Kategorie: Allgemein

Mein Trainingsplan für 10km

Laufen mit Buggy

Man läuft im Olympiastadion los. Man läuft im Olympiastadion ins Ziel. Es gibt eine Medaille. In Herzform. Die Rede ist vom 10-km-Lauf beim München Marathon. 10 km. Puh. Das sind 6,5km mehr als ich derzeit mehr oder weniger (eher weniger, wenn ich ehrlich bin) regelmäßig laufe. Mit meinem ersten Trainingsplan, um ins Laufen nach der Schwangerschaft und Geburt wieder einzusteigen, war ich sehr zufrieden (hier habe ich ja schon darüber berichtet). Die 30 Minuten am Stück laufen sind nun seit einigen Wochen geschafft. Seitdem ich mit dem Trainingsplan durch bin, laufe ich zwei bis drei Mal die Woche 30 Minuten (oder mehr, wenn mein kleiner Trainingsbuddy aka. Minime noch im Buggy schlief oder meine Mama für ihren Trainingsplan mehr laufen musste). Irgendwann ließ meine Motivation nach, drei Mal die Woche zu laufen. So schnüre ich derzeit nur einmal in der Woche die Laufschuhe… Doch das soll ein Ende haben!  Um mich wieder zu mehr Regelmäßigkeit zu motivieren, habe ich mir nun ein neues Ziel gesetzt. Ich will diese Herz-Medaille. Dafür muss ich am 14. Oktober 10 km laufen. Und dafür brauchte ich natürlich einen neuen Trainingsplan für 10km.

Trainingsplan für 10km

So sieht der Beginn aus, von meinem Trainingsplan für 10km.

Meinen ersten Trainingsplan fand ich online auf der Website eines bekannten Laufsportmagazines. Dort gibt es zwar auch den ein oder anderen Trainingsplan für 10km – als Anfänger oder für Fortgeschrittene mit einem bestimmten Zeitziel, aber die haben mich alle nicht so richtig angesprochen. Nachdem heute die Erinnerungen an mein Halbmarathon-Debüt beim Gutmuths Rennsteiglauf 2015 wieder wach wurden, erinnerte ich mich an den „Sportapp“-Ordner auf meinem Handy. Da war doch was… Also bastelte ich ein wenig rum und habe nun meinen Trainingsplan für 10km bei der Asics App „My Asics“ erstellt. Dieser beginnt in der kommenden Woche und hat das Ziel, mich am 14. Oktober, also in 141 Tagen, nach 10km nicht komplett sterbend ins Ziel zu bringen *lach*… An meine „Bestzeit“ (*hust hust*) beim Nike Women’s Run in Berlin (2015) werde ich wohl bei weitem nicht ran kommen, aber ich möchte vor allem die 10km schaffen – als Mama, die mit Baby Kleinkind trainiert.

Um auch wirklich motiviert zu bleiben in der Zeit bis zum München Marathon möchte ich hier eine Art Tagebuch über meinen Laufprozess mit dem Trainingsplan für 10km schreiben. Vielleicht wöchentlich, vielleicht alle zwei Wochen. Das wird sich noch zeigen. Wer hat sich noch alles für den München Marathon angemeldet? Und mit welchem Trainingsplan läufst du?

Vegan Breifrei Rezept | Kokos-Milchreis

Hier kommt ein neues Vegan-Breifrei-Rezept: Kokos-Milchreis. Der Kokos-Milchreis ist schön sämig und kann gut mit den Babyhänden gegessen werden. Mit zunehmenden Alter eignet sich der Milchreis auch sehr gut, um das Essen mit dem Löffel zu üben.

Vegan Breifrei Teller Baby mit Milchreis

Am Ende blieben auf Minime‘s Teller (bamboo bamboo – sehr zu empfehlen) nur ein paar Heidelbeeren übrig – die sich super zerquetschen ließen…

Zum Kokos-Milchreis gibt es bei uns Apfelmus für alle und Zimt und Zucker für die Großen. Er eignet sich auch sehr gut zum Einfrieren – einfach die entsprechenden Portionsgrößen beispielsweise in solche Breibecher von Avent einfrieren, beschriften und vor dem Verzehr über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen.

Vegan Breifrei Kokosmilchreis

Der vegane Kokosmilchreis mit Apfelmus und Zimt und Zucker für die Großen

Vegan Breifrei Rezept: Kokos-Milchreis

Kokos-Milchreis, vegan

Der Kokos-Milchreis eignet sich für breifrei-Anfänger sehr gut und schmeckt eigentlich fast jedem Baby. Die Menge reicht für einen Erwachsenen und ein Baby / Kleinkind. Zudem friere ich den Rest davon ein und habe somit noch einmal ein bis zwei Portionen für mein Kind im Gefrierschrank.

Gericht Main Course
Zubereitungszeit 30 Minuten
Arbeitszeit 30 Minuten
Portionen 2 Portionen

Zutaten

  • 200 g Milchreis
  • 400 ml Kokosmilch
  • 400 ml Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 1 Schote Vanille Alternativ etwas Bourbon Vanille
  • 1 Glas Apfelmus Alternativ selbstgemacht
  • 2-3 EL Zimt-Zucker nach Belieben

Anleitungen

  1. Alle Zutaten in einem weiten Topf geben, verrühren und bei mäßiger Hitze langsam zum Kochen bringen. Immer wieder dabei umrühren (wie bei einem Risotto, sonst brennt der Reis unten im Topf an). 20 Minuten köcheln lassen, bis der Milchreis schön sämig ist.

  2. Mit Apfelmus und Zimt und Zucker (für die Erwachsenen) servieren. 

Rezension: Artgerecht – das andere Babybuch | Nicola Schmidt

Rezension artgerecht das andere babybuch

Eine liebe Freundin von mir ist derzeit schwanger und befindet sich in der Endphase ihrer Schwangerschaft. Da ich mich selbst geärgert habe, dass ich Bücher zum Thema Attachment Parenting wie „Geborgen wachsen“ oder „Mein kompetentes Baby“ zu spät entdeckt und erst einige Monate nach der Geburt gelesen habe, freute ich mich umso mehr, dass sie das Buch artgerecht – Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen noch während ihrer Schwangerschaft lesen durfte. Und umso mehr freut es mich auch, ihre Sicht (quasi einer Noch-Nicht-Mama) auf das Buch zu präsentieren. Ich selbst werde das Buch wohl auch noch irgendwann lesen und meinen Senf dann hier auch noch dazu abgeben. 🙂

Hier ist sie, ihre Rezension von Artgerecht – das andere Babybuch:

Wenn man sich im Laufe der Schwangerschaft auf die Zeit nach der Geburt vorbereitet, stellt sich unweigerlich die Frage, welche Informationen vorab hilfreich sind und woher man diese bekommt. Als Bücherwurm bevorzuge ich diese Art von Medium gegenüber Infoportalen im Internet. Allerdings hatte ich keine Lust auf mehr als ein oder zwei Bücher. Dem gegenüber steht ein Angebot von hunderten Werken rund um Babys. Keine einfache Aufgabe, eine passende Lektüre zu finden.
Durch einen Artikel bin ich auf das artgerecht – Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen Buch von Nicola Schmidt aufmerksam geworden. Mir hat die Idee dahinter gefallen, dass allgemein die Ur-Bedürfnisse von Babys beschrieben und Möglichkeiten aufgezeigt werden, diese in unserer modernen Welt zu decken. So wurde es mein erstes Baby-Buch und ich habe mich wirklich darauf gefreut, es zu lesen.

Rezension artgerecht das andere babybuch

Die klar strukturierten Kapitel decken Schwangerschaft, Geburt und die Grundbedürfnisse, wie z.B. Essen, Schlafen und Wickeln ab. Der Aufbau folgt meist dem Schema, dass erst betrachtet wird, wie Urvölker mit den entsprechenden Situationen verfahren und wie sich das auf unsere Gesellschaft übertragen lässt. Ergänzt wird das Ganze durch Auszüge aus Studien und Statistiken sowie Zitaten von Lesern. Oft findet sich auch ein Abschnitt für Väter in den Kapiteln, der beschreibt, wie diese aktiv mit einbezogen werden können. Wer konkrete Entwicklungspläne, Tabellen oder andere Hilfsmittel erwartet, ist hier allerdings an der falschen Stelle. Das Buch bietet lediglich Anregungen, seinen eigenen auf das Kind abgestimmten Weg zu finden.

Das Buch ist locker und interessant geschrieben und daher sehr kurzweilig. Ich muss jedoch sagen, dass mir die Kapitel unterschiedlich gut gefallen haben. Ein Negativbeispiel ist für mich das Thema Schlafen. Ich finde es sehr schwarz-weiß betrachtet, denn es wird nur das Familienbett mit einem eigenen Bett im eigenen Zimmer verglichen. Auf Alternativen wie ein Beistellbett bzw. Babybalkon im Elternschlafzimmer wird leider gar nicht eingegangen.
Auch an anderen Stellen finden sich für das Buch eher untypisch starre Aussagen. Beispielsweise deckt die Checkliste für eine artgerechte Erstausstattung nicht nur ab, was man braucht, sondern auch, auf was man verzichten kann. Darunter Bett, Kinderwagen und Wickeltisch. In den jeweiligen Kapiteln wird dem dann widersprochen, da diese Sachen richtig angewandt durchaus Sinn machen können.
Sehr positiv hingegen fand ich das Windelfrei-Kapitel, da es sehr offen mit dem Thema umgeht. Es erklärt, dass „windelfrei“ nicht den kompletten Verzicht auf Windeln bedeutet und zeigt mehrere Wege auf, wie man das Wohlbefinden von Kind, Eltern und Umwelt steigern kann. Ich wünschte, dass alle Kapitel so offen und flexibel gestaltet wären.

In Summe fand ich das Buch sehr interessant. Es hilft mir dabei, an die einzelnen Themen locker ranzugehen und stärkt das Selbstbewusstsein, meinen eigenen Weg zu finden. Ich denke, es ist vor allem während der Schwangerschaft eine gute einführende Lektüre und ideal kombinierbar mit einem vertiefenden Buch zu einem konkreten Thema.

Rezension artgerecht das andere babybuch

30 Minuten Laufen nach der Schwangerschaft – mein Trainingsplan

30 Minuten Laufen nach der Schwangerschaft

Jetzt habe ich es geschafft! Ich bin 30 Minuten am Stück gelaufen. Mit Buggy. Laufen nach der Schwangerschaft und Geburt. Ohne Gehpausen. Ich habe nach der Schwangerschaft lange gewartet bis ich wieder in die Laufschuhe schlüpfte. Und ich habe mir dabei Zeit gelassen. Viel Zeit. Sehr viel Zeit sogar. Zum einen habe ich recht spät wieder angefangen (etwa 10 Monate nach der Geburt) und mir viel Raum für die Rückbildung und den Beckenboden gegeben (Rückbildungskurse, Yoga, Pilates und Buggyfit). Auch wollte ich Minime nicht in den Buggy setzen, bevor sie von selbst sitzen konnte. Und das war etwa, als sie sieben Monate jung war. Da waren wir gerade auf unserem Roadtrip durch Europa und hatten keinen Buggy dabei. Wieder daheim schlich sich der Alltag mit Baby ohne Laufen wieder ein und so brauchte ich den Jahresanfang, um den 10-Wochen-Trainingsplan für „blutige Anfänger“ tatsächlich zu starten. Aus den geplanten 10 Wochen sind nun 17 Wochen geworden, da ich zwischendrin durch Urlaub und Krankheit(en) ein paar (Zwangs-)Pausen einlegen musste. Aber jetzt ist es geschafft. Ich bin heute 30 Minuten am Stück gelaufen und fühlte mich sauwohl dabei.

Laufen nach der Schwangerschaft: So ging es los

Am 1. Januar war es so weit. Meine erste Lauf-Geh-Einheit aus dem Runnersworld-Trainingsplan stand mir bevor. Mir war schon etwas mulmig zumute. Wie groß würde meine Enttäuschung darüber sein, dass meine Kondition auf dem Tiefpunkt ist? Seit meinem Halbmarathon 2015 ging es verletzungsbedingt bergab mit dem Laufen. Ich kam nie wieder so richtig in den Tritt und habe mich auch deswegen für den Trainingsplan für „blutige Anfänger“ entschieden. Fünf Mal zwei Minuten Laufen mit zwei Minuten Gehpause dazwischen. So sollte es beginnen. Die zwei Minuten waren jeweils schnell vorbei, aber das war auch ganz gut so. Die wöchentlichen Steigerungen sind bei diesem Trainingsplan minimal gestaltet, so dass man wirklich eine Grundkondition aufbauen kann (zumindest habe ich das Gefühl) und Überlastungsverletzungen vorbeugt. Mit dem Plan läuft man drei Mal in der Woche. Dazu war ich zu Beginn noch jeweils ein Mal bei Buggyfit und im Pilates. Zuletzt hatte ich aber für beides keine Zeit mehr, was ich aber wieder ändern möchte.

Mit Buggy laufen nach der Schwangerschaft

Laufen mit einem Buggy ist gar nicht so schwer, wie man denkt. Zumindest fiel mir das Laufen mit dem Buggy leicht, denn unser Bumbleride Indie ließ sich super lenken und fuhr fast von allein. So brauchte ich immer nur eine Hand am Lenker halten.

30 Minuten Laufen nach der Schwangerschaft

Nach 17 Wochen war es nun soweit. Ich habe es geschafft und bin 30 Minuten mit dem Buggy vorweg gelaufen. Es fühlte sich verdammt gut an. Der Plan ist zwar recht lang (es gibt auch Pläne über vier Wochen für einen Laufstart nach der Schwangerschaft, aber dafür fühlte ich mich konditionell nicht gut genug aufgestellt. Und so schlimm war das Gehen zwischendurch gar nicht. Der Buggy ist die beste Entschuldigung, zwischendurch auch mal zu gehen, dachte ich mir 😉 Die 30 Minuten durchzulaufen fühlten sich aber noch besser an 😀

Ich bin in den 30 Minuten etwas mehr als 3 km gelaufen. Die Pace lassen wir mal ganz beiseite, denn die war natürlich sehr sehr langsam. Aber für mich ist das ok. Erst einmal langsam Anfang und die Grundkondition aufbauen und dann sehen wir weiter. Und wie geht es jetzt weiter? Vielleicht sollte ich erst einmal auf 5 km steigern. Ein mögliches Ziel wäre der 10 km Lauf beim Marathon München am 14. Oktober. Ohne Zeitziel. Einfach nur ankommen. Irgendwie brauche ich jetzt so ein „greifbares“ Ziel, um weiter zu machen. Weisst du was ich meine?

*Rezension: Mein kompetentes Baby | Nora Imlau

Rezension kompetentes baby

In den ersten Wochen, nein Monaten, nach der Geburt zweifelte ich an allem. Vor allem an mir. Alles, was ich mir in der Schwangerschaft vorgestellt hatte, fühlte sich in der Umsetzung auf einmal falsch an. Das fing schon im Krankenhaus an. Minime lag nachts strampelnd, zappelnd und wimmernd neben mir im Beistellbett. So ein Beistellbett ist natürlich prima und auch klasse, dass es das im Krankenhaus gibt, aber trotz allem konnte Minime darin nicht schlafen. Und ich neben ihr auch nicht. Zögernd nahm ich sie in der zweiten Nacht zu mir ins Bett. Endlich beruhigte sie sich und schlief tief und fest an mir gekuschelt ein. In meinem Kopf herrschte Chaos. Darf ich das? Was ist, wenn ich einschlafe und sie aus meinem Bett fällt? Was werden die anderen sagen? Bin ich zu weich? Verwöhne ich sie?  Mein Kopf ließ nicht zu, was mein Bauch wollte. Ich war hin und her gerissen. Zwischen dem, was sich gut anfühlte – für mich und für Minime – und dem, was mein Kopf, mein vermeintliches Umfeld mir vorgab. Das betraf fast alle Bereiche: Schlaf(en im Familienbett), Stillen (nach Bedarf), (Stoff-)Windeln, Trage vs. Kinderwagen… Und dann las ich in einem Magazin das allererste Mal von bedürfnisorientierter Erziehung.

Attachment Parenting wie es so schön heisst. (Und dabei hatte ich zu Weihnachten, also zwei Monate VOR der Geburt ein ganz tolles Buch dazu von einer lieben Freundin geschenkt bekommen. (Asche, Haupt und so…) Ich hatte neben Nestbau und Nähen nur keine Zeit gehabt, auch mal darin zu lesen… das wurde natürlich mittlerweile nachgeholt!) Wo war ich? Ach ja, das erste Mal Attachment Parenting. Das war eine Phase ohne Schlaf. Minime wurde pünktlich zur Primetime hellwach, drehte auf, kreischte, zappelte, weinte und schlief dann gegen Mitternacht ein. Es war, als würde sie Nacht für Nacht die Geburt wieder erleben und nach der Geburt, also 0:09 Uhr, einschlafen. In besagtem Artikel wurde u.a. ein Buch zum Babyschlaf empfohlen (Rezension folgt). Das half mir ungemein. Danach musste ein weiteres Buch her zum Thema Bedürfnisorientierter Erziehung. Es wurde „Mein kompetentes Baby: Wie Kinder zeigen, was sie brauchen“ von Nora Imlau (Kösel Verlag).

Rezension: Mein kompetentes Baby

Dies war mein erstes Buch, das ich zum fernen Thema Attachment Parenting gelesen habe (wie hier schon erwähnt, hätte ich das Buch „Geborgen wachsen“ lieber gelesen als erstes Werk). Nora Imlaus Buch lässt sich schnell lesen (was enorm wichtig ist mit Nachwuchs), und ist gut durchdacht. Die Grundlage dieses Buches ist es, dass Babys heutzutage unterschätzt werden. Für alles gibt es Hilfestellungen und Hilfeleistungen. Dabei können Babys alles allein. Sie können schlafen, essen, kacken, ihre Umgebung erkennen. Dieser Ratgeber appelliert an die jungen Eltern, dies zu akzeptieren und sich entsprechend zu verhalten (aka das Baby einfach mal machen lassen). Und nebenbei eine bessere Eltern-Kind-Bindung aufzubauen.

Der Ratgeber führt durch das erste Lebensjahr und die vermeintlichen „schwierigen“ Bereiche Schlaf etc. Die Kernaussage des Buches ist, dass die Babys nicht komplett hilflos auf die Welt kommen. Sie sind kompetent in ALLEM. Wir müssen nur hinsehen und sie verstehen. Das entlastete mich ungemein. Ich muss nicht alles „beibringen“. Wir brauchen nicht xbeliebige „Lern-„Spielzeuge. Ein Baby macht jeden Schritt, wenn es so weit ist und nicht früher oder später.
Alles in allem finde ich diese Aussage toll und sie hat mich auch in meinem Bauchgefühl unterstützt. Man hätte das Buch jedoch auch kürzen können (vielleicht zählt hier aber auch die Wiederholung… das Baby ist kompetent, das Baby ist kompetent…?). Vielleicht las ich das Buch aber auch in einer (für mich) zu stressigen Phase. Genau wie das Buch „Geborgen Wachsen“ sollte ich es einfach mal wieder zur Hand nehmen und darin blättern. Insbesondere in schwierigen Phasen… Mein Bauchgefühl war auf jeden Fall nach diesem Buch schon besänftigt, wobei ich erst nach anderen Büchern so wirklich im Einklang mit ihm war. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch allen empfehlen, die sich fragen, was ihr frisch geborenes Baby eigentlich alles schon kann.

Zur Autorin: Nora Imlau ist dreifache Mutter und Fachjournalistin für Familienthemen.

*Rezension: Geborgen Wachsen | Susanne Mierau

Rezension Geborgen Wachsen

Und plötzlich ist alles anders. Von einer Sekunde auf die nächste sind zwei völlig neue Menschen da: der kleine Wurm und die Mama. Und dazwischen: bedingungslose Liebe. Ich hätte mir das vorher nicht vorstellen können. Mir platzt jetzt noch jedes Mal mein Herz, wenn ich unsere Tochter schlafen sehe, ihr Lachen höre, ihre Fortschritte erlebe. Und die neue Frau, die Mama, die man auf einmal ist (und man manchmal das Gefühl hat, nichts anderes mehr zu sein)? Die muss (s)ich selbst erst einmal noch kennenlernen… ich hätte vorher beispielsweise nie gedacht, eine Tragemama zu werden. Oder in einem Familienbett zu schlafen. Und jetzt könnte ich mir nichts schöneres vorstellen.

Als sich diese neue Person, diese Mama, bei uns Zuhause einschlich, nach und nach überall ausbreitete, kamen immer mehr Fragen auf, bzw. hinterfragte ich mich immer wieder. Mache ich das hier richtig? Warum machen es die anderen anders? Was fühlt sich für unsere kleine Familie gut an? Ich informierte mich also parallel mehr und mehr über alternative Erziehungsstile. Bedürfnisorientiert. Bindungsorientiert. Attachment Parenting. Begriffe, die mir vorher nichts sagten. Einstellungen, mit denen ich mich nicht beschäftigt habe. Aber je näher Minime, die Mama und ich uns kamen, desto häufiger fragte ich mich, ob mir der konventionelle Weg gefällt, oder ob wir nicht etwas anders machen wollen. Ein Beispiel: Minime hasste den Kinderwagen. Sie schrie wie am Spieß darin. Also trugen wir sie. Und dann fiel mir das Buch Geborgen wachsen: Wie Kinder glücklich groß werden und Eltern entspannt bleiben von Susanne Mierau (Kösel Verlag) in die Hände. Leider erst recht spät – ich wünschte, ich hätte das Buch bereits in der Schwangerschaft gefunden!

Rezension Geborgen Wachsen

Rezension zum Buch „Geborgen Wachsen“

Das Buch begleitet einen eigentlich schon durch die Schwangerschaft und wie man dabei bereits eine Bindung zum Nachwuchs aufbauen kann (auch für Väter). Darauf folgt ein Kapitel zur Geburt und zu Babysignalen (aka, wie man das frisch geborene Baby verstehen kann). Das Buch bietet für jedes wichtige Thema eine Hilfestellung – Schlaf, Essen, Erziehen – ganz ohne dogmatisch zu sein und ohne zu belehren. Susanne Mierau schreibt beispielsweise, dass Stillen prima ist für die Bindung zwischen Mutter und Kind, aber dass auch eine Mutter, die vielleicht aus gesundheitlichen Gründen nicht stillen kann, ebenso eine gute Bindung zu ihrem Kind aufbauen kann. Das Buch ist wunderbar geschrieben und liest sich schnell weg. Ich habe es geradezu verschlungen. Und ich habe immer wieder einmal reingeschaut, wenn eine neue Frage aufkam oder es zum Beispiel mit der Beikost für Minime los ging.

Rezension Geborgen wachsen

Die Autorin Susanne Mierau ist dreifache Mutter und schreibt schon seit Jahren den Blog https://geborgen-wachsen.de.

Rezension geborgen wachsen

Babyled Weaning & breifreie Beikost

Babyled Weaning und breifreie Beikost. Fremdwörter für mich, als ich noch schwanger war. Vor der Geburt hatte ich mir ja einiges ganz anders vorgestellt. Ein Familienbett war beispielsweise undenkbar für mich… Von Babyled Weaning oder einem Beikoststart ohne Brei hatte ich bis dato nichts gehört. Aber wie das so ist, je mehr man die Augen öffnet und sich umhört, neue gleichgesinnte Leute kennenlernt, desto mehr Neues erfährt man auch. So war es auch mit dem Babyled Weaning (kurz BLW). Die liebe Munichslady hat mir davon berichtet, also informierte ich mich.  Online und in Büchern: Einmal breifrei, bitte!: Die etwas andere Beikost und Baby-led Weaning – Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg (die beiden Bücher werde ich auch noch hier rezensieren, wenn Minime mir Zeit lässt).

Babyled Weaning – was ist das überhaupt?

Kurz erklärt: Baby-led Weaning bedeutet das vom Baby selbstbestimmte Abstillen von der Muttermilch (bzw. der Flasche) und die ebenfalls selbstbestimmte Einführung der Beikost. Das Baby darf selbst bestimmen was es isst, wieviel und wieviel (Mutter-)Milch es eben noch braucht. Das Baby füttert sich sozusagen selbst, es entscheidet selbst was es wann möchte. BLW ist eine Alternative zum klassischen Beikostfahrplan (den ich in Krabbelgruppen und von meiner Hebamme zur Genüge gepredigt bekommen habe). Groß angelegte Studien haben bewiesen, dass Babys instinktiv wissen, was sie wann brauchen und wenn man ihnen reichlich Auswahl an gesunden Lebensmitteln lässt, holen sie sich die Nährstoffe, die sie benötigen. Einige warnen nun vor diesem „Trend“ (dabei gibt es BLW schon seit Jahrhunderten – nur ist diese Beikosteinführung in der westlichen Welt abhanden gekommen, vielleicht, weil das Abstillen mit dem Brei planbar und schneller funktioniert und ein geringeres Chaos auf dem Fussboden produziert?), die Babys würden nicht genügend Nährstoffe erhalten oder die Gefahr des Verschluckens sei größer. Aber wenn man erst beginnt, wenn das Baby auch richtige Anzeigen dafür macht (beispielsweise von selbst sitzen kann und an dem Essen von Mama und Papa interessiert ist), dann ist letztere Sorge unbegründet. Und wenn man gleichzeitig stillt, erhält das Baby weiterhin alle Nährstoffe aus der (Mutter-)Milch. Trotzdem sollte man eine gesunde Auswahl an Nahrungsmitteln anbieten und natürlich keine „gefährlichen“ (wie Erdnüsse).

Breifreie Beikost

Beim BLW spielt eine breifreie Beikost eine große Rolle, denn Babys können ja meist am Anfang noch nicht so gut mit Löffel, Messer und Gabel umgehen. Also wird eine Auswahl an Fingerfood gereicht, die das Baby gut greifen kann. Was für mich den Ausschlag für diesen Weg gegeben hat war der Fakt, dass ein selbstbestimmtes Essen dem Baby auch später die Essgewohnheiten erleichtert.

Ein Vorteil an BLW / breifreier Beikost: Das Baby isst, was die Eltern essen bzw. umgekehrt. Hier gab es Ofengemüse mit Hummus.

Ein Vorteil an BLW / breifreier Beikost: Das Baby isst, was die Eltern essen bzw. umgekehrt. Hier gab es Ofengemüse mit Hummus.

Die Vorteile von Babyled Weaning und breifreier Beikost

Auf der anderen Seite der Kritik an breifreiem BLW stehen so viele Vorteile: Das Baby hat mehr Spaß am Essen, weil es das Essen selbst entdecken, damit spielen darf. Es lernt auf diese Weise viel mehr verschiedene Nahrungsmittel kennen (und soll entsprechend weniger mäkelig später sein), es trainiert beim Essen ganz spielerisch die Hand-Auge-Mund-Koordination, man muss nicht extra Brei kochen, sondern das Baby kann am Familienessen teilnehmen (und lernt so gleich das gemeinsame Familienmahl kennen)… Nun, long Story short: Wir haben uns für diesen Weg entschieden. Eine von Minime selbst bestimmte Beikosteinführung mit breifreier Ernährung. Nach nun vier Monaten breifrei (und zwischenzeitlichen Versuchen, Minime Brei zu füttern) sind wir immer noch glücklich mit diesem Weg. Minime isst zwar noch wenig (vor allem im Vergleich zu Brei-gefütterten Babys), aber das ist okay. Zwischendurch habe ich immer mal wieder Momente, in denen ich zweifle. Vor allem aber an mir. Hinterfrage den Weg, den wir gehen. Schließlich möchte man immer das Beste für sein Kind (und Schlaf). Isst sie wirklich genug? Wächst sie genug? Aber Minime macht es uns immer wieder deutlich: Sie liegt genau auf ihrer Gewichtskurve, ist agil und aktiv, entwickelt sich prima. Und vor allem: sie verweigert partout Brei, wenn wir ihr welchen geben möchten. Sie zeigt uns einfach, was sie möchte. Und wir wollen versuchen, das zu erfüllen.

Mehr Informationen

Da ich natürlich kein Experte in diesem Bereich bin, empfehle ich die bereits genannten Bücher (Einmal breifrei, bitte!: Die etwas andere Beikost und Baby-led Weaning – Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg) und Websites wie breifreibaby oder baby-led-weaning.

Manchmal (okay, immer) landet bei BLW etwas auf dem Boden...

Manchmal (okay, immer) landet bei BLW etwas auf dem Boden…

Mein Laufeinstieg nach der Schwangerschaft Vol. 2

Laufeinstieg nach der Schwangerschaft

Jaaaaaa, das war wohl nix, mit meinem Vorhaben, relativ bald nach der Schwangerschaft, wieder mit dem Laufen zu beginnen… Meinen ersten Laufeinstieg nach der Schwangerschaft hatte ich während unseres Elternzeit-Roadtrips begonnen und nach drei Wochen wieder aufgehört, da sich der Herzmann erkältete (long story). Vorher tönte ich ja noch groß herum, mit welchem Plan ich wieder ins Laufen finden möchte und was war? Ich bekam meinen Hintern nicht mehr hoch, nachdem wir aus der Elternzeit zurück waren. Irgendetwas war immer – Minime mochte den Buggy nicht, es regnete, ich hatte anderweitige Dates… So war ich wieder bei Punkt Null angelangt. Und zunehmend frustriert. (Und zunehmend zunehmend… die Kilos der Schwangerschaft hatte ich schnell wieder47 runter, aber es ist halt doch ein Unterschied ob Muskelmasse dabei ist oder eben nicht. Stichwort #afterbabybody …)

Laufeinstieg nach der Schwangerschaft

Mein erster Laufeinstieg nach der Schwangerschaft, hier am Strand der Ile d’Oleron.

Wie dem auch sei, jetzt juckte mir der Schuh. Ich überlegte hin und her. Jetzt, im Winter anfangen? Und was ist wenn Schnee liegt? Mit Buggy? Und Gehen und Laufen? Und mit welchem Plan? Beim ersten Laufeinstieg nach der Schwangerschaft kam ich in den Genuss, am Strand zu laufen, an der Küste entlang. Und auch ein Stück auf dem Jacobsweg – da hatte ich in der zweiten Woche Knieschmerzen (was auch am Asphalt auf dem ich lief, gelegen haben könnte). Jetzt also einfach im Park laufen? Aber wann, wenn nicht während des Heimaturlaubs beginnen? Minime kann durch den Herzmann oder die Großeltern betreut werden – geballte Power, damit Mama mal 20 Minuten laufen gehen kann (länger sind die ersten Einheiten in den Anfänger-Plänen ja nicht)! Also wurde ein neuer Laufplan raus gesucht, der mich langsam eine Grundkondition aufbauen lassen soll. Nach einiger Suche entschied ich mich für den 12-Wochen-Plan von Runnersworld. Und dann schlüpfte ich spontan in die Laufschuhe. Die ersten zwei Wochen übersprang ich – die tägliche Runde Spaziergang mit Minime in der Babytrage sollten als „Ersatz“ dafür ausreichen. Der Plan sieht vor, in 12 Wochen 30 Minuten am Stück zu laufen und beginnt mit Lauf-Geh-Einheiten. Das klingt für mich nach einem vernünftigen Laufeinstieg nach der Schwangerschaft – für (m)einen zweiten Versuch.

Und nun habe ich die erste Woche, also die ersten drei Einheiten meines zweiten Laufeinstieg nach der Schwangerschaft hinter mir. 5 x 2 Minuten Laufen mit 2 Minuten Gehpause (bei 2°C und eisigem Wind), 4 x 3 Minuten Laufen mit 2 Minuten Gehpause (6°C, Nieselregen und Matschweg) und nochmal 5 x 2 Minuten Laufen mit 2 Minuten Gehpause. Kinners, und was fühlte ich mich gut! Kann man bei 3 Minuten Laufen schon ins Runnershigh kommen?

Nun gehts zurück nach München und der Herzmann muss wieder arbeiten. Die Babybetreuung ist vorbei. Jetzt gilt es, den Plan weiter zu verfolgen – mit Minime im Buggy. Um mich zu motivieren brauche ich ein Ziel, glaube ich. Erst dachte ich an neue Laufschuhe. Aber meine sind eigentlich noch gut. Dann dachte ich an eine neue Pulsuhr. Aber auch hier ist meine Garmin noch voll funktionsfähig. Neues Outfit? Ich bin eigentlich für Wind und Wetter (und auch Regen) gut ausgestattet seit meinem Training für den Rennsteig-Halbmarathon). Also muss ein Wettkampf her als Ziel. Bei welchem Lauf 2018 sollte ich mich anmelden? Habt ihr Vorschläge? Es sollte eher ein 5- oder 10-km- „Fun-Lauf“ sein – am liebsten mit Medaille für alle Finisher 🙂 Vorschläge sind sehr willkommen.

Veganes Weihnachtsmenü von Surdham Göb

Maronen Prosecco Suppe

Surdham’s fettes fünf-Gänge Weihnachtsmenü

Hier brauche ich keine vielen Worte, denn das Menü spricht für sich selbst. Wer mag, kann sich hier die einzelnen Rezepte für dieses schmackofatzmenü downloaden und zu Weihnachten oder an jedem anderem herrlichen Tag genießen. Viel Spaß beim Nachkochen!

Die Rezepte stammen alle aus den Kochbüchern von Surdham: Meine vegane Küche, Vegane Superfoods, Vegan Daily: Vegane Küche für jeden Tag

Maronen-Champagner-Suppe
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Mizuna-Salat
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Minzuna-Salat-Shiitake

Minzuna-Salat-Shiitake

Avocado-Gurkenkaltschale
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Avocado-Gurken-Kaltschale

Avocado-Gurken-Kaltschale

Tempeh-Braten
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Tempeh-Braten

Tempeh-Braten

Panna Coco
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Panna-Coco

Panna-Coco

„Vegan macht dich zur Pussy“

surdham goeb

München, August 2014, Interview mit Surdham Göb:

Der Linoleumboden ist quietschgrün. Rechts neben der blauen, schweren Eingangstür thront ein schwarzer Smeg-Kühlschrank. Die blankgeputzte Edelstahl-Kochinsel in der Mitte des Raumes ist das Herzstück der Küche. Hier passiert die Magie, wenn Surdham Göb kocht. Und wenn er kocht, dann ohne Ei, ohne Milch, ohne Fleisch, ohne Fisch.
Vor der modernen Fensterfront brausen im Minutentakt die Züge vorbei. Surdham sitzt mir gegenüber an einem großen, hellen Holztisch in der Ecke seiner „Büro-Küche“. Sein braun gebranntes Gesicht beginnt zu strahlen, wenn er von seinen veganen Reisen spricht. Surdham Göb ist kein Unbekannter in der veganen Kochszene. Obwohl oder gerade weil er kein eigenes Restaurant führt, ist er quasi das Geheimrezept unter den Vegan-Köchen. Nach Stationen in Indien, New York, San Francisco und Hawaii, wo er die Kultur der Länder und Wellen erforschte und natürlich kochte, betreibt er in seiner Heimatstadt München eine Catering-Firma, gibt vegane Kochkurse, hält Vorträge und berät Gastronomiebetriebe bei der Umstellung auf eine vegane oder biologische Küche.
Damit liegt er voll im Trend. Schätzungen des Vegetarierbundes Deutschland (VEBU) zufolge leben derzeit über acht Millionen Vegetarier in Deutschland, rund 1,3 Millionen davon ernähren sich vegan – das sind mehr Menschen als in Frankfurt am Main leben.

Im August 2014 ist Surdham’s drittes Kochbuch erschienen. Seine Küche ist geprägt von seinen Weltreisen, fremden Kulturen, West und Ost. Ein Lieblingsrezept habe er nicht.
Er zeigt mir dafür sein allererstes Kochbuch. Es ist ein einfaches Ringbuch mit rotem Cover. „Das Revolutionäre Kochbuch“, welches er in den 80er Jahren als junger, veganer Punk für drei Mark erstand, beginnt mit „Eine Schlachtszene“.
Damals war Surdham ein Exot – von der Familie aber gut akzeptiert. Er kochte für Freunde und die Familie vegan, nur unterwegs erfuhr er Widerstand. „Da waren die Leute einfach so »du Spinner« und so. Wobei ich mich auch viel in den Punkrock-Szenen bewegt hab und da waren die Leute einfach happy und sagten »saugeil, der Surdham hat gekocht.«“
Fleisch und Fisch habe Surdham schon als Kleinkind verweigert. Ohne wirklich zu wissen warum. „Ich war immer ein komplizierter Esser. Milch, Butter, Käse und das Zeug hab ich eh nie gegessen, das fand ich immer eklig.“ Seine Mutter, die aus Indonesien stammt, versuchte ihm püriertes Fleisch unter das Essen zu mischen. „Damals galt ja noch vegan – du bist tot. Auf jeden Fall wollten meine Eltern nicht, dass ich tot gehe und haben mir Fleisch unters Essen püriert.“ Aber diesen Trick durchschaute er schnell. Als er mit elf Jahren während eines Familienurlaub über einen bunten, zauberhaften arabischen Markt in Tunesien lief, die unzähligen Gewürze bestaunte, Datteln und andere exotische Früchte probierte und plötzlich vor einem Stück Rind, welches von Fliegen umschwärmt abhang, stand und seine Mutter ein Stück davon abschneiden ließ, begriff er, woher Fleisch stammt. Und entschied sich dagegen. „So lang ich nicht wusste, diese Kuh, die da hängt, das ist die, die ich ess, hab ich’s gegessen. Als ich gecheckt habe, das ist DIE Kuh, hab ich sie nicht mehr gegessen. Weil dann ist es mutwillig. Davor war es halt einfach ignorance is bliss“.
„Meine Mutter hatte alleine hatte nicht mehr die Kraft sich gegen den kleinen elfjährigen aufzubäumen.“ Ein Jahr später traf er auf die ersten veganen Punks. Und wurde mit 13 Jahren selbst zu einem. Er lehnt sich zurück und verschränkt die Arme hinter dem Kopf. „Früher warst du Veganer und hast deine Tüte Studentenfutter im Rucksack oder selbstgebackene Kekse und aus so einer Zeit komme ich halt, wo man einfach selbst kochen muss und das fand ich das tolle am Veganen. Das industriell produzierte Essen ist das wahre Problem.“
Seine hellblauen Augen lachen verschmitzt, als er sich daran erinnert und darüber berichtet, wie er als 18-jähriger klinkenputzend bei den Münchner Restaurants um eine Stelle in der Küche bat. Ohne Ausbildung, aber dafür mit umso mehr Kocherfahrung aus dem Cateringbetrieb seiner Mutter. Fündig wurde er im Meditationszentrum Osho Tao, wo er bereits nach zwei Monaten vom Salatputzer zum Küchenchef aufstieg. Von dort ging es in die Welt. Immer mit dabei: Ein Messer zum Kochen. „Ich war viel auf der Welt unterwegs und hab immer meine Messer dabei. Und immer wenn das Geld ausgegangen ist, hab ich mich zur Verfügung gestellt.“

Weihnachten vegan?

Weihnachten war für Surdham früher der schlimmste Tag im Jahr: „Wir haben uns alle gestritten und es war ein Riesendrama und am Abend haben wir uns wieder alle vertragen und waren ein Herz und eine Seele.“
Bei Surdham Zuhause gab es kein traditionelles Essen. Erst, seit er selbst vegan kocht, begann er sein eigenes Weihnachtsritual einzuführen. „Ich geh einfach geil einkaufen. Ich schau nicht auf die Preise und ich kaufe mir alles, was ich sonst das ganze Jahr nicht kaufe. Meistens war es so: Die Mama hat gezahlt und ich hab gekocht.“ Surdham hat dann ein „Fünfgang-Menü Deluxe aufgefahren“. „Wir feiern in den Tagen ja Geburtstag und ich find’s geil, wenn man dann einfach fett auftischt.“ Dabei vergisst Surdham aber den japanischen Zen-Spruch nicht, keine Spuren zu hinterlassen. Die Zahlen der veganen Ernährung für Wasser und CO2 sprechen schließlich für sich. „Ich glaub es ist wichtig, die Sachen so zu machen, dass du damit fine bist und, dass du keine Absicht dahinter hast, jemanden zu schaden oder jemandem wehzutun.“ Danach lebt und kocht Surdham. Auf die Frage, warum Menschen vegan leben, lehnt sich Surdham nach vorn und schaut mir in die Augen. „Damit du leichter im Körper bist. Damit dein Körper fit genug ist, um dich aufrecht zu halten. Dass dein Magen nicht nur mit Verdauung beschäftigt ist. Dass dein Verstand zart wird, sag ich jetzt mal und dein Herz weich wird.“ Er lehnt sich wieder zurück. „Ich mein, es ist auch blöd vegan zu sein irgendwie, weil du bist dann nicht mehr tough. Du isst nicht Angst, du isst nicht Blut. Das macht dich auch zur Pussy eigentlich.“
In Surdham’s Idealvorstellung sollte ein Veganer vor allem eins: Happy durch’s Leben gehen. Und gesund. Und Weihnachten vor allem mit einem fetten 5-Gänge-Menü feiern.

Als ich ihn um einen Tipp für Neuveganer bitte, lacht er und sagt: „Kauf dir ein gescheites Buch.“ Beim Lachen blitzt seine sympathische Zahnlücke immer wieder hervor. Und Surdham lacht viel, wenn er mit seinem leicht bayrischen Akzent und dem rollenden „R“ erzählt. „Hab Spaß beim Kochen. Leg dir lustige, gute Musik auf. Mach’s dir nicht zu schwer. Versuch nicht aufzutrumpfen mit etwas, was du nicht kannst, sondern mach lieber das, was du kannst gut.“ In seinen Kochbüchern, die erst aufgrund der hohen Nachfrage nach seinen Rezepten entstanden, verrät Surdham alles, was er weiß und auf seinen Reisen gelernt hat. „Ich habe keine Geheimnisse.“ Denn von einer Chinesin in einem seiner Kochkurse lernte er ein Sprichwort: »Erst wenn du es weitergibst, hast du Platz für was Neues.«

>>Hier kannst du Surdhams fettes Weihnachtsmenü nachkochen. 

Seine Kochbücher sind übrigens durchweg alle toll und absolute Kaufempfehlungen (ob nun für Weihnachten, Geburtstage oder einfach auch mal für sich selbst):

Meine vegane Küche

Vegane Superfoods

Vegan Daily: Vegane Küche für jeden Tag

Vegane Powerdrinks