Sport in der Schwangerschaft – Teil 2

Sport in der Schwangerschaft

Wie im ersten Teil über Sport in der Schwangerschaft bereits berichtet, habe ich mit positivem Schwangerschaftstest meine Sportschuhe nicht an den Nagel gehangen. Zwar habe ich meinen Plan, im Jahr 2016 meinen zweiten Halbmarathon zu absolvieren, auf später verschoben, aber: Sport in der Schwangerschaft geht! Denn trotz Schwangerschaft und wachsendem Kugelbauch kann man sportlich gut aktiv bleiben und tut dadurch auch etwas für sich. Und davon möchte ich dir heute weiter berichten.

Die ersten 13 Wochen war bei mir allerdings kaum an Sport zu denken – da hatte mich die Schwangerschaftsübelkeit gut im Griff. Und leider bleib sie nicht nur morgens… Ab SSW 14 ging es mir aber schlagartig besser und so habe ich bis SSW 33 zwei bis drei Mal die Woche Sport machen können: Zum Schluss vor allem Cardio und Barre Workouts. Anschließend wäre Barre zwar körperlich noch möglich gewesen, aber ich habe meine Mitgliedschaft im Studio dann pausiert und hatte vor, ab dann regelmäßig zu Schwimmen und zum Schwangerschaftsyoga zu gehen – schließlich begann dann auch der Mutterschutz, so dass ich Zeit hätte, tagsüber das leere Hallenbad zu genießen…

Cardio Workout in der Schwangerschaft

Klar, mit den gängigen Cardio-Kursen, die viele Burpees und Jumpingjacks enthalten, war relativ schnell Schicht im Schacht für mich. Aber ich fand einen fordernden, aber nicht zu intensiven Kurs (Step), den ich noch gut mitmachen konnte. Wenn gehüpft oder gesprungen wurde, machte ich die Übung einfach „gehend“ oder wenn es zu intensiv wurde reduzierte ich die Intensität oder die Wiederholungen der Übungen. Endgültig Schluss war dann Mitte Dezember – aber nicht, weil ich nicht mehr mithalten konnte, sondern weil ich in der Umkleide extreme Probleme hatte, meine Turnschuhe zuzuschnüren. Da dachte ich mir, dass dies wohl meine letzte Cardio-Einheit sein würde und habe sie entsprechend genossen.

Schwimmen in der Schwangerschaft

Schwimmen in der SchwangerschaftMit dem Mutterschutz wollte ich eigentlich regelmäßig schwimmen gehen – schließlich wird das Becken ja tagsüber schön leer sein, dachte ich mir. Aber da hatte ich falsch gedacht. Die Rentner besiedeln tagsüber die Schwimmbecken der Stadt und machen sich dort ordentlich breit (ich sag nur schwatzend nebeneinander schwimmen und keinen Platz machen – Dankeschön!). Aber da Schwimmen tatsächlich gut tut, fand ich ein kurzes Zeitloch am Tag (in meinem Hallenbad war das 11 Uhr), an dem ich meist eine Bahn fast komplett für mich allein hatte. Vor allem genoss ich die Schwerelosigkeit im Wasser. Wirklich hart ist dann nur, wenn dich nach dieser Schwerelosigkeit mit jedem Schritt aus dem Wasser das Gewicht der Kugel wieder einholt und gefühlt doppelt so schwer ist… In der allerletzten Schwangerschaftswoche riet mir meine Ärztin allerdings vom Schwimmen ab, da sie Bedenken hatte, dass mir jemand unter Wasser gegen den Bauch treten könne. Und auch der Herzmann war besorgt (er fürchtete, ich würde auf dem Weg zum Becken ausrutschen – obwohl ich ja tolle Adiletten habe). Mir selbst war es am Ende tatsächlich auch etwas unangenehm schwimmen zu gehen – was passiert, wenn meine Fruchtblase beim Schwimmen platzt?

Yoga in der Schwangerschaft

Ganz zu Beginn der Schwangerschaft besuchte ich einen normalen Yogakurs und merkte dabei ganz schnell, dass mir das gar nicht gut tut. Ein spezieller Schwangerschafts-Yoga-Kurs musste also her. Aber erst einmal war ich noch mit Laufen, Barre und Cardio sowieso gut „versorgt“. Erst mit dem Pausieren meines Studiovertrages zum Ende der Schwangerschaft suchte ich mir Möglichkeiten für Schwangerschaftsyoga. Zuhause konnte ich den Vinyasa Flow für Schwangere bei yogaeasy sehr gut mitmachen. Dazu gibt es hier in München einige Studios, die spezielle Kurse für Schwangere anbieten. Ich besuchte dann einige Kurse bei Yoga Mami & Me. Bei Beginn des ersten Kurses dachte ich mir zunächst „Das ist doch hier kein Sport“ – aber ziemlich schnell ging mir dann doch die Puste aus und ich war froh über die sanften Dehnungen und langsamen Kräftigungsübungen. Und tatsächlich genoss ich auch die Entspannung und die Ruhe. Zudem gibt es viele Übungen im Yoga, die bei der Geburt hilfreich sein sollen – um das Becken zu öffnen beispielsweise.

Sport in der Schwangerschaft – mein Fazit

Heute, sechs Wochen nach Geburt kann ich euch endlich mein Fazit mitteilen: Nämlich, dass mir der Sport in der Schwangerschaft insgesamt sehr gut getan hat. Ich fühlte mich fast die gesamte Zeit über recht fit und konnte mobil sein. Ich hatte keine Rückenschmerzen, kein Ischias, kein Schwangerschaftsdiabetes, keine größeren Verdauungsprobleme, keine Schwangerschaftsstreifen und erst ganz am Ende etwas Wasser in den Beinen. Dazu soll es ja auch heißen, dass die Geburt leichter fallen soll. Nun, ich habe ja keinen Vergleichswert, aber ich bin „zufrieden“ mit der Geburt (wenn man so etwas sagen kann…). Nach fünfeinhalb Stunden war das Würmchen da – das ist doch eine passable Marathonzeit oder? 😉 Ob das alles nun am Sport liegt, an meinen Genen oder der veganen Ernährung kann ich natürlich nicht sagen, aber ich denke, dass Sport bzw. eine aktive Schwangerschaft jedenfalls nicht schaden kann. Es war zwar etwas nervig, einige Kommentare immer mal wieder zu hören – so sagte beispielsweise eine (ältere) Nachbarin, dass das Kind ein Schreikind werden würde, als ich vom Laufen nach Hause kam. Ähm ja, nee is klar. Den Zusammenhang muss mir mal noch einer erklären… Auf solche Kommentare habe ich eigentlich immer nur so reagiert, dass es mit meinem Frauenarzt abgesprochen ist und ich natürlich nur so lange Sport mache, wie es mir und dem Baby gut geht. Fertig. Keine Diskussionen an die Backe nageln lassen 😉

Jetzt geht es weiter für mich mit der Rückbildungsgymnastik und dann schaue ich mal, wie weit ich sportlich mit Baby aktiv bleiben kann… Ich werde auf jeden Fall berichten :-)

Bitte beachte: Dies sind meine persönlichen Erfahrungen. Solltest du schwanger sein und sportlich aktiv bleiben oder werden, spreche bitte zuerst mit deinen Ärzten! 

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