ruhe, obwohl Minime (ausnahmsweise einmal) ruhig schläft. Ich könnte jetzt endlich mal ein paar Stunden am Stück schlafen. Aber nein, stattdessen male ich mir immer wieder die Szene vom Spielplatz aus.

Minime ging zu einem Kinderwagen. Darin saß ein etwa gleichaltriger Junge. Er fuhr mit seiner Hand über ihren Kopf und da: piekste ihr ins Auge. Sofort schoss meine Hand los, aber ich war trotzdem zu langsam. Minime biss ihm in die Hand. Ich zog sie weg, so schnell ich konnte. Der Junge begann fürchterlich zu weinen. Ich versuchte, ihn sofort zu beruhigen und nachzuschauen, ob und wie schwer er verletzt ist. Entschuldigte Minime und mich. Gleichzeitig nahm ich Minime auf den Arm und erklärte ihr, dass sie nicht beißen darf.
Die Mutter holte den Jungen aus dem Wagen und schrie auf Minime ein, dass beißen ganz gefährlich sei. Immer und immer wieder. Ganz gefährlich. Mich ignorierte sie. komplett. Am liebsten hätte ich ihr gesagt, dass in die Augen pieksen auch nicht ganz ungefährlich ist und dass Kleinkinder so etwas nun mal nicht wissen. Aber natürlich behielt ich das fur mich.

Sie untersuchte seine Hand. Und da war er: ein kleiner Blutfleck. Wirklich. Er war minimal. Stecknadelkopfgroß. Und das sage ich nicht, weil mein Kind das Beißende war. Sie holte sofort das Desinfektionsspray aus der Tasche (Himmel, ich Rabenmutter habe so etwas noch nicht einmal dabei) und wiederholte, dass Beißen ganz gefährlich sei. Erst versuchte ich, den Jungen zu erreichen, um ihm zu sagen, dass Minime ihn nicht mit böser Absicht gebissen hat, aber irgendwann sagte ich nichts mehr, weil mir alles zu viel erschien für den Jungen und Minime. Ich blieb völlig deplatziert neben der (hysterischen?) Mutter stehen – die Minime und mich dann komplett ignorierte. Aber ich wollte mich vergewissern, dass es ihm gut ging. Und zeigen, dass es für mich nicht egal ist, wenn Minime beißt. Aber der Dame schien das völlig Wurst zu sein. Sie nahm dann ihren Sohn und dampfte ab. Ohne ein weiteres Wort. Ich hätte mich ihr gegenüber gern noch einmal entschuldigt. Dass es dem Jungen gut ging, konnte ich sehen, da er irgendwann wieder anfing, uns anzulächeln. Aber der Mutter hätte ich gern, so von Mutter zu Mutter, gesagt, dass ich es natürlich nicht toll finde, dass mein Kind beißt. Aber es trägt auch keine Schuld. Niemand trägt schuld an dieser Situation. Oder doch ich? Hätte ich verhindern sollen, dass Minime zu nah an den Kinderwagen tritt?

Ich habe gelesen, dass Beißen eine Form der Kommunikation ist. Kleinkinder, die wie Minime mit ihren 18 Monaten noch nicht richtig sprechen und sich verständlich machen können, kommunizieren auf andere Art. Manche schubsen, andere schreien, andere kneifen und manche beißen. Wenn sie etwas wollen, wenn ihnen jemand etwas weg nimmt oder ihnen zu nahe tritt oder sie von ihren Gefühlen überrollt werden. Runzelfüßchen und Susanne Mierau schreiben darüber. Beißen als Form von Liebesbekenntnis – das kannte ich von Minime bereits. Aber ein anderes Kind beißen. Das ist neu.

Seit der Situation auf dem Spielplatz konnte ich nicht verhindern, dass Minime zwei weitere Kinder beißt – ein Fremdes am See und gestern gleich zwei mal eins einer lieben Freundin bei ihr Zuhause. Zum Glück ohne weiteres Blutvergiessen. Seitdem überlege ich hin und her – gehe ich mit ihr raus? Kann ich es wagen andere Kinder zu treffen mit ihr? Aber ich möchte Minime auch nicht isolieren oder sie stigmatisieren. Wenn wir andere Kinder sehen, weiche ich Minime ab sofort nicht mehr von der Seite. Greife immer ein, wenn ein anderes Kind zu nahe kommt. Versuche es zumindest.

Zum Glück haben mir zwei liebe Freundinnen gesagt, dass sie als Kinder auch gebissen haben. Sie sind wundervolle Frauen geworden und haben soziale Kontakte. Minime wird also nicht als Einzelgänger durch das Leben ziehen müssen. Trotzdem. Ich fühle mich, als wäre ich dieser Situation nicht gewachsen. Ich wollte nie die Mutter des Kindes sein, das beißt. Habe ich versagt? Logisch denkend weiß ich, dass es nichts mit meiner bisherigen Fürsorge zu tun hat. Aber doch fühlt es sich so an.

Es ist eine Phase. Und ich bete dafür, dass sie schnell vorbei geht.