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Rezension: Artgerecht – das andere Babybuch | Nicola Schmidt

Rezension artgerecht das andere babybuch

Eine liebe Freundin von mir ist derzeit schwanger und befindet sich in der Endphase ihrer Schwangerschaft. Da ich mich selbst geärgert habe, dass ich Bücher zum Thema Attachment Parenting wie „Geborgen wachsen“ oder „Mein kompetentes Baby“ zu spät entdeckt und erst einige Monate nach der Geburt gelesen habe, freute ich mich umso mehr, dass sie das Buch artgerecht – Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen noch während ihrer Schwangerschaft lesen durfte. Und umso mehr freut es mich auch, ihre Sicht (quasi einer Noch-Nicht-Mama) auf das Buch zu präsentieren. Ich selbst werde das Buch wohl auch noch irgendwann lesen und meinen Senf dann hier auch noch dazu abgeben. 🙂

Hier ist sie, ihre Rezension von Artgerecht – das andere Babybuch:

Wenn man sich im Laufe der Schwangerschaft auf die Zeit nach der Geburt vorbereitet, stellt sich unweigerlich die Frage, welche Informationen vorab hilfreich sind und woher man diese bekommt. Als Bücherwurm bevorzuge ich diese Art von Medium gegenüber Infoportalen im Internet. Allerdings hatte ich keine Lust auf mehr als ein oder zwei Bücher. Dem gegenüber steht ein Angebot von hunderten Werken rund um Babys. Keine einfache Aufgabe, eine passende Lektüre zu finden.
Durch einen Artikel bin ich auf das artgerecht – Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen Buch von Nicola Schmidt aufmerksam geworden. Mir hat die Idee dahinter gefallen, dass allgemein die Ur-Bedürfnisse von Babys beschrieben und Möglichkeiten aufgezeigt werden, diese in unserer modernen Welt zu decken. So wurde es mein erstes Baby-Buch und ich habe mich wirklich darauf gefreut, es zu lesen.

Rezension artgerecht das andere babybuch

Die klar strukturierten Kapitel decken Schwangerschaft, Geburt und die Grundbedürfnisse, wie z.B. Essen, Schlafen und Wickeln ab. Der Aufbau folgt meist dem Schema, dass erst betrachtet wird, wie Urvölker mit den entsprechenden Situationen verfahren und wie sich das auf unsere Gesellschaft übertragen lässt. Ergänzt wird das Ganze durch Auszüge aus Studien und Statistiken sowie Zitaten von Lesern. Oft findet sich auch ein Abschnitt für Väter in den Kapiteln, der beschreibt, wie diese aktiv mit einbezogen werden können. Wer konkrete Entwicklungspläne, Tabellen oder andere Hilfsmittel erwartet, ist hier allerdings an der falschen Stelle. Das Buch bietet lediglich Anregungen, seinen eigenen auf das Kind abgestimmten Weg zu finden.

Das Buch ist locker und interessant geschrieben und daher sehr kurzweilig. Ich muss jedoch sagen, dass mir die Kapitel unterschiedlich gut gefallen haben. Ein Negativbeispiel ist für mich das Thema Schlafen. Ich finde es sehr schwarz-weiß betrachtet, denn es wird nur das Familienbett mit einem eigenen Bett im eigenen Zimmer verglichen. Auf Alternativen wie ein Beistellbett bzw. Babybalkon im Elternschlafzimmer wird leider gar nicht eingegangen.
Auch an anderen Stellen finden sich für das Buch eher untypisch starre Aussagen. Beispielsweise deckt die Checkliste für eine artgerechte Erstausstattung nicht nur ab, was man braucht, sondern auch, auf was man verzichten kann. Darunter Bett, Kinderwagen und Wickeltisch. In den jeweiligen Kapiteln wird dem dann widersprochen, da diese Sachen richtig angewandt durchaus Sinn machen können.
Sehr positiv hingegen fand ich das Windelfrei-Kapitel, da es sehr offen mit dem Thema umgeht. Es erklärt, dass „windelfrei“ nicht den kompletten Verzicht auf Windeln bedeutet und zeigt mehrere Wege auf, wie man das Wohlbefinden von Kind, Eltern und Umwelt steigern kann. Ich wünschte, dass alle Kapitel so offen und flexibel gestaltet wären.

In Summe fand ich das Buch sehr interessant. Es hilft mir dabei, an die einzelnen Themen locker ranzugehen und stärkt das Selbstbewusstsein, meinen eigenen Weg zu finden. Ich denke, es ist vor allem während der Schwangerschaft eine gute einführende Lektüre und ideal kombinierbar mit einem vertiefenden Buch zu einem konkreten Thema.

Rezension artgerecht das andere babybuch

*Rezension: Mein kompetentes Baby | Nora Imlau

Rezension kompetentes baby

In den ersten Wochen, nein Monaten, nach der Geburt zweifelte ich an allem. Vor allem an mir. Alles, was ich mir in der Schwangerschaft vorgestellt hatte, fühlte sich in der Umsetzung auf einmal falsch an. Das fing schon im Krankenhaus an. Minime lag nachts strampelnd, zappelnd und wimmernd neben mir im Beistellbett. So ein Beistellbett ist natürlich prima und auch klasse, dass es das im Krankenhaus gibt, aber trotz allem konnte Minime darin nicht schlafen. Und ich neben ihr auch nicht. Zögernd nahm ich sie in der zweiten Nacht zu mir ins Bett. Endlich beruhigte sie sich und schlief tief und fest an mir gekuschelt ein. In meinem Kopf herrschte Chaos. Darf ich das? Was ist, wenn ich einschlafe und sie aus meinem Bett fällt? Was werden die anderen sagen? Bin ich zu weich? Verwöhne ich sie?  Mein Kopf ließ nicht zu, was mein Bauch wollte. Ich war hin und her gerissen. Zwischen dem, was sich gut anfühlte – für mich und für Minime – und dem, was mein Kopf, mein vermeintliches Umfeld mir vorgab. Das betraf fast alle Bereiche: Schlaf(en im Familienbett), Stillen (nach Bedarf), (Stoff-)Windeln, Trage vs. Kinderwagen… Und dann las ich in einem Magazin das allererste Mal von bedürfnisorientierter Erziehung.

Attachment Parenting wie es so schön heisst. (Und dabei hatte ich zu Weihnachten, also zwei Monate VOR der Geburt ein ganz tolles Buch dazu von einer lieben Freundin geschenkt bekommen. (Asche, Haupt und so…) Ich hatte neben Nestbau und Nähen nur keine Zeit gehabt, auch mal darin zu lesen… das wurde natürlich mittlerweile nachgeholt!) Wo war ich? Ach ja, das erste Mal Attachment Parenting. Das war eine Phase ohne Schlaf. Minime wurde pünktlich zur Primetime hellwach, drehte auf, kreischte, zappelte, weinte und schlief dann gegen Mitternacht ein. Es war, als würde sie Nacht für Nacht die Geburt wieder erleben und nach der Geburt, also 0:09 Uhr, einschlafen. In besagtem Artikel wurde u.a. ein Buch zum Babyschlaf empfohlen (Rezension folgt). Das half mir ungemein. Danach musste ein weiteres Buch her zum Thema Bedürfnisorientierter Erziehung. Es wurde „Mein kompetentes Baby: Wie Kinder zeigen, was sie brauchen“ von Nora Imlau (Kösel Verlag).

Rezension: Mein kompetentes Baby

Dies war mein erstes Buch, das ich zum fernen Thema Attachment Parenting gelesen habe (wie hier schon erwähnt, hätte ich das Buch „Geborgen wachsen“ lieber gelesen als erstes Werk). Nora Imlaus Buch lässt sich schnell lesen (was enorm wichtig ist mit Nachwuchs), und ist gut durchdacht. Die Grundlage dieses Buches ist es, dass Babys heutzutage unterschätzt werden. Für alles gibt es Hilfestellungen und Hilfeleistungen. Dabei können Babys alles allein. Sie können schlafen, essen, kacken, ihre Umgebung erkennen. Dieser Ratgeber appelliert an die jungen Eltern, dies zu akzeptieren und sich entsprechend zu verhalten (aka das Baby einfach mal machen lassen). Und nebenbei eine bessere Eltern-Kind-Bindung aufzubauen.

Der Ratgeber führt durch das erste Lebensjahr und die vermeintlichen „schwierigen“ Bereiche Schlaf etc. Die Kernaussage des Buches ist, dass die Babys nicht komplett hilflos auf die Welt kommen. Sie sind kompetent in ALLEM. Wir müssen nur hinsehen und sie verstehen. Das entlastete mich ungemein. Ich muss nicht alles „beibringen“. Wir brauchen nicht xbeliebige „Lern-„Spielzeuge. Ein Baby macht jeden Schritt, wenn es so weit ist und nicht früher oder später.
Alles in allem finde ich diese Aussage toll und sie hat mich auch in meinem Bauchgefühl unterstützt. Man hätte das Buch jedoch auch kürzen können (vielleicht zählt hier aber auch die Wiederholung… das Baby ist kompetent, das Baby ist kompetent…?). Vielleicht las ich das Buch aber auch in einer (für mich) zu stressigen Phase. Genau wie das Buch „Geborgen Wachsen“ sollte ich es einfach mal wieder zur Hand nehmen und darin blättern. Insbesondere in schwierigen Phasen… Mein Bauchgefühl war auf jeden Fall nach diesem Buch schon besänftigt, wobei ich erst nach anderen Büchern so wirklich im Einklang mit ihm war. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch allen empfehlen, die sich fragen, was ihr frisch geborenes Baby eigentlich alles schon kann.

Zur Autorin: Nora Imlau ist dreifache Mutter und Fachjournalistin für Familienthemen.

*Rezension: Geborgen Wachsen | Susanne Mierau

Rezension Geborgen Wachsen

Und plötzlich ist alles anders. Von einer Sekunde auf die nächste sind zwei völlig neue Menschen da: der kleine Wurm und die Mama. Und dazwischen: bedingungslose Liebe. Ich hätte mir das vorher nicht vorstellen können. Mir platzt jetzt noch jedes Mal mein Herz, wenn ich unsere Tochter schlafen sehe, ihr Lachen höre, ihre Fortschritte erlebe. Und die neue Frau, die Mama, die man auf einmal ist (und man manchmal das Gefühl hat, nichts anderes mehr zu sein)? Die muss (s)ich selbst erst einmal noch kennenlernen… ich hätte vorher beispielsweise nie gedacht, eine Tragemama zu werden. Oder in einem Familienbett zu schlafen. Und jetzt könnte ich mir nichts schöneres vorstellen.

Als sich diese neue Person, diese Mama, bei uns Zuhause einschlich, nach und nach überall ausbreitete, kamen immer mehr Fragen auf, bzw. hinterfragte ich mich immer wieder. Mache ich das hier richtig? Warum machen es die anderen anders? Was fühlt sich für unsere kleine Familie gut an? Ich informierte mich also parallel mehr und mehr über alternative Erziehungsstile. Bedürfnisorientiert. Bindungsorientiert. Attachment Parenting. Begriffe, die mir vorher nichts sagten. Einstellungen, mit denen ich mich nicht beschäftigt habe. Aber je näher Minime, die Mama und ich uns kamen, desto häufiger fragte ich mich, ob mir der konventionelle Weg gefällt, oder ob wir nicht etwas anders machen wollen. Ein Beispiel: Minime hasste den Kinderwagen. Sie schrie wie am Spieß darin. Also trugen wir sie. Und dann fiel mir das Buch Geborgen wachsen: Wie Kinder glücklich groß werden und Eltern entspannt bleiben von Susanne Mierau (Kösel Verlag) in die Hände. Leider erst recht spät – ich wünschte, ich hätte das Buch bereits in der Schwangerschaft gefunden!

Rezension Geborgen Wachsen

Rezension zum Buch „Geborgen Wachsen“

Das Buch begleitet einen eigentlich schon durch die Schwangerschaft und wie man dabei bereits eine Bindung zum Nachwuchs aufbauen kann (auch für Väter). Darauf folgt ein Kapitel zur Geburt und zu Babysignalen (aka, wie man das frisch geborene Baby verstehen kann). Das Buch bietet für jedes wichtige Thema eine Hilfestellung – Schlaf, Essen, Erziehen – ganz ohne dogmatisch zu sein und ohne zu belehren. Susanne Mierau schreibt beispielsweise, dass Stillen prima ist für die Bindung zwischen Mutter und Kind, aber dass auch eine Mutter, die vielleicht aus gesundheitlichen Gründen nicht stillen kann, ebenso eine gute Bindung zu ihrem Kind aufbauen kann. Das Buch ist wunderbar geschrieben und liest sich schnell weg. Ich habe es geradezu verschlungen. Und ich habe immer wieder einmal reingeschaut, wenn eine neue Frage aufkam oder es zum Beispiel mit der Beikost für Minime los ging.

Rezension Geborgen wachsen

Die Autorin Susanne Mierau ist dreifache Mutter und schreibt schon seit Jahren den Blog https://geborgen-wachsen.de.

Rezension geborgen wachsen

Rezension* Faszien-Rollmassage

Faszien rollmassage

Als ich 2015 (OMG – wie lange ist das denn jetzt schon wieder her!?) knallhart einen Trainingsplan verfolgte, um meinen ersten (und bisher einzigen) Halbmarathon zu bestreiten, beschäftigte ich mich nach einiger Zeit auch mit dem Thema Faszien. Ich erhielt damals zwei wertvolle Bücher, die ich dir nun nach langer Zeit endlich vorstellen möchte. Das erste ist: „Faszien-Rollmassage. Schmerzfrei von Kopf bis Fuß von Dr. med. Petra Bracht.

Laufen ist ja an und für sich ganz einfach. Aber wenn man nur läuft und nicht auch seine Muskeln und Bänder beachtet, kann es schnell zu Schmerzen und Verletzungen kommen. So ging es auch mir bei der Vorbereitung für den Rennsteig-Halbmarathon. Ich verfolgte meinen Laufplan und dehnte mich ein wenig nach jedem Lauf. Ab und an machte ich auch Lauf-ABC. Aber das war nicht ausreichend und irgendwann schmerzte es im Knie. Was also nun? Aufhören mit dem Training? Keine Wahl. Meine Motivation und Trainingspartnerin in Crime, Vegan and Happy, brachte mich dann auf die Black Roll und die Faszien. Was Faszien genau sind, wurde schon viel erklärt, zum Beispiel hier und hier. Das können die auch viel besser als ich, deswegen will ich das gar nicht versuchen. Fazit aus der ganzen Recherche: Faszien durchziehen den gesamten Körper und können verkleben, beispielsweise bei einseitiger Belastung (wie dem Laufen). Indem man die Faszien richtig massiert „entklebt“ man die Faszien wieder, sie werden geschmeidig und die Schmerzen verschwinden.

Das Buch: Faszien-Rollmassage

Das Buch  „Faszien-Rollmassage. Schmerzfrei von Kopf bis Fuß“ fokussiert keine Schmerzen, die aus dem Sport her resultieren, sondern behandelt viele verbreitete Alltagsschmerzen wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen etc – und wie man diese ohne Medikamente oder OP bearbeiten kann. Durch meine Knieschmerzen beim Laufen, war dies besonders interessant für mich. Das Buch beschreibt zuerst natürlich die Entstehungsgeschichte von Schmerzen und welche Rolle dabei Muskeln, Organe und eben Faszien spielen. Anschließend argumentiert die Autorin, warum die Faszien-Rollmassage mit einem Ball, in Verbindung mit einer Wärmebehandlung, genau das Richtige ist, um diese Schmerzen zu therapieren.

Faszien rollmassage

Zu den Schmerzen in den verschiedenen Körperregionen, wie beispielsweise Gesicht, Arme, Beine, unterer Rücken etc. werden verschiedene Übungen detailliert mit Bildern und Anleitungen vorgestellt – es gibt auch eine DVD mit kurzen Filmen zu den Anleitungen. Zusätzlich gibt es noch „Schmerzfrei-Übungen“ – Dehnübungen, mit denen man ohne Faszienball die Schmerzen behandeln können soll.

Mein Fazit: Man erhält mit diesem Buch einen kompetenten Überblick, was Faszien sind und wie ihre „Bearbeitung“ bei der Linderung von manchen Schmerzen helfen können. Für die Faszienmassage bei Läufer-Problemen, wurde ich dann eher im Internet fündig – auch meine Knieschmerzen konnte ich mit regelmäßigem (schmerzhaftem) Ausrollen meiner Beinseiten bewältigen.

*Das Buch wurde mich freundlicher Weise vom Random House Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Meine Bewertung darüber hat dies in keinster Weise beeinflusst. 

*Buchrezension* Liebe auf den zweiten Blick … Die vegane Kochschule

vegane kochschule

Hust hust, ähm ja, es ist schon echt einige Zeit her, seit ich das Kochbuch von Sebastian Copien angekündigt habe und es tut mir wirklich wahnsinnig leid, dass ich die Rezension erst jetzt veröffentliche. Dabei ist das Buch sooo toll! Und mein Beitrag eigentlich auch schon seit Wochen fertig, aber dann war da dieses Fest, das zuerst zu planen und natürlich letztendlich zu feiern war, und dieser Halbmarathon und das Training dafür und die Läufe danach und dann, jetzt vor ein paar Wochen meine Tollpatschigkeit beim Canyoning… Aber ich möchte euch das Buch nicht länger vorenthalten:

Auf den ersten Blick sieht das neue Werk, „Die vegane Kochschule“ von Sebastian Copien aus wie alle anderen veganen Kochbücher – ein hübsches, schönes, veganes Kochbuch eben. Auf den zweiten, dritten, vierten, fünften… Blick verliebt man sich immer mehr in dieses Buch, denn es offenbart beim Duchblättern, Lesen, Lernen und natürlich nicht zuletzt beim Kochen seine ganzen Feinheiten. Warum? Das möchte ich zumindest versuchen, zu erklären.

Auf den zweiten Blick schon wird deutlich, dass der Anspruch an dieses Buch von seinem Autor höher ist als bei manch anderen seiner Art – der Buchumschlag ist ein sehr hochwertiger Druck und schon allein damit zeigt sich (für mich), dass hier nachgedacht wurde (und dass man für den Preis von 29,99 Euro etwas erwarten kann).

Wer aber ist der Autor? Hat er ein Restaurant? Fährt er als Veganer Porsche mit Ledersitzen oder verkleidet sich als Gangster? Weder noch. Man hört eigentlich kaum etwas von diesem sympatischen Koch. Hier in München hat er eine Showküche, in der er zu Kochkursen und Seminaren für die pflanzliche Küche einlädt. Vegan_and_happy hatte bereits das Glück, an einem dieser Kochkurse teilzunehmen und war begeistert: Sebastian Copien ist kein penetranter Veganer, der Nicht-Veganer missionieren möchte. Deswegen würde sie auch jederzeit wieder einen Kochkurs von ihm besuchen. Er ist zudem auch noch total sympatisch – leider musste sie am Ende des Kurses erfahren, dass er schon vergeben ist: „einen veganen Koch als Freund, der dann auch noch selbst anbaut, kann nie verkeht sein…“ Zumindest bleibt uns allen sein Kochbuch und ich selbst werde auch in absehbarer Zeit endlich einen seiner Kochkurse erleben dürfen! 😀

In seinem neuen Kochbuch hat er nicht nur über 200 saisonale Rezepte verpackt, sondern auch ganz ganz ganz viele Tipps zum veganen Kochen gegeben – deswegen natürlich auch der Buchtitel „Kochschule“. Und diesem Titel wird das Buch allemal gerecht. Ich wusste zunächst gar nicht, wo ich anfangen soll. Am liebsten hätte ich alles gleichzeitig in mich aufgesogen. Das Buch beginnt mit einer ausführlichen Warenkunde und Küchenpraxis (gute 50 Seiten). Hier kann man lernen, wie man welche Lebensmittel lagert, haltbar macht oder welche Grundausstattung man als Veganer haben sollte. Einiges weiß ein langjähriger Veganer vielleicht schon, aber ich hab viel Neues erfahren und mit tut es auch immer wieder gut, an manche Sachen erinnert zu werden.

Im Anschluss folgen Basic-Rezepte, also Saucen, Klassiker, Frühstücksmöglichkeiten etc. Und hier habe ich schon mein Herz das drittte Mal vergeben. Die Saucen sind sooo lecker! Als erstes hatte ich mich an der Sauce Hollandaise probiert – ich muss zugeben, den allerersten Versuch habe ich noch ziemlich „geschummelt“, denn ich hatte gefühlt nur die Hälfte der Zutaten zuhause und nur ein Drittel der notwendigen Schritte befolgt. Die Herstellung der Sauce kam mir einfach zu aufwendig vor (man braucht sogar eine Sauteuse dazu…). Aber dann dachte ich mir, dass ich eigentlich noch nie eine „richtige“ Sauce zubereitet habe und versuchte es erneut (okay, die hilfreichen Tipps von Sebastian Copien himself via Instagram und Facebook haben mich auch dazu bewegt!). Und wie gesagt – ich bin begeistert!

Nach den Basics folgt der Hauptteil, das Herzstück des Buches – 120 Seiten mit Rezepten, geordnet nach den Jahreszeiten. Die wunderschönen Bilder wurden übrigens vom Fotografen Hansi Heckmair gemacht und lassen einem das Wasser im Mund zerfließen…

 

Jedes Kapitel wird eingeführt mit Wissenswertem zu wichtigen Gemüse- oder Obstsorten aus der jeweiligen Jahreszeit. So werden im Frühling natürlich Spargel und Bärlauch und im Sommer Zucchini und Gurke vorgestellt. Dazu gibt es beispielsweise im Sommer Rezepte für den Biergarten und die Grillparty. Summasumarum: Dieser Kauf lohnt sich auf alle Fälle! Bei allen Rezepten bin ich bisher nicht enttäuscht worden. Manche klingen beim ersten Lesen aufwendig, teils sind viele Zutaten notwendig, aber am Ende kommt immer etwas sehr leckeres heraus!

Fazit: Absolute Kaufempfehlung (oder Tipp für ein Geschenk) von mir!!!