Alle Artikel von mucveg

So war es: Mein erster Lauf nach der Schwangerschaft

generali München marathon medaille

Jetzt hab ich es endlich geschafft! Mein erster Lauf nach der Schwangerschaft liegt hinter mir – genau genommen war das mein erster (Wettkampf-)Lauf seit drei Jahren! Und es war: beängstigend, gigantisch, euphorisch, erschöpfend, traurig, motivierend… so viele Gefühle auf nur zehn Kilometern mitten durch München. Man läuft durch einen Tunnel mit Nebel, Blitzlichtern und Musik ins Olympiastadion ein und läuft dann noch eine Dreiviertel Runde über die Tartanbahn in den Zielbogen – ein unglaubliches Erlebnis!

Nachdem die letzten beiden Trainingsläufe mehr als miserabel waren – ich fühlte mich einfach schlapp, hatte einen viel zu hohen Puls für eine viel zu langsame Pace – hatte ich keine großen Hoffnungen, auf eine gute Zeit beim 10-km-Lauf beim diesjährigen München Marathon. Diesen Lauf hatte ich mir im Frühjahr als großes Ziel gesetzt, dass es mein erster Lauf nach der Schwangerschaft sein soll – nicht zu kurz und nicht zu lang, mit genügend Zeitabstand, so dass ich in Ruhe meinen Trainingsplan ablaufen kann. Dieser Plan sah vor, dass ich am Ende eine Zielzeit von 1:05:00h schaffen soll. Daran habe ich nie und nimmer geglaubt. Bei einem 10-km-Trainingslauf eine Woche vor dem Wettkampf schaffte ich die Strecke in 1:14:00 und hoffte, ich würde es beim Wettkampftag etwas schneller schaffen. Aber dann kamen besagte schlechte Trainingsläufe und ich hoffte, dass ich zumindest die 1:14h noch einmal schaffen würde.

Doch dann kam der Sonntag. Die Sonne schien am blauen Himmel. Überall sah man Läufer und Läuferinnen mit den roten Marathon-Rucksäcken und ich traf die liebe Jana @doradiamant2, mit der ich gemeinsam starten (und ins Ziel laufen) wollte, auf dem Weg zum Olympiastadion. Die Laune stieg. Da Jana gerade durch halb Portugal und Spanien auf dem Camino Portugues gewandert ist, waren auch ihre Beine schwer. So witzelten wir, dass wir vor allem vor dem Besenwagen ins Ziel einlaufen wollen und sortierten uns am Ende des überraschend kurzen Startblocks ein. Dann fiel der Startschuss und wir liefen los. Locker, leicht, überholten wir den ein oder anderen Läufer. Ein kurzer Blick auf meine Pulsuhr sagte mir (erstaunlicher weise), dass wir mit einer 6:30er Pace gestartet sind. Hui, dabei wollten wir doch nicht zu schnell loslaufen! Doch die Pace hielten wir fast bis zum Schluß – bis zur Hälfte konnten wir dabei noch locker quatschen. Ab dem 7.km ging mir dann langsam die Puste aus und ich konnte nur erstaunt und grotesk drein blicken, als Jana mich frisch und munter fragte, ob ich auch einen Kaugummi möchte. Ich blickte sie nur wie ein Fisch an und keuchte irgendeine verneinende Antwort. Und dann – endlich – kam das Stadion in den Blick und DER Tunnel. Die Schritte auf der Tartanbahn versetzten mich ruckartig in meine Grundschulzeit, als ich dort noch im Leichtathletikverein meine Wettkampfrunden lief. Ein saukomisches Gefühl! Obwohl das Stadion fast leer war (ein trauriger Anblick irgendwie, dabei denkt man ja gerade, man würde die Weltmeisterschaft mitlaufen), gaben wir noch einmal Gas und liefen glückselig bei 01:04:40 ins Ziel ein, bekamen unsere Herzl-Medaille um den Hals gehängt und suchten Wasser und Bananen.

Fazit: Die Herzl-Medaille ist ein Träumchen. Für diese würde ich auch den Halbmarathon laufen. Wenn dann nur mehr Zuschauer und mehr Stimmung an der Strecke wären. Das war echt richtig schade. Nix los unterwegs. Kaum Menschen, kaum Bands. Dabei war das Wetter grandios.

Der Ernst des Lebens, Eingewöhnung 2.0

im Strohlabyrinth

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens. Komisch, das gleiche habe ich zu Beginn der Eingewöhnung gedacht. Und jetzt noch einmal. Wir sind jetzt am Ende der vierten Woche angekommen. Minime hat bereits anderthalb mal in der Kita geschlafen. Das eine Mal zähle ich nur halb, weil sie beim Einschlafen die Würstchensuppe (mehr dazu später) ausgekotzt hat. *schulterzucken*  Einen Tag später, hat sie bereits 45 Minuten Mittagsschlaf gemacht. Sie müsse sich wohl noch an den Lärm der Kindergartenkinder im Raum nebenan gewöhnen. Da bin ich optimistisch. Seit dem Sommer wird neben unserem Wohnhaus ein Neubau aus dem Boden gestampft. Ich habe das Gefühl, dass die Bauarbeiter mit Vorliebe zur Mittagszeit die lautesten Arbeiten verrichten… Wie dem auch sei, bei diesem Lärm konnte Minime auch ihren Mittagsschlaf abhalten.

Nachdem die erste Woche so rasend schnell vorbei war, ging es in der zweiten Woche nahtlos weiter. Dann kam der Wechsel. Da ich ab dem 1. Oktober wieder als working mom unterwegs sein musste, musste der Hermann ran und hat zwei Wochen Urlaub genommen – mit Option auf Verlängerung, falls die Eingewöhnung länger dauert. Und ganz ehrlich. Ich habe nie und nimmer damit gerechnet, dass wir „nur“ vier Wochen brauchen. Ich hab mehr an die sechs Wochen und aufwärts geglaubt… Aber Minime scheint sich in der Kita wohl zu fühlen (vor allem wenn sie im Flur umher flitzen oder im Garten spielen kann). Der Abschied zuhause von mir war herzzerreissend. Minime klammerte sich an mich und weinte jeden Morgen für ein paar Tage. Das Gleiche dann noch einmal beim Abschied von Papa in der Kita. Zwei Abschiede in so kurzer Zeit muss man ja auch erst einmal weg stecken. Wir haben fest gestellt, dass sie es besser aufnimmt, wenn wir die Verabschiedung langsam machen, mit dem Ritual dass wir uns zuwinken. Und jetzt, in Woche vier, läuft Minime schon allein in den Raum zu ihrer Betreuerin.

Die Eingewöhnung lief also überraschend gut bisher. Und: Es gab keine weiteren (Beiss-) Zwischenfälle. Zumindest wurde mir nichts erzählt. Und was ich nicht weiß… Was ich allerdings weiß, ist, dass Minime bereits Fisch gegessen hat. Ich hätte fast geheult, als ich das gehört habe. Da bespricht man mehrfach mit den Leuten der Kita, ob es Alternativen zu Fleisch und Fisch geben wird und dann das. Es sind ja gute Fette, versuche ich mir zu sagen. Auf jeden Fall geben wir für Minime jetzt immer „Ersatz“ mit, also Tofuwienerle für die Suppe oder einen Bratling aus Bohnen oder Tofu als Fleischersatz. Mal schauen wie das funktioniert. Morgen ist der letzte Tag der Eingewöhnung und der erste Tag, an dem Minime sieben Stunden in der Kita bleibt. Der Herzmann wird ab Montag wieder arbeiten. (Obwohl er gern zwei Tage Urlaub nehmen würde, um sich mal auszuschlafen… ha ha). Optional kann ich Minime auch nach sechs Stunden schon abholen, sollte es noch nicht mit den sieben klappen. Aber wir sind optimistisch. Auch wenn das schlechte Gewissen ganz tief im Nacken sitzt…

Breifreibaby Avocadopasta – auch für Erwachsene lecker

Avocadopasta für erwachsene und als babyleid weaning mahlzeit

Minime liebt Avocado. Ich auch. Wie gut, dass ich Minime so gern hab, so teile ich morgens auch liebend gern meine Avocado mit ihr. Oder die Avocadopasta. Die ist super schnell gemacht, schmeckt hervorragend und ist auch für Babys geeignet, die sich mit Fingerfood probieren, wie beim Babyled-Weaning. Einziger Nachteil: Man braucht halt reife Avocados. Und das ist nicht immer so leicht… Ich versuche immer, mir eine nicht ganz so reife Avocado zu nehmen und lasse sie daheim noch ein paar Tage liegen. Wenn der Knubbel oben wackelt, sollte sie reif sein. Ist sie dann endlich essreif, aber ich kann sie gerade nicht essen, kommt sie für einen Tag in den Kühlschrank.

Pasta + Avocado? Avocadopasta!

Zurück zur Avocadopasta. Das Rezept ist wirklich super simpel. Und kann nach belieben variiert werden! Einfach die Lieblingspasta kochen (bei Minime sind das vor allem Fussili, weil sie die gut greifen kann als Baby) und nebenbei Avocado zermatschen (oder pürieren). Wer mag, kann das ganze noch mit Gemüse oder Kräutern pimpen – fertig ist die Avocadopasta!

avocadopasta mit Bohnen und Tomaten

Avocadopasta – mit frischen Tomaten, Kidneybohnen und Mais kamen noch jede Menge Proteine zum Gericht. Getoppt wurde das ganze mit Sesamkörnern.

P.S.: Avocados sind natürlich tolle Früchte – sie ist reich an einfach ungesättigten Fetten (also die guten Fette, und senkt deswegen den Cholesterinspiegel), enthält jede Menge Vitamine (A, D, E und K), Carotinoide, Biotin, Folsäure, Kalzium und alle wichtigen Aminosäuren. Puh! Superfrucht schlechthin. Die meisten werden allerdings (noch) aus Südamerika importiert. Es wachsen zwar auch welche in Europa (beispielsweise auf der Kanaren-Insel La Palma), aber die finden den Weg nicht in unsere Supermärkte hier in Deutschland. Also sollte einem auch bewusst sein, dass die Avocado, die wir essen, einen sehr langen Weg hinter sich hat. Dazu kommt, dass der Anbau nicht gerade klimafreundlich ist – für ein Kilo Avocados werden 1.000 Liter Wasser benötigt. Und obwohl Avocados so super gesund sind, sollte man sie aus Nachhaltigkeitsgründen nicht täglich konsumieren… Hier steht übrigens noch mehr dazu.

Avocado-Pasta

Wer liebt sie nicht, die Avocado? Zusammen mit Pasta eine einfache, schnelle und unschlagbare Kombination - und so vielfältig zu variieren! Und: sogar für BLW geeignet ist dieses Gericht. 

Zubereitungszeit 15 Minuten
Portionen 1 Person + Baby

Zutaten

  • 150 g Pasta
  • 1/2 Stück Avocado
  • 1/2 Stück Limette
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL Sesamkörner

Nach Belieben hinzuzufügen kann man

  • 2-3 kleine Tomaten
  • Kidneybohnen
  • Koriander
  • Schnittlauch

Anleitungen

  1. Nudeln nach Gebrauchsanweisung kochen.

  2. In der Zwischenzeit die Avocado schälen und das Fruchtfleisch mit dem Saft der Limette pürieren.

  3. Wenn die Nudeln gekocht sind, abgießen und mit der Avocadomasse vermengen. Für BLW ist die Avocadopasta nun fertig. Das Ganze mit Sesamkörner bestreuen. Für sich selbst kann man noch Salz und Pfeffer nach Belieben hinzu tun. 

Soulfood bei Regen: Pancakes vegan

pancakes vegan

Was macht man an einem verregneten Sonntag, wenn das schnupfnäsige Kleinkind schon 6 Uhr wach ist? Richtig, man macht Pancakes vegan. Und dieses Rezept ist sogar Kleinkindgeeignet, da kaum Zucker drin ist. So kann man diese Pancakes auch herzhaft genießen – mal so nebenbei gesagt… Wir lieben diese Pancakes mit viel frischem Obst, Marmelade und Schokolade (die Minime natürlich noch nicht genießen darf…).

Diese Pancakes eignen sich übrigens auch mit selbstgemachten Apfelmus für Babyled-Weaning. Dazu kann man die fertigen Pancakes in Streifen schneiden, die eine Babyhand gut greifen kann. Sie sind schön weich und fluffig und lassen sich im Babymund prima zermatschen.  Wobei ich dazu sagen muss, dass es auch eine ganz schöne Sauerei geben kann… Aber das ist BLW ja meistens.
Minime beisst mittlerweile übrigens gern genau einmal in die Mitte des Pancakes rein und nimmt sich dann den nächsten. Irgendwas scheinen wir da wohl falsch gemacht zu haben… Wie dem auch sei, hier folgt mein Rezept für Pancakes vegan. Ursprünglich habe ich es von einer Freundin, die viel Zeit in den USA verbracht hat. Wir haben uns einmal, als sie wieder in der Heimat war, getroffen und sie hat extra ein Rezept für Pancakes vegan recherchiert. Das liegt nun schon einige Jahre zurück, doch das Rezept nehme ich immer wieder gerne:

Pancakes vegan

Vegane Pancakes, leicht gemacht und ohne viel Zucker. Diese Zutaten hast du bestimmt alle Zuhause! 

Vorbereitungszeit 5 Minuten
Zubereitungszeit 10 Minuten
Arbeitszeit 15 Minuten
Portionen 4

Zutaten

  • 2,5 cups Mehl
  • 2 tbs Zucker
  • 2 tbs Backpulver
  • 1 tbs Öl
  • 1 tsp Salz
  • 2,5 cups Mandeldrink alternativ Sojamilch, Hafermilch etc.

Anleitungen

  1. Alle Zutaten in einer Schüssel verquirlen. Den Teig 5-10 Minuten ruhen lassen. Anschließend noch einmal vorsichtig umschlagen, dann weitere 5 Minuten ruhen lassen. 

  2. Eine Pfanne erwärmen und mit Öl ausstreichen. Nun den Teig portionsweise in die Pfanne geben und langsam backen lassen. Wer mag, kann auch schon Beeren oder dünn geschnittenen Apfel in den Teig geben. 

 

Bis(s) zur Kita – unsere Eingewöhnung 1.0

kita eingewöhnung

Am letzten Tag unserer ersten Woche bei der Eingewöhnung in die Kita ist es passiert. Kurz bevor wir gehen wollten. Minime wollte ihre Schuhe anziehen. Ich nahm sie ihr weg. Sie wurde wütend. In dem Moment kam ein Junge aus ihrer Gruppe vorbei, nennen wir ihn Klaus*, und sie biss ihre Wut in seine Schulter. Zum Glück nicht doll. Zum Glück hatte Klaus zwei Shirts an. Man sah nicht einmal Bissspuren. „Klaus hat früher auch gebissen,“ sagte Stefanie, die Erzieherin von Minime, dazu. Ein kurzer Gedanke blitzte in mir auf – Irgendwann trifft es auch Minime – leider oder Karma?

Aber fangen wir von vorne an. Ich muss zugeben, ich war vor Beginn der Eingewöhnung in die Kita schon ziemlich nervös. Auch wenn ich es nicht zugeben möchte und mir selbst auch gar nicht eingestehen wollte. Minime wird bedürfnisorientiert erzogen. Sie schläft bei uns immer noch im Familienbett (zwar in ihrem Beistellbett neben unserem, aber ohne Trennung dazwischen). Wir waren noch nie länger als etwa zwei Stunden voneinander getrennt, Minime und ich. Vor allem wurde sie noch nie „fremdbetreut“. Selbst wenn meine Mama, also ihre Oma, mit ihr von Hund zu Katze zieht, fragt sie ab und an nach mir. Selbst wenn ihr Papa mit ihr tobt, während ich eine Runde laufen gehe, fragt sie nach mir. Was würde bei einer fremden Person passieren? Eigentlich ist Minime zum Glück ein offener kleiner Mensch und kaum ängstlich. Sie schließt schnell Kontakt und geht auch rasch Bindungen zu Menschen, die sie mag, ein. Wie das Ganze bei einer längeren Zeit funktioniert, wenn wir getrennt sind, weiß ich allerdings nicht. Aber das wird diese Eingewöhnung ja zeigen.

Fremdbetreut, Eingewöhnung nach Berliner Modell

Fremdbetreut. Das Wort ist schon unschön. Da freut man sich doch auch gar nicht drauf oder? Unsere Eingewöhnung folgt dem sogenannten Berliner Modell. Mama oder Papa sind also anfangs mit in der Kita, schauen sich den Alltag an, lernen mit dem Kind die Kita, die Gruppe, die Erzieher/innen kennen. Frühestens nach einer Woche kommt die erste, kurze Trennung von dem Elternteil. Verläuft sie positiv, wird die Zeit, die Kind und Mama (oder Papa) getrennt sind, sukzessive verlängert. Die Entwöhnung findet also langsam und Kindbestimmt statt. Klingt dann doch wieder ganz gut, oder? Aber. Mein. Baby. Getrennt. Von. Mir.!?! Puh. Okay, ich könnte mal wieder allein und in Ruhe – und erwähnte ich schon allein – aufs Klo gehen… Aber wenn ich ganz ehrlich bin, macht mir vor allem Minime’s derzeitiges Beiss– und Hauverhalten Angst und Bange. Was, wenn sie andere Kinder aus ihrer Gruppe beisst? Und warum verdammt noch mal macht sie das überhaupt? Ja, ich frage mich das trotzdem immer noch. Auch wenn ich weiß, dass es eine Art der Kommunikation ist. Frust ablassen. Abwehren. Liebe zeigen. Ich kann das theoretisch gut verstehen. Trotzdem finde ich es extrem schwer zu tragen gerade. Vielleicht (wahrscheinlich) fehlt mir einfach nur die Leichtigkeit einer Mehrfachmama (haha).
Nun, Minime ist jetzt genau 19 Monate alt. Ich denke, es ist ein gutes Alter für sie, in die Kita zu kommen und dort in einer Gruppe mit älteren und jüngeren Kleinkindern neue Erfahrungen zu sammeln und sich weiterzuentwickeln. Das Beissen ist nur eine Phase. Es wird aufhören. Und ausserdem muss ich auch mal wieder etwas Gescheites tun. In einer Woche geht es für mich zurück ins Büro. Elternteilzeit mit 20 Wochenstunden. Aber ich schweife ab. Zwei Wochen werde ich Minime bei der Eingewöhnung begleiten. Dann wird der Herzmann übernehmen (müssen).

Die erste Woche: Kennenlernen der Gruppe

Die erste Woche, vor allem aber der erste Tag in der Kita, ist rasend schnell vergangen. Montag waren wir eine Stunde in der Kita. Ankommen, Hallo sagen, Morgenkreis, Frühstück, Zähne putzen und schon wieder nach Hause. Dienstag war es ähnlich: Ankommen, etwas spielen, Frühstück, Zähne putzen, Morgenkreis und wieder etwas spielen, dann nach Hause. Die Zeit, die wir in der Kita verbrachten, wurde langsam bis auf fast drei Stunden am Freitag verlängert. Minime fühlt sich in der Kita wohl. Sie entdeckt das Zimmer, spielt mit dem Spielzeug und nahm auch schon leichten Kontakt mit Stefanie auf. Allerdings sollte ICH ihr das Buch vorlesen und niemand anders.
Es sind derzeit neun Kinder in Minime’s Gruppe. Sie ist eins der Jüngsten. Mit ihr werden aktuell noch drei weitere Kinder eingewöhnt: Lydia, die seit drei Wochen eingewöhnt wird und sich immer noch jedes mal die Seele aus dem Leib brüllt, dass es einem das Herz zerreisst, wenn sich die Mama von ihr trennt. Sebastian, der seit zwei Wochen eingewöhnt wird und schon wie ein alter Hase wirkt – bei ihm scheint die Eingewöhnung schon fast abgeschlossen. Und Felix, dessen Eingewöhnung nur drei Tage vor unserer begann. Dazu ist eine der beiden Erzieherinnen krank (aber wird super von einer Kollegin vertreten).
Innerhalb dieser Woche wurde mir zumindest klar: das wird nicht einfach. Wir werden wohl mehr als vier Wochen benötigen, wenn weiterhin so viele Kinder parallel eingewöhnt werden. Stefanie, die überaus kompetent und herzlich ist, aber sich auch sichtlich zerreißt um allen Kindern gerecht zu werden, macht jedoch einen optimistischen Eindruck. Wir werden das schon alle schaffen. Ich versuche ihr zu glauben.

P.S.: Liebe Minime, falls du das irgendwann einmal selbst lesen solltest (falls dieses Ding, was man Internet und Blogs nennt es in ein paar Jahren noch gibt), sei dir gewiss: Wir lieben dich so wie du bist. Du beisst dich eben durch. Und ich hoffe, dass du dir diese Eigenschaft im übertragenen Sinne beibehältst. 

*Alle Namen wurden natürlich geändert. 

Lauftagebuch | Trainingsplan 10km, noch 4 Wochen bis zum Lauf

8km im laufplan

So langsam hat sich das Laufpensum erhöht und nähert sich den 10 km an. Damit verlängerte sich auch die Laufzeit, die ich (gaaaanz gaaaanz langsam) unterwegs bin. Kann ich Minime so lange im Buggy mitnehmen? Langweilt sie sich nicht auf der Fahrt? Schläft sie nicht mittendrin ein, obwohl wir ja jetzt schon bei nur noch einmal am Tag schlafen sind?
Nun, ich könnte entweder schneller laufen (ha ha), damit ich nicht so lange laufe (aber in meinem Trainingsplan für den 10 km Lauf beim München Marathon ist auch eine Pace vorgegeben …

Mittlerweile bin ich regelmäßig bei 8 km angekommen. Nach ein paar Wochen Pause (wie sich die eingeschlichen hatten, weiß ich auch nicht…), konnte ich wieder regelmäßig laufen. Aber mit Buggy fällt es mir zunehmend schwerer – nicht, weil es sich schwer läuft, sondern weil ich merke, dass Minime meist so gar keinen Spaß daran hat. Hinzu kommt, dass wenn ich zu spät los laufe (also alles später als 9:30 Uhr), dass sie beim Lauf einschläft. Und das ist eine ganz ganz dumme Zeit. Denn dann schläft sie nicht nochmal nach dem Mittagessen und ich hab ein ganz liebenswürdiges (nicht) Kind am Nachmittag. Also direkt früh laufen, am besten so zwischen 7 und 9 Uhr morgens. Aber da hat Minime gerade ihre aktive Phase und möchte sich austoben. Einfach nur im Buggy angeschnallt sitzen und den gelegentlichen Radfahrern, Läufern und Hunden zuwinken? Viel zu langweilig!

Ein paar Mal hat es dennoch geklappt, aber zuletzt musste ich nach 6,5 km einfach aufhören. Seitdem versuche ich, allein zu laufen. Das schaffe ich aber nur noch zwei Mal statt drei Mal die Woche. Mal schauen, wie die letzten vier Wochen bis zum München Marathon laufen…

screenshot laufplan

Mein. Kind. Beisst.

kinder im sand

Eigentlich sollte ich schlafen. Ich habe den Schlaf weiß Gott notwendig (wie (fast) alle Mütter bestimmt tief nickend und am Kaffee schlurfend bestätigen werden). Meine Augenringe gehen bis zum Kinn. Und ich werde bestimmt weiter wenig Schlaf bekommen, bis Minime 18 ist. Oder beginnt dann die nächtliche Sorge der Diskoszene? Ahhh… auf jeden Fall rattert mein Hirn, lässt mir keine Ruhe, obwohl Minime (ausnahmsweise einmal) ruhig schläft. Ich könnte jetzt endlich mal ein paar Stunden am Stück schlafen. Aber nein, stattdessen male ich mir immer wieder die Szene vom Spielplatz aus.

Minime ging zu einem Kinderwagen. Darin saß ein etwa gleichaltriger Junge. Er fuhr mit seiner Hand über ihren Kopf und da: piekste ihr ins Auge. Sofort schoss meine Hand los, aber ich war trotzdem zu langsam. Minime biss ihm in die Hand. Ich zog sie weg, so schnell ich konnte. Der Junge begann fürchterlich zu weinen. Ich versuchte, ihn sofort zu beruhigen und nachzuschauen, ob und wie schwer er verletzt ist. Entschuldigte Minime und mich. Gleichzeitig nahm ich Minime auf den Arm und erklärte ihr, dass sie nicht beißen darf.
Die Mutter holte den Jungen aus dem Wagen und schrie auf Minime ein, dass beißen ganz gefährlich sei. Immer und immer wieder. Ganz gefährlich. Mich ignorierte sie. komplett. Am liebsten hätte ich ihr gesagt, dass in die Augen pieksen auch nicht ganz ungefährlich ist und dass Kleinkinder so etwas nun mal nicht wissen. Aber natürlich behielt ich das fur mich.

Sie untersuchte seine Hand. Und da war er: ein kleiner Blutfleck. Wirklich. Er war minimal. Stecknadelkopfgroß. Und das sage ich nicht, weil mein Kind das Beißende war. Sie holte sofort das Desinfektionsspray aus der Tasche (Himmel, ich Rabenmutter habe so etwas noch nicht einmal dabei) und wiederholte, dass Beißen ganz gefährlich sei. Erst versuchte ich, den Jungen zu erreichen, um ihm zu sagen, dass Minime ihn nicht mit böser Absicht gebissen hat, aber irgendwann sagte ich nichts mehr, weil mir alles zu viel erschien für den Jungen und Minime. Ich blieb völlig deplatziert neben der (hysterischen?) Mutter stehen – die Minime und mich dann komplett ignorierte. Aber ich wollte mich vergewissern, dass es ihm gut ging. Und zeigen, dass es für mich nicht egal ist, wenn Minime beißt. Aber der Dame schien das völlig Wurst zu sein. Sie nahm dann ihren Sohn und dampfte ab. Ohne ein weiteres Wort. Ich hätte mich ihr gegenüber gern noch einmal entschuldigt. Dass es dem Jungen gut ging, konnte ich sehen, da er irgendwann wieder anfing, uns anzulächeln. Aber der Mutter hätte ich gern, so von Mutter zu Mutter, gesagt, dass ich es natürlich nicht toll finde, dass mein Kind beißt. Aber es trägt auch keine Schuld. Niemand trägt schuld an dieser Situation. Oder doch ich? Hätte ich verhindern sollen, dass Minime zu nah an den Kinderwagen tritt?

Ich habe gelesen, dass Beißen eine Form der Kommunikation ist. Kleinkinder, die wie Minime mit ihren 18 Monaten noch nicht richtig sprechen und sich verständlich machen können, kommunizieren auf andere Art. Manche schubsen, andere schreien, andere kneifen und manche beißen. Wenn sie etwas wollen, wenn ihnen jemand etwas weg nimmt oder ihnen zu nahe tritt oder sie von ihren Gefühlen überrollt werden. Runzelfüßchen und Susanne Mierau schreiben darüber. Beißen als Form von Liebesbekenntnis – das kannte ich von Minime bereits. Aber ein anderes Kind beißen. Das ist neu.

Seit der Situation auf dem Spielplatz konnte ich nicht verhindern, dass Minime zwei weitere Kinder beißt – ein Fremdes am See und gestern gleich zwei mal eins einer lieben Freundin bei ihr Zuhause. Zum Glück ohne weiteres Blutvergiessen. Seitdem überlege ich hin und her – gehe ich mit ihr raus? Kann ich es wagen andere Kinder zu treffen mit ihr? Aber ich möchte Minime auch nicht isolieren oder sie stigmatisieren. Wenn wir andere Kinder sehen, weiche ich Minime ab sofort nicht mehr von der Seite. Greife immer ein, wenn ein anderes Kind zu nahe kommt. Versuche es zumindest.

Zum Glück haben mir zwei liebe Freundinnen gesagt, dass sie als Kinder auch gebissen haben. Sie sind wundervolle Frauen geworden und haben soziale Kontakte. Minime wird also nicht als Einzelgänger durch das Leben ziehen müssen. Trotzdem. Ich fühle mich, als wäre ich dieser Situation nicht gewachsen. Ich wollte nie die Mutter des Kindes sein, das beißt. Habe ich versagt? Logisch denkend weiß ich, dass es nichts mit meiner bisherigen Fürsorge zu tun hat. Aber doch fühlt es sich so an.

Es ist eine Phase. Und ich bete dafür, dass sie schnell vorbei geht.

Lauftagebuch | Trainingsplan 10km, Woche 5+6

laufen mit buggy

Ich bin angemeldet! Ich habe mich am 29. Juni für den 10-km-Lauf beim diesjährigen München Marathon angemeldet. Nun heißt es also, dem Trainingsplan weiter effektiv folgen… Ohne die Anmeldung wären mir die Läufe die letzten beiden Wochen aber auch irgendwie schwer gefallen… Zurück im nasskalten München fühlten sich meine Beine echt schwer an. Lag es daran, dass ich wieder mit Buggy laufe? Oder lag es an der längeren Strecke?

Lauftagebuch Trainingswoche 5, KW 25

Was (Laufeinheiten lt. Trainingsplan):
4 km, 00:36:10, mit Buggy
4 km, 00:35:54, mit Buggy
5 km, 00:42:02, mit Buggy und Herzmann

Wie (fühlten sich die Läufe an):
Viiiiel zu lang und viiiiiil zu schwer. Mal davon abgesehen dass ich viiiiil zu langsam unterwegs war. Puhhhhhhh

Lauftagebuch Trainingswoche 6, KW 26

Was (Laufeinheiten lt. Trainingsplan):
5 km, 00:44:06, mit Buggy
4 km, 00:35:42, mit Buggy
7 km, 00:

Wie (fühlten sich die Läufe an):
Keine Änderung zur Vorwoche.

Lauftagebuch | Trainingsplan 10km, Woche 3+4

Laufen im Sommerurlaub

Das waren mal zwei Trainingswochen! Unterschiedlich wie Tag und Nacht. Den Anfang der dritten Woche habe ich irgendwie versäumt, da wir in den Urlaub gefahren sind. Macht nichts, dachte ich mir, läufste halt ein paar Mal direkt hintereinander am Strand entlang. Von wegen! Direkt nach dem ersten Lauf trat ich in eine Wespe (autsch) und damit war der Rest der Woche gestrichen. Aber ich habe sie einfach gedanklich abgehakt und eine liebe Freundin, die auch die 10 km beim München Marathon laufen möchte, ermunterte mich, die Woche als Regeneration anzusehen (was nach dem letzten 3 km-Lauf ja auch dringend benötigt war… hehe).
Nun, voller Elan ging es dann in Trainingswoche vier. Und was soll ich sagen – es lief sich einfach super! Trotz hoher Temperaturen (24-27°C im Schatten) und asphaltierter Strecke fühlte ich mich prima beim Laufen.

Lauftagebuch Trainingswoche 3, KW 23

Was (Laufeinheiten lt. Trainingsplan):
3 km, ausgefallen
3 km, Küstenstraße, ohne Buggy
4 km, ausgefallen

Wie (fühlten sich die Läufe an):
Mmmh, der eine Lauf fühlte sich gut an und ich war danach richtig euphorisch, weiter in dieser schönen Gegend weiterlaufen zu dürfen. Keine zehn Minuten später saß ich mit schmerzverzerrtem Gesicht und Zähneknirschend im Schatten und hakte diese Laufwoche als Regeneration ab.

Lauftagebuch Trainingswoche 4, KW 24

Was (Laufeinheiten lt. Trainingsplan):
3 km, 00:23:47, ohne Buggy auf der Küstenstraße
3 km, 00:24:36, ohne Buggy auf der Küstenstraße
4 km, 00:31:56, ohne Buggy auf der Küstenstraße

Wie (fühlten sich die Läufe an):
Herrlich! Es lief sich einfach richtig gut. Ich war nicht schnell und ich lief nicht weit, aber das war egal. insgesamt fühlte ich mich einfach wohl beim Laufen – trotz der Wärme! Eigentlich bin ich eher so der Regenläufer. Einziger Wermutstropfen: Ich musste auf Asphalt laufen und hatte nicht die richtigen Laufschuhe dafür dabei. Ab und an zwickte mein linkes Knie (DAS Knie…), aber nicht langfristig und bisher ist auch alles picobello. Es wird sich beim nächsten Trainingslauf in München wohl zeigen, ob die Knie den Asphalt gut vertragen haben.

Schlaf, Baby, schlaf im Familienbett

Baby schläft

Es heißt, dass ein Kleinkind zehn Nächte braucht, um sich an etwas Neues zu gewöhnen – zumindest dauert das Abstillen nach Gordon so lange, bzw. das 10-Nächte-Programm für besseren Schlaf im Familienbett. Minime hat nun seit zehn Nächten nichts mehr zu trinken bekommen in der Nacht. Aber beginnen wir von vorne. 

Minime trinkt schon immer viel nachts. Sehr viel. Als sie noch gestillt wurde, wollte sie stündlich an die Brust in der Nacht. Da fragte ich mich müde, wann das wohl vorbei sein und sie endlich mal länger als zwei Stunden durchschlafen wird. Ich wusste auf einmal, warum Schlafentzug auch als Folter eingesetzt wird. Dann plötzlich stillte Minime sich selbst ab – mit elf Monaten und ohne Vorwarnung. Ich war schockiert, traurig und ein bisschen erleichtert. Jetzt MÜSSEN die Nächte ja besser werden. Minime trank von da an Wasser. Viel Wasser. Sehr viel. Und auch nachts. Da merkte ich das erste Mal, wie viel praktischer Stillen ist – dabei konnte ich fast selbst weiterschlafen. Die Flasche hingegen muss ich ihr reichen und halten und sie dann auch wieder weg legen. Und immer wieder auffüllen, weil eine Flasche natürlich nicht reicht in der Nacht. 

Kurz nach ihrem ersten Geburtstag haben wir das erste mal probiert, sie nach dem  Prinzip von Gordon „abzustillen“, also in ihrem Fall die Wasserflasche abzugewöhnen. Und sind kläglich gescheitert. Sie schrie wie am Spieß. Nach drei Stunden dauergeschrei am Stück gaben wir auf. Dann ist sie eben noch nicht so weit, dachten wir. Und versuchten es ein paar Wochen später noch einmal. Und noch einmal. Ohne Erfolg. Sie ist noch nicht so weit (oder wir), war unser Mantra. Ich sagte mir, dass diese Zeit schnell vorbei gehen wird. Schwups sind sie erwachsen und diese Phase des Schlafmangels wird mir so kurz erscheinen wie ein Wimpernschlag. Werde ich mich später überhaupt daran erinnern? Vielleicht würde ich sie ja sogar vermissen?! Wir wollten Minime zu nichts zwingen. Sie sollte weiterhin die Möglichkeit haben, ihren eigenen Weg zu gehen. 

Doch die Nächte wurden nicht besser. Nachdem sie wieder stündlich, teilweise sogar noch öfter, wach wurde und fast immer eine ganze Flasche Wasser getrunken hat, war ich an einem Punkt, an dem ich jedes Mal fast geweint hätte vor Erschöpfung und Frust. Minime hat nachts bis zu 1,5 Liter getrunken (tagsüber die gleiche Menge) und diese Menge haben die Stoffwindeln natürlich nicht gehalten. Selbst Wegwerfwindeln hielten nicht, so dass ich sie bis zu drei mal nachts wickeln musste. Ich weiß nicht was größer war – der Frust über den Schlafmangel oder den wegwerfwahnsinn der Windeln. Das konnte und wollte ich einfach nicht mehr. Bedürfnisorientiert heißt eben auch, die eigenen Bedürfnisse zu achten und nicht nur die des Kindes. 

Als Minime an einem Samstagabend innerhalb von zwei Stunden schon einen Liter Wasser getrunken hatte, entschieden wir spontan und stillschweigend, dass es reicht. Das war vor zehn Tagen.

Die erste Nacht war verdammt hart. Sie schrie und protestierte und wollte nicht wieder einschlafen. Doch dieses Mal hielten wir durch. Zum Glück ging es in der Nacht irgendwann zu regnen an. Das monotone Geräusch hat Minime beruhigt. Und: Irgendwann schlief sie ein – und vier Stunden durch! Auf die zweite Nacht habe ich mich gedanklich so eingestellt, als würde die erste noch einmal genau so passieren. Doch es wurde überraschend gut! Sie wurde wach, verlangte ihre Flasche, meckerte kurz als sie diese nicht bekam und schlief wieder ein. So in etwa verliefen alle Nächte seitdem. Mal wird sie häufiger wach (wenn scheinbar die Zähne drücken), mal braucht sie einen Moment länger, um wieder einzuschlafen. Aber sie schläft ohne trinken wieder ein. Und: wir brauchen wieder nur eine einzige Windel in der Nacht. Dafür wacht sie schon 5:30 Uhr auf derzeit… tja, man kann eben nicht alles haben…