Kategorie: momlife

Lauflernschuhe im Vergleich: elefanten vs. Filii

Lauflernschuhe im Vergleich

Was muss man nicht alles überlegen, wenn man ein Kleinkind groß zieht. Fragen, über die ich mir bisher nie Gedanken gemacht hatte, fallen auf einmal über einen her. Entscheidungen muss man treffen – sei es bei der Windelmarke angefangen, über die Pflegemarke bis hin zu den Füßen: Schuhe. Lauflernschuhe. Dass es solche Schuhe gibt, wusste ich nicht einmal. Die einen sagen, dass man UNBEDINGT Lauflernschuhe dem Kind geben soll für die ersten unsicheren Schritte und die andere Fraktion schwört darauf, dass das Kind UNBEDINGT so lange wie möglich barfuß laufen sollt. Ja, welche Seite hat denn nun Recht? Wie schütze ich meine Tochter am besten vor späteren Fehlstellungen im Fuß (Plattfuß von der Mama ist hoffentlich nicht vererblich…).
Barfuß fand ich aus dem Bauch heraus am besten. Das ist im Sommer auch ganz toll (auf einer Wiese, aber nicht in der Stadt…), aber im Herbst-Winter ist das eher suboptimal… Also haben wir uns für beides Entschieden und untersuchen Lauflernschuhe im Verlgeich: Barfuß-Schuhe vs. „richtige“ Lauflernschuhe: elefanten vs. Filii.

90 Jahre elefanten

Wir konnten durch ein Projekt die neuen Lauflernschuhe von elefanten testen. Die Marke gibt es mittlerweile seit 90 Jahren und ich muss zugeben, ich habe mich in den kleinen Elefanten, der jedes Paar begleitet, verliebt. elefanten hat ein eigenes Messsystem entwickelt, das sogenannte WMS (Weiten-Maß-System). Danach wird die Ballenweite und die Fußlänge gemessen und mit diesen Werten die richtige Schuhgröße ermittelt. Dies soll dafür sorgen, dass elefanten Schuhe kleinen Füßen immer den nötigen Halt und festen Tritt bieten – und diese sich gesund entwickeln können. Sehr praktisch war für mich der Tipp, einfach die Sohle aus dem Schuh heraus zu nehmen und das Kind drauf zu stellen. So sieht man viel besser, ob der Schuh bereits zu klein ist oder die Zehen noch Luft haben.
Ich habe die Füße von Minime etwas falsch ermittelt und so eine Nummer zu groß erhalten. Aber: Das macht nichts. Denn die erhaltenen Lauflern-Boots sind weich gepolstert und warm gefüttert. Also genau das richtige für die kommende nass-kalte Saison. Zudem haben die Boots ein gutes Profil und sind also genau richtig für das künftige Matschwetter. Die profilierte Sohle der Lauflerner soll die Kinder außerdem zusätzlich bei ihren ersten Schritten unterstützen: Eine Abrollspitze schützt die kleinen Zehen und beugt der Abnutzung des Materials am besonders aktiven Vorderfuß vor. Die beweglichen Sohlen mit extra Flexzonen sorgen dabei scheinbar für Beweglichkeit und Rutschfestigkeit auf verschiedensten Untergründen.
Einziger Wermutstropfen: Sie sind aus Leder, was mein Veganherz natürlich bluten lässt. Aber ich musste bereits bei Minime’s ersten Schuhen feststellen, dass es bei Kinderschuhen (Krabbelschuhe) verdammt viele Leder-Varianten und verdammt wenig Leder-freie Schuhe gibt. Warum ist das eigentlich so?

Lauflernschuhe im Vergleich elefanten

elefanten Lauflernschuhe

Filii Barfußschuhe

Barfußschuhe sollen vor allem das Barfußgehen nachempfinden. So sollen die Gelenke geschont werden, man erhält eine bessere Balancefähigkeit und unterstützt die Stärkung der Fußmuskulatur und Sehnen. Die Durchblutung wird angeregt und die Sensomotorik gestärkt. Filii nutzt übrigens auch das WMS System – als einziger Barfußschuhhersteller. Toll finde ich, dass es bei Filii eben auch vegane Schuhe gibt – die nicht nur Hausschuhe sind. So eben auch die Lauflernschuhe von Minime, mit denen Sie durch den Spätsommer und Frühherbst geflitzt ist. Sie kann in den Schuhen laufen, klettern, springen, rutschen, Laufrad fahren… eben alles normal machen. Das könnte sie bestimmt auch in anderen Schuhen, aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass Sachen wie Klettern zb durch die biegsamen Filiis besser funktionieren, als mit anderen Schuhen. Die Sohle ist weich und flexibel und macht so die natürliche Abrollfunktion möglich. Die Schuhe von Filii haben keinen schrägen Fersenabsatz oder Fersenerhöhung und dadurch erhält der Körper seine natürliche und gesunde Haltung – ohne Beckenneigung – und das Gewicht verteilt sich ideal im Fuß. Auch gibt es bei Filii keine Stützfunktionen oder Polster (mir wohlbekannt bei den Laufschuhen). Das soll spätere Fehlstellungen vermeiden.

Lauflernschuhe im Vergleich Barfußschuhe Filiis

Barfußschuhe Filiis in Aktion

elefanten vs. Filii – der Vergleich

Lauflernschuhe im Vergleich. Barfuß vs. Lauflerner. Beide Schuhe nennen sich übrigens Lauflerner. Beide Schuhe sind rot. Beide Schuhe sind wasserdicht. In beide hat Minime sich sofort verliebt (da ist sie wohl typisch Mädchen).
Im Vergleich zu den Filii-Barfußschuhen, sind die elefanten-Boots sehr steif und stabil. Die Sohle ist viel dicker, hat ein tieferes Profil und ist deswegen wohl nur wenig biegsam. Das ist für das nass-kalte-Herbstwetter aber auch gut so, finde ich. Durch das WMS-System sollen die elefanten-Schuhe trotzdem die nötige Flexibilität bieten, die eine gesunde und natürliche Abrollbewegung braucht. Das kann ich nur glauben, denn richtig sehen kann man das in den Schuhen natürlich nicht. Minime läuft in beiden Schuhen aber gleich gut und gleich gerne (wenn man das so sagen kann). Die halbhohen Filiis haben einen elastischen Gummizug und sind somit schnell verschlossen – genauso wie der Klettverschluss der elefanten Schuhe.
Die Filii-Barfußschuhe sind total biegsam und leicht. Die Sohle ist dünn, hat aber trotzdem auch Profil. Vom Bauchgefühl her würde ich sagen, dass Minime mit diesen Schuhen die natürlichere Abrollbewegung durchführen kann.
Beide Schuhe sind leicht gefüttert und wasserfest, mir kommen die elefanten-Schuhe aber etwas wärmer vor.
Für den warmen, trockenen Sommer war das ideal. Für den nassen Herbst werden wir jetzt verstärkt auf die elefanten-Schuhe umsteigen.

Der Ernst des Lebens, Eingewöhnung 2.0

im Strohlabyrinth

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens. Komisch, das gleiche habe ich zu Beginn der Eingewöhnung gedacht. Und jetzt noch einmal. Wir sind jetzt am Ende der vierten Woche angekommen. Minime hat bereits anderthalb mal in der Kita geschlafen. Das eine Mal zähle ich nur halb, weil sie beim Einschlafen die Würstchensuppe (mehr dazu später) ausgekotzt hat. *schulterzucken*  Einen Tag später, hat sie bereits 45 Minuten Mittagsschlaf gemacht. Sie müsse sich wohl noch an den Lärm der Kindergartenkinder im Raum nebenan gewöhnen. Da bin ich optimistisch. Seit dem Sommer wird neben unserem Wohnhaus ein Neubau aus dem Boden gestampft. Ich habe das Gefühl, dass die Bauarbeiter mit Vorliebe zur Mittagszeit die lautesten Arbeiten verrichten… Wie dem auch sei, bei diesem Lärm konnte Minime auch ihren Mittagsschlaf abhalten.

Nachdem die erste Woche so rasend schnell vorbei war, ging es in der zweiten Woche nahtlos weiter. Dann kam der Wechsel. Da ich ab dem 1. Oktober wieder als working mom unterwegs sein musste, musste der Hermann ran und hat zwei Wochen Urlaub genommen – mit Option auf Verlängerung, falls die Eingewöhnung länger dauert. Und ganz ehrlich. Ich habe nie und nimmer damit gerechnet, dass wir „nur“ vier Wochen brauchen. Ich hab mehr an die sechs Wochen und aufwärts geglaubt… Aber Minime scheint sich in der Kita wohl zu fühlen (vor allem wenn sie im Flur umher flitzen oder im Garten spielen kann). Der Abschied zuhause von mir war herzzerreissend. Minime klammerte sich an mich und weinte jeden Morgen für ein paar Tage. Das Gleiche dann noch einmal beim Abschied von Papa in der Kita. Zwei Abschiede in so kurzer Zeit muss man ja auch erst einmal weg stecken. Wir haben fest gestellt, dass sie es besser aufnimmt, wenn wir die Verabschiedung langsam machen, mit dem Ritual dass wir uns zuwinken. Und jetzt, in Woche vier, läuft Minime schon allein in den Raum zu ihrer Betreuerin.

Die Eingewöhnung lief also überraschend gut bisher. Und: Es gab keine weiteren (Beiss-) Zwischenfälle. Zumindest wurde mir nichts erzählt. Und was ich nicht weiß… Was ich allerdings weiß, ist, dass Minime bereits Fisch gegessen hat. Ich hätte fast geheult, als ich das gehört habe. Da bespricht man mehrfach mit den Leuten der Kita, ob es Alternativen zu Fleisch und Fisch geben wird und dann das. Es sind ja gute Fette, versuche ich mir zu sagen. Auf jeden Fall geben wir für Minime jetzt immer „Ersatz“ mit, also Tofuwienerle für die Suppe oder einen Bratling aus Bohnen oder Tofu als Fleischersatz. Mal schauen wie das funktioniert. Morgen ist der letzte Tag der Eingewöhnung und der erste Tag, an dem Minime sieben Stunden in der Kita bleibt. Der Herzmann wird ab Montag wieder arbeiten. (Obwohl er gern zwei Tage Urlaub nehmen würde, um sich mal auszuschlafen… ha ha). Optional kann ich Minime auch nach sechs Stunden schon abholen, sollte es noch nicht mit den sieben klappen. Aber wir sind optimistisch. Auch wenn das schlechte Gewissen ganz tief im Nacken sitzt…

Breifreibaby Avocadopasta – auch für Erwachsene lecker

Avocadopasta für erwachsene und als babyleid weaning mahlzeit

Minime liebt Avocado. Ich auch. Wie gut, dass ich Minime so gern hab, so teile ich morgens auch liebend gern meine Avocado mit ihr. Oder die Avocadopasta. Die ist super schnell gemacht, schmeckt hervorragend und ist auch für Babys geeignet, die sich mit Fingerfood probieren, wie beim Babyled-Weaning. Einziger Nachteil: Man braucht halt reife Avocados. Und das ist nicht immer so leicht… Ich versuche immer, mir eine nicht ganz so reife Avocado zu nehmen und lasse sie daheim noch ein paar Tage liegen. Wenn der Knubbel oben wackelt, sollte sie reif sein. Ist sie dann endlich essreif, aber ich kann sie gerade nicht essen, kommt sie für einen Tag in den Kühlschrank.

Pasta + Avocado? Avocadopasta!

Zurück zur Avocadopasta. Das Rezept ist wirklich super simpel. Und kann nach belieben variiert werden! Einfach die Lieblingspasta kochen (bei Minime sind das vor allem Fussili, weil sie die gut greifen kann als Baby) und nebenbei Avocado zermatschen (oder pürieren). Wer mag, kann das ganze noch mit Gemüse oder Kräutern pimpen – fertig ist die Avocadopasta!

avocadopasta mit Bohnen und Tomaten

Avocadopasta – mit frischen Tomaten, Kidneybohnen und Mais kamen noch jede Menge Proteine zum Gericht. Getoppt wurde das ganze mit Sesamkörnern.

P.S.: Avocados sind natürlich tolle Früchte – sie ist reich an einfach ungesättigten Fetten (also die guten Fette, und senkt deswegen den Cholesterinspiegel), enthält jede Menge Vitamine (A, D, E und K), Carotinoide, Biotin, Folsäure, Kalzium und alle wichtigen Aminosäuren. Puh! Superfrucht schlechthin. Die meisten werden allerdings (noch) aus Südamerika importiert. Es wachsen zwar auch welche in Europa (beispielsweise auf der Kanaren-Insel La Palma), aber die finden den Weg nicht in unsere Supermärkte hier in Deutschland. Also sollte einem auch bewusst sein, dass die Avocado, die wir essen, einen sehr langen Weg hinter sich hat. Dazu kommt, dass der Anbau nicht gerade klimafreundlich ist – für ein Kilo Avocados werden 1.000 Liter Wasser benötigt. Und obwohl Avocados so super gesund sind, sollte man sie aus Nachhaltigkeitsgründen nicht täglich konsumieren… Hier steht übrigens noch mehr dazu.

Avocado-Pasta

Wer liebt sie nicht, die Avocado? Zusammen mit Pasta eine einfache, schnelle und unschlagbare Kombination - und so vielfältig zu variieren! Und: sogar für BLW geeignet ist dieses Gericht. 

Zubereitungszeit 15 Minuten
Portionen 1 Person + Baby

Zutaten

  • 150 g Pasta
  • 1/2 Stück Avocado
  • 1/2 Stück Limette
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL Sesamkörner

Nach Belieben hinzuzufügen kann man

  • 2-3 kleine Tomaten
  • Kidneybohnen
  • Koriander
  • Schnittlauch

Anleitungen

  1. Nudeln nach Gebrauchsanweisung kochen.

  2. In der Zwischenzeit die Avocado schälen und das Fruchtfleisch mit dem Saft der Limette pürieren.

  3. Wenn die Nudeln gekocht sind, abgießen und mit der Avocadomasse vermengen. Für BLW ist die Avocadopasta nun fertig. Das Ganze mit Sesamkörner bestreuen. Für sich selbst kann man noch Salz und Pfeffer nach Belieben hinzu tun. 

Soulfood bei Regen: Pancakes vegan

pancakes vegan

Was macht man an einem verregneten Sonntag, wenn das schnupfnäsige Kleinkind schon 6 Uhr wach ist? Richtig, man macht Pancakes vegan. Und dieses Rezept ist sogar Kleinkindgeeignet, da kaum Zucker drin ist. So kann man diese Pancakes auch herzhaft genießen – mal so nebenbei gesagt… Wir lieben diese Pancakes mit viel frischem Obst, Marmelade und Schokolade (die Minime natürlich noch nicht genießen darf…).

Diese Pancakes eignen sich übrigens auch mit selbstgemachten Apfelmus für Babyled-Weaning. Dazu kann man die fertigen Pancakes in Streifen schneiden, die eine Babyhand gut greifen kann. Sie sind schön weich und fluffig und lassen sich im Babymund prima zermatschen.  Wobei ich dazu sagen muss, dass es auch eine ganz schöne Sauerei geben kann… Aber das ist BLW ja meistens.
Minime beisst mittlerweile übrigens gern genau einmal in die Mitte des Pancakes rein und nimmt sich dann den nächsten. Irgendwas scheinen wir da wohl falsch gemacht zu haben… Wie dem auch sei, hier folgt mein Rezept für Pancakes vegan. Ursprünglich habe ich es von einer Freundin, die viel Zeit in den USA verbracht hat. Wir haben uns einmal, als sie wieder in der Heimat war, getroffen und sie hat extra ein Rezept für Pancakes vegan recherchiert. Das liegt nun schon einige Jahre zurück, doch das Rezept nehme ich immer wieder gerne:

Pancakes vegan

Vegane Pancakes, leicht gemacht und ohne viel Zucker. Diese Zutaten hast du bestimmt alle Zuhause! 

Vorbereitungszeit 5 Minuten
Zubereitungszeit 10 Minuten
Arbeitszeit 15 Minuten
Portionen 4

Zutaten

  • 2,5 cups Mehl
  • 2 tbs Zucker
  • 2 tbs Backpulver
  • 1 tbs Öl
  • 1 tsp Salz
  • 2,5 cups Mandeldrink alternativ Sojamilch, Hafermilch etc.

Anleitungen

  1. Alle Zutaten in einer Schüssel verquirlen. Den Teig 5-10 Minuten ruhen lassen. Anschließend noch einmal vorsichtig umschlagen, dann weitere 5 Minuten ruhen lassen. 

  2. Eine Pfanne erwärmen und mit Öl ausstreichen. Nun den Teig portionsweise in die Pfanne geben und langsam backen lassen. Wer mag, kann auch schon Beeren oder dünn geschnittenen Apfel in den Teig geben. 

 

Bis(s) zur Kita – unsere Eingewöhnung 1.0

kita eingewöhnung

Am letzten Tag unserer ersten Woche bei der Eingewöhnung in die Kita ist es passiert. Kurz bevor wir gehen wollten. Minime wollte ihre Schuhe anziehen. Ich nahm sie ihr weg. Sie wurde wütend. In dem Moment kam ein Junge aus ihrer Gruppe vorbei, nennen wir ihn Klaus*, und sie biss ihre Wut in seine Schulter. Zum Glück nicht doll. Zum Glück hatte Klaus zwei Shirts an. Man sah nicht einmal Bissspuren. „Klaus hat früher auch gebissen,“ sagte Stefanie, die Erzieherin von Minime, dazu. Ein kurzer Gedanke blitzte in mir auf – Irgendwann trifft es auch Minime – leider oder Karma?

Aber fangen wir von vorne an. Ich muss zugeben, ich war vor Beginn der Eingewöhnung in die Kita schon ziemlich nervös. Auch wenn ich es nicht zugeben möchte und mir selbst auch gar nicht eingestehen wollte. Minime wird bedürfnisorientiert erzogen. Sie schläft bei uns immer noch im Familienbett (zwar in ihrem Beistellbett neben unserem, aber ohne Trennung dazwischen). Wir waren noch nie länger als etwa zwei Stunden voneinander getrennt, Minime und ich. Vor allem wurde sie noch nie „fremdbetreut“. Selbst wenn meine Mama, also ihre Oma, mit ihr von Hund zu Katze zieht, fragt sie ab und an nach mir. Selbst wenn ihr Papa mit ihr tobt, während ich eine Runde laufen gehe, fragt sie nach mir. Was würde bei einer fremden Person passieren? Eigentlich ist Minime zum Glück ein offener kleiner Mensch und kaum ängstlich. Sie schließt schnell Kontakt und geht auch rasch Bindungen zu Menschen, die sie mag, ein. Wie das Ganze bei einer längeren Zeit funktioniert, wenn wir getrennt sind, weiß ich allerdings nicht. Aber das wird diese Eingewöhnung ja zeigen.

Fremdbetreut, Eingewöhnung nach Berliner Modell

Fremdbetreut. Das Wort ist schon unschön. Da freut man sich doch auch gar nicht drauf oder? Unsere Eingewöhnung folgt dem sogenannten Berliner Modell. Mama oder Papa sind also anfangs mit in der Kita, schauen sich den Alltag an, lernen mit dem Kind die Kita, die Gruppe, die Erzieher/innen kennen. Frühestens nach einer Woche kommt die erste, kurze Trennung von dem Elternteil. Verläuft sie positiv, wird die Zeit, die Kind und Mama (oder Papa) getrennt sind, sukzessive verlängert. Die Entwöhnung findet also langsam und Kindbestimmt statt. Klingt dann doch wieder ganz gut, oder? Aber. Mein. Baby. Getrennt. Von. Mir.!?! Puh. Okay, ich könnte mal wieder allein und in Ruhe – und erwähnte ich schon allein – aufs Klo gehen… Aber wenn ich ganz ehrlich bin, macht mir vor allem Minime’s derzeitiges Beiss– und Hauverhalten Angst und Bange. Was, wenn sie andere Kinder aus ihrer Gruppe beisst? Und warum verdammt noch mal macht sie das überhaupt? Ja, ich frage mich das trotzdem immer noch. Auch wenn ich weiß, dass es eine Art der Kommunikation ist. Frust ablassen. Abwehren. Liebe zeigen. Ich kann das theoretisch gut verstehen. Trotzdem finde ich es extrem schwer zu tragen gerade. Vielleicht (wahrscheinlich) fehlt mir einfach nur die Leichtigkeit einer Mehrfachmama (haha).
Nun, Minime ist jetzt genau 19 Monate alt. Ich denke, es ist ein gutes Alter für sie, in die Kita zu kommen und dort in einer Gruppe mit älteren und jüngeren Kleinkindern neue Erfahrungen zu sammeln und sich weiterzuentwickeln. Das Beissen ist nur eine Phase. Es wird aufhören. Und ausserdem muss ich auch mal wieder etwas Gescheites tun. In einer Woche geht es für mich zurück ins Büro. Elternteilzeit mit 20 Wochenstunden. Aber ich schweife ab. Zwei Wochen werde ich Minime bei der Eingewöhnung begleiten. Dann wird der Herzmann übernehmen (müssen).

Die erste Woche: Kennenlernen der Gruppe

Die erste Woche, vor allem aber der erste Tag in der Kita, ist rasend schnell vergangen. Montag waren wir eine Stunde in der Kita. Ankommen, Hallo sagen, Morgenkreis, Frühstück, Zähne putzen und schon wieder nach Hause. Dienstag war es ähnlich: Ankommen, etwas spielen, Frühstück, Zähne putzen, Morgenkreis und wieder etwas spielen, dann nach Hause. Die Zeit, die wir in der Kita verbrachten, wurde langsam bis auf fast drei Stunden am Freitag verlängert. Minime fühlt sich in der Kita wohl. Sie entdeckt das Zimmer, spielt mit dem Spielzeug und nahm auch schon leichten Kontakt mit Stefanie auf. Allerdings sollte ICH ihr das Buch vorlesen und niemand anders.
Es sind derzeit neun Kinder in Minime’s Gruppe. Sie ist eins der Jüngsten. Mit ihr werden aktuell noch drei weitere Kinder eingewöhnt: Lydia, die seit drei Wochen eingewöhnt wird und sich immer noch jedes mal die Seele aus dem Leib brüllt, dass es einem das Herz zerreisst, wenn sich die Mama von ihr trennt. Sebastian, der seit zwei Wochen eingewöhnt wird und schon wie ein alter Hase wirkt – bei ihm scheint die Eingewöhnung schon fast abgeschlossen. Und Felix, dessen Eingewöhnung nur drei Tage vor unserer begann. Dazu ist eine der beiden Erzieherinnen krank (aber wird super von einer Kollegin vertreten).
Innerhalb dieser Woche wurde mir zumindest klar: das wird nicht einfach. Wir werden wohl mehr als vier Wochen benötigen, wenn weiterhin so viele Kinder parallel eingewöhnt werden. Stefanie, die überaus kompetent und herzlich ist, aber sich auch sichtlich zerreißt um allen Kindern gerecht zu werden, macht jedoch einen optimistischen Eindruck. Wir werden das schon alle schaffen. Ich versuche ihr zu glauben.

P.S.: Liebe Minime, falls du das irgendwann einmal selbst lesen solltest (falls dieses Ding, was man Internet und Blogs nennt es in ein paar Jahren noch gibt), sei dir gewiss: Wir lieben dich so wie du bist. Du beisst dich eben durch. Und ich hoffe, dass du dir diese Eigenschaft im übertragenen Sinne beibehältst. 

*Alle Namen wurden natürlich geändert. 

Mein. Kind. Beisst.

kinder im sand

Eigentlich sollte ich schlafen. Ich habe den Schlaf weiß Gott notwendig (wie (fast) alle Mütter bestimmt tief nickend und am Kaffee schlurfend bestätigen werden). Meine Augenringe gehen bis zum Kinn. Und ich werde bestimmt weiter wenig Schlaf bekommen, bis Minime 18 ist. Oder beginnt dann die nächtliche Sorge der Diskoszene? Ahhh… auf jeden Fall rattert mein Hirn, lässt mir keine Ruhe, obwohl Minime (ausnahmsweise einmal) ruhig schläft. Ich könnte jetzt endlich mal ein paar Stunden am Stück schlafen. Aber nein, stattdessen male ich mir immer wieder die Szene vom Spielplatz aus.

Minime ging zu einem Kinderwagen. Darin saß ein etwa gleichaltriger Junge. Er fuhr mit seiner Hand über ihren Kopf und da: piekste ihr ins Auge. Sofort schoss meine Hand los, aber ich war trotzdem zu langsam. Minime biss ihm in die Hand. Ich zog sie weg, so schnell ich konnte. Der Junge begann fürchterlich zu weinen. Ich versuchte, ihn sofort zu beruhigen und nachzuschauen, ob und wie schwer er verletzt ist. Entschuldigte Minime und mich. Gleichzeitig nahm ich Minime auf den Arm und erklärte ihr, dass sie nicht beißen darf.
Die Mutter holte den Jungen aus dem Wagen und schrie auf Minime ein, dass beißen ganz gefährlich sei. Immer und immer wieder. Ganz gefährlich. Mich ignorierte sie. komplett. Am liebsten hätte ich ihr gesagt, dass in die Augen pieksen auch nicht ganz ungefährlich ist und dass Kleinkinder so etwas nun mal nicht wissen. Aber natürlich behielt ich das fur mich.

Sie untersuchte seine Hand. Und da war er: ein kleiner Blutfleck. Wirklich. Er war minimal. Stecknadelkopfgroß. Und das sage ich nicht, weil mein Kind das Beißende war. Sie holte sofort das Desinfektionsspray aus der Tasche (Himmel, ich Rabenmutter habe so etwas noch nicht einmal dabei) und wiederholte, dass Beißen ganz gefährlich sei. Erst versuchte ich, den Jungen zu erreichen, um ihm zu sagen, dass Minime ihn nicht mit böser Absicht gebissen hat, aber irgendwann sagte ich nichts mehr, weil mir alles zu viel erschien für den Jungen und Minime. Ich blieb völlig deplatziert neben der (hysterischen?) Mutter stehen – die Minime und mich dann komplett ignorierte. Aber ich wollte mich vergewissern, dass es ihm gut ging. Und zeigen, dass es für mich nicht egal ist, wenn Minime beißt. Aber der Dame schien das völlig Wurst zu sein. Sie nahm dann ihren Sohn und dampfte ab. Ohne ein weiteres Wort. Ich hätte mich ihr gegenüber gern noch einmal entschuldigt. Dass es dem Jungen gut ging, konnte ich sehen, da er irgendwann wieder anfing, uns anzulächeln. Aber der Mutter hätte ich gern, so von Mutter zu Mutter, gesagt, dass ich es natürlich nicht toll finde, dass mein Kind beißt. Aber es trägt auch keine Schuld. Niemand trägt schuld an dieser Situation. Oder doch ich? Hätte ich verhindern sollen, dass Minime zu nah an den Kinderwagen tritt?

Ich habe gelesen, dass Beißen eine Form der Kommunikation ist. Kleinkinder, die wie Minime mit ihren 18 Monaten noch nicht richtig sprechen und sich verständlich machen können, kommunizieren auf andere Art. Manche schubsen, andere schreien, andere kneifen und manche beißen. Wenn sie etwas wollen, wenn ihnen jemand etwas weg nimmt oder ihnen zu nahe tritt oder sie von ihren Gefühlen überrollt werden. Runzelfüßchen und Susanne Mierau schreiben darüber. Beißen als Form von Liebesbekenntnis – das kannte ich von Minime bereits. Aber ein anderes Kind beißen. Das ist neu.

Seit der Situation auf dem Spielplatz konnte ich nicht verhindern, dass Minime zwei weitere Kinder beißt – ein Fremdes am See und gestern gleich zwei mal eins einer lieben Freundin bei ihr Zuhause. Zum Glück ohne weiteres Blutvergiessen. Seitdem überlege ich hin und her – gehe ich mit ihr raus? Kann ich es wagen andere Kinder zu treffen mit ihr? Aber ich möchte Minime auch nicht isolieren oder sie stigmatisieren. Wenn wir andere Kinder sehen, weiche ich Minime ab sofort nicht mehr von der Seite. Greife immer ein, wenn ein anderes Kind zu nahe kommt. Versuche es zumindest.

Zum Glück haben mir zwei liebe Freundinnen gesagt, dass sie als Kinder auch gebissen haben. Sie sind wundervolle Frauen geworden und haben soziale Kontakte. Minime wird also nicht als Einzelgänger durch das Leben ziehen müssen. Trotzdem. Ich fühle mich, als wäre ich dieser Situation nicht gewachsen. Ich wollte nie die Mutter des Kindes sein, das beißt. Habe ich versagt? Logisch denkend weiß ich, dass es nichts mit meiner bisherigen Fürsorge zu tun hat. Aber doch fühlt es sich so an.

Es ist eine Phase. Und ich bete dafür, dass sie schnell vorbei geht.

Schlaf, Baby, schlaf im Familienbett

Baby schläft

Es heißt, dass ein Kleinkind zehn Nächte braucht, um sich an etwas Neues zu gewöhnen – zumindest dauert das Abstillen nach Gordon so lange, bzw. das 10-Nächte-Programm für besseren Schlaf im Familienbett. Minime hat nun seit zehn Nächten nichts mehr zu trinken bekommen in der Nacht. Aber beginnen wir von vorne. 

Minime trinkt schon immer viel nachts. Sehr viel. Als sie noch gestillt wurde, wollte sie stündlich an die Brust in der Nacht. Da fragte ich mich müde, wann das wohl vorbei sein und sie endlich mal länger als zwei Stunden durchschlafen wird. Ich wusste auf einmal, warum Schlafentzug auch als Folter eingesetzt wird. Dann plötzlich stillte Minime sich selbst ab – mit elf Monaten und ohne Vorwarnung. Ich war schockiert, traurig und ein bisschen erleichtert. Jetzt MÜSSEN die Nächte ja besser werden. Minime trank von da an Wasser. Viel Wasser. Sehr viel. Und auch nachts. Da merkte ich das erste Mal, wie viel praktischer Stillen ist – dabei konnte ich fast selbst weiterschlafen. Die Flasche hingegen muss ich ihr reichen und halten und sie dann auch wieder weg legen. Und immer wieder auffüllen, weil eine Flasche natürlich nicht reicht in der Nacht. 

Kurz nach ihrem ersten Geburtstag haben wir das erste mal probiert, sie nach dem  Prinzip von Gordon „abzustillen“, also in ihrem Fall die Wasserflasche abzugewöhnen. Und sind kläglich gescheitert. Sie schrie wie am Spieß. Nach drei Stunden dauergeschrei am Stück gaben wir auf. Dann ist sie eben noch nicht so weit, dachten wir. Und versuchten es ein paar Wochen später noch einmal. Und noch einmal. Ohne Erfolg. Sie ist noch nicht so weit (oder wir), war unser Mantra. Ich sagte mir, dass diese Zeit schnell vorbei gehen wird. Schwups sind sie erwachsen und diese Phase des Schlafmangels wird mir so kurz erscheinen wie ein Wimpernschlag. Werde ich mich später überhaupt daran erinnern? Vielleicht würde ich sie ja sogar vermissen?! Wir wollten Minime zu nichts zwingen. Sie sollte weiterhin die Möglichkeit haben, ihren eigenen Weg zu gehen. 

Doch die Nächte wurden nicht besser. Nachdem sie wieder stündlich, teilweise sogar noch öfter, wach wurde und fast immer eine ganze Flasche Wasser getrunken hat, war ich an einem Punkt, an dem ich jedes Mal fast geweint hätte vor Erschöpfung und Frust. Minime hat nachts bis zu 1,5 Liter getrunken (tagsüber die gleiche Menge) und diese Menge haben die Stoffwindeln natürlich nicht gehalten. Selbst Wegwerfwindeln hielten nicht, so dass ich sie bis zu drei mal nachts wickeln musste. Ich weiß nicht was größer war – der Frust über den Schlafmangel oder den wegwerfwahnsinn der Windeln. Das konnte und wollte ich einfach nicht mehr. Bedürfnisorientiert heißt eben auch, die eigenen Bedürfnisse zu achten und nicht nur die des Kindes. 

Als Minime an einem Samstagabend innerhalb von zwei Stunden schon einen Liter Wasser getrunken hatte, entschieden wir spontan und stillschweigend, dass es reicht. Das war vor zehn Tagen.

Die erste Nacht war verdammt hart. Sie schrie und protestierte und wollte nicht wieder einschlafen. Doch dieses Mal hielten wir durch. Zum Glück ging es in der Nacht irgendwann zu regnen an. Das monotone Geräusch hat Minime beruhigt. Und: Irgendwann schlief sie ein – und vier Stunden durch! Auf die zweite Nacht habe ich mich gedanklich so eingestellt, als würde die erste noch einmal genau so passieren. Doch es wurde überraschend gut! Sie wurde wach, verlangte ihre Flasche, meckerte kurz als sie diese nicht bekam und schlief wieder ein. So in etwa verliefen alle Nächte seitdem. Mal wird sie häufiger wach (wenn scheinbar die Zähne drücken), mal braucht sie einen Moment länger, um wieder einzuschlafen. Aber sie schläft ohne trinken wieder ein. Und: wir brauchen wieder nur eine einzige Windel in der Nacht. Dafür wacht sie schon 5:30 Uhr auf derzeit… tja, man kann eben nicht alles haben…

Babytrage für Kleinkind – mein Test, Teil 1

Babytrage für Kleinkind

Ein Baby will getragen werden. Ein Kleinkind auch? Wenn es derzeit nach Minime geht, will sie, seit sie laufen kann, am liebsten den ganzen Tag durch die Gegend laufen und die Welt entdecken. Bis sie müde ist. Oder mal krank. Oder vor etwas Angst hat. Dann geht nur noch Mama’s (oder Papa’s) Arm. Als sie vor kurzem einen grippalen Infekt hatte, wollte sie fast nonstop getragen werden. Ich konnte sie nicht einmal kurz absetzen, um uns Frühstück zuzubereiten oder etwas zum Mittag zu kochen (oder mal die Toilette zu besuchen…). Kurzum wurde ein Ring Sling bestellt. In dieser Woche stellte sich mir mehrfach die Frage, welche Babytrage für Kleinkind mit fast zehn Kilogramm überhaupt geeignet ist und wie lange man ein Kleinkind darin tragen kann. Deswegen habe ich die ein oder andere Babytrage für Kleinkinder getestet und stelle dir hier meine ersten Erfahrungen vor.

In diesem ersten Teil stelle ich dir das Tragetuch, den Ring Sling und die Halfbuckle Trage Limas Baby Plus* vor. Im zweiten Teil teste ich mehrere Fullbuckle Tragehilfen für Kleinkinder. Falls du ein Kleinkind trägst oder getragen hast, würden mich deine Erfahrungen interessieren! Und falls du auch überlegt, dein Kleinkind zu tragen, aber noch Fragen dazu hast, kannst du mir sie gerne schreiben und ich versuche sie im nächsten Teil zu beantworten.

Babytrage für Kleinkind – mein Test

In besagter Krankheitswoche wollte Minime wie gesagt dauerhaft getragen werden. Puh! Einen Tag kann ich sie so schräg sitzend auf der Hüfte, mit dem Arm gehalten, tragen. Dann beginnt mein Rücken aber zu ächzen (mal von meinem Arm ganz abgesehen). Also musste eine Tragehilfe her. Zur Auswahl hatten wir unser Tragetuch und die Fullbuckle Trage von Ruckeli daheim. Mit beiden war ich nur bedingt zufrieden und so recherchierte ich und fand weitere Tragen, die insbesondere für Kleinkinder besser ausgelegt zu sein scheinen.

Tragetuch (Didymos)

Was haben wir das Tragetuch geliebt. Insbesondere für Babys ist (meiner Meinung nach) das Tagebuch einfach die beste Variante, seinen kleinen Tragling ganz nah am Herzen zu tragen. Das Tuch kann man einfach komplett flexibel und individuell auf Tragling und Tragemama (oder Tragepapa) einstellen. Die Bindung bedarf natürlich ein wenig (oder auch mehr) Übung, aber das Tragegefühl ist einfach unbeschreiblich (und physiologisch gesehen bei der richtigen Bindeweise auch besser, als manche Tragehilfe). Als Minime also noch ein Baby war, haben wir sie vor allem mit der Wickelkreuzbindung getragen. Das war im Sommer zwar ganz schön warm, aber trotzdem auch immer schön. Dafür wurde Minime dann aber irgendwann zu schwer und auch das Binden unterwegs fand ich zunehmend anstrengend (was mache ich nur mit den Tuchenenden, damit sie nicht im Dreck liegen beim Binden?). Für unseren Elternzeit-Roadtrip stieg ich auf eine Fullbuckle um und seitdem lag das Tuch im Schrank. Nun kam aber besagte Krankheitswoche und auf Instagram sah ich, dass eine Tragemama ihr Kleinkind in der einfachen Rucksack-Bindung mit tibetanischem Abschluss auf dem Rücken trug. Das sah nicht allzu kompliziert aus und so probierte ich das auch einfach mal. Das Binden für den Rücken kam mir nach Monaten ohne Tuchbindung komplett ungewohnt vor. Aber nach ein paar Übungen hatte ich es geschafft und Minime saß sicher und bequem bei mir auf dem Rücken. Sofort war das Tragegefühl, das irgendwie nur ein Tuch geben kann, wieder da.

Babytrage für Kleinkind - einfacher rucksack mit tragetuch

Das ist einer der ersten Versuche beim Binden des einfachen Rucksacks. Es bedarf etwas Übung (und ein ruhiges Kind – haha), aber das Tragegefühl ist schön. Mit zunehmendem Gewicht des Kleinkindes, stelle ich mir stundenlanges Tragen auf diese Weise aber nicht ganz so angenehm für die Schultern vor.

Vorteil: Der unschlagbare Vorteil von Tragetüchern ist einfach, dass man das Tuch individuell auf die Ergonomie des Babys oder des Kleinkindes und natürlich der Tragemama oder des Tragepapas anpassen kann.

Nachteil: Das Binden – auch der sogenannte „einfache“ Rucksack – erfordert etwas Übung. Insbesondere mit unruhigen und zappelnden Kleinkindern, die nicht lange still sitzen möchten, ist dies etwas schwierig. Die Tücher sind allesamt nicht gepolstert, so dass stundenlanges Tragen (für meine Schultern / meinen Rücken) zumindest nicht möglich ist.

Fazit: Wer sich nicht daran stört, dass man ein langes Tuch binden muss und gerne auch etwas übt, für den ist das Tragetuch auch in Kleinkindalter noch geeignet. Wenn man sein Baby bzw. Kleinkind kontinuierlich mit zunehmendem Gewicht trägt, gewöhnt sich sicher auch an das größere Gewicht des Kleinkindes.

Ring Sling (Kokadi)

Wie schon beschrieben, habe ich einen gebrauchten Ring Sling spontan gekauft, als Minime lange Zeit krank war und in dieser Zeit ausschließlich nur getragen werden wollte. Ich hatte mir von dem Ring Sling ein schnelles und gemütliches Tragen erhofft. Ein Ring Sling ist ein etwas kürzeres Tuch mit zwei Ringen. Durch diese wird das Tuch – beispielsweise über der Schulter – gebunden. Vor allem erleichtert es das Tragen, wenn der Tragling gerne auf der Hüfte getragen werden möchte, um alles zu sehen. Durch den Ring Sling wird das Gewicht des Kleinkindes vom tragenden Arm genommen und auf die Schulter bzw. den Rücken verteilt. Auch mit dem Ring Sling kann man das Kind auf Bauch, Hüfte und Rücken tragen. Ich habe Minime bisher aber nur auf der Hüfte mit dem Ring Sling getragen.

Babytrage für Kleinkind - frühstück machen mit ring sling

Mit Minime im Ring Sling (statt auf der Hüfte und mit dem Arm gehalten), geht das Frühstück viel schneller von der Hand. Aber Achtung bei heissen Dingen! Kinderhände sind verdammt schnell!

Vorteil: Das Tragen mit dem Ring Sling erfordert nur wenig Übung und ist sehr schnell gemacht. Insbesondere wenn der Tragling oft auf den Arm genommen werden möchte, um beispielsweise beim Saubermachen von oben alles mit anzusehen, bietet sich ein Ring Sling an, denn dadurch wird das Gewicht von Hüfte und Arm genommen und auf die stärkere Schulter gelagert. So steht man dann wieder gerade und nicht mehr so krumm.

Nachteil: Das Tragen im Ring Sling ist zwar im Gegensatz zum Binden mit einem „normalen“ Tuch richtig einfach und erfordert wenig Übung, aber es ist nicht ganz so angenehm für eine lange Tragedauer, finde ich.

Fazit: Wenn das Kind gerade krank ist oder in einem Entwicklungssprung und partout nicht von deinem Arm weichen möchte, ist ein Ring Sling ideal. Um den Tragling mal schnell auf den Arm zu nehmen und das Kleinkind beim Saugen von oben zugucken zu lassen, ist ein Ring Sling super geeignet. Für längeres Tragen bevorzuge ich allerdings eine Trageweise auf Bauch oder Rücken mit anderen Tragehilfen.

Halfbuckle: Limas Baby Plus*

Die Limas Baby Plus ist die erste Halfbuckle Babytrage, die ich kennenlernen durfte. Sie ist halb Tuch und halb „Fertig-Trage“ mit Schnallen: Die Träger sind wie ein Tragetuch, allerdings mit dem Vorteil, dass sie zusätzlich gepolstert sind. Dazu hat diese Babytrage für Kleinkind einen gepolsterten Bauchgurt, der das hauptsächliche Gewicht übernehmen soll. Die Limas Baby Plus (eine sehr interessante und sympathische Entstehungsgeschichte und vegan lebende Gründer stecken nämlich dahinter!) werde ich noch einmal ausführlich vorstellen, damit der Artikel hier jetzt nicht zu lang wird. Das Wichtigste: Das Binden ist einfacher als das Anlegen mit einem Tragetuch, aber man braucht doch ein paar Übungsversuche, bis es schnell von der Hand geht. Ich weiß nicht, ob es einem leichter fällt, wenn man vorher schon einmal Bindeerfahrungen mit einem Tragetuch gemacht hat, aber ich denke auch ohne diese Erfahrung, schafft man das Binden mit der Limas und kommt in einen komfortablen Tragegenuss. Die Limas habe ich nicht getestet, als Minime noch kleiner war – ich kann also ausschließlich von meinem Test mit einem 9-kg-Kleinkind berichten. Der Steg an den Beinen passt jetzt gerade optimal, man kann ihn aber auch variable auf die Größe des Babys oder Kleinkindes einstellen. Wir haben jetzt schon die maximale Breite eingestellt und ich bin gespannt, wie lange der Steg in dieser Breite von Kniekehle zu Kniekehle reichen wird. Bisher habe ich Minime in der Limas vor allem vorne getragen, was durch die gepolsterten Tuchträger sehr angenehm war – sogar längere Tragestrecken waren dadurch schmerzlos.

Babytrage für Kleinkind limas baby plus

Die Limas Baby Plus hat gepolsterte Träger, die man wie ein Tuch binden kann und vereint damit Tuch und Babytrage in einem. Die Träger werden auf dem Rücken über kreuzt getragen, so dass sich das Gewicht ideal verteilen kann – ein sehr angenehmes Tragen, wenn man das Baby oder Kleinkind am Bauch trägt.

Vorteil: Die Träger (Tücher) sind gepolstert und dadurch sehr angenehm auf den Schultern zu tragen. Das Binden bzw. Tragen des Babys oder Kleinkindes ist einfacher als mit einem Tragetuch, und bietet trotzdem (fast) das gleiche Tragegefühl.

Nachteil: Insbesondere das Binden in der Öffentlichkeit mit den langen Trägern kann etwas mühsam sein –  zappelndes Kind festhalten, Träger festhalten ohne, dass sie auf dem dreckigen Boden landen und dann noch die Trage fest binden, damit das Kind sicher und gut gestützt sitzt – das bedarf etwas Übung.

Fazit: Wer nicht komplett ein Tuch binden, aber trotzdem ein solches (ähnliches) Tragegefühl spüren möchte, für den bietet sich ein Halfbuckle wie die Limas Baby Plus an. Durch die gepolsterten Träger kann man auch ein Kleinkind mit ca. 10kg sehr angenehm eine längere Zeit am Stück tragen. Für mich ist das die ideale Trage, wenn ich zu Hause binden kann und eine längere Zeit mit Minime unterwegs bin – beispielsweise ein langer Spaziergang, wenn sie krank ist.

Babytrage für Kleinkind - die limas baby plus auf dem rücken

Das Tragen auf dem Rücken ist mit der Limas Baby Plus sehr einfach umzusetzen und sehr angenehm.

Vorne oder auf dem Rücken tragen?

Ich trage Minime vor allem noch auf dem Bauch. Irgendwie gefällt ihr das (noch) besser, als auf dem Rücken getragen zu werden. Ich werde die Trageweisen auf dem Rücken aber künftig verstärkt anbieten, weil ich nun doch merke, dass ihr Gewicht sich auf dem Rücken insgesamt besser tragen lässt als vorne am Bauch. Ganz gleich, ob man vorne oder auf dem Rücken trägt – wichtig ist eine gute Babytrage für Kleinkinder.

Am besten immer eine Trageberatung!

Wenn du überlegst, dein Baby oder Kleinkind zu tragen, ziehe am besten eine Trageberatung in Betracht. Wir haben kurz nach der Geburt von Minime eine wundervolle Trageberatung über das Tragenetzwerk gefunden und sind seitdem begeisterte Trageeltern unseres Traglings. „Unsere“ Trageberaterin Amelie (unsere Empfehlung für alle die in München wohnen) kam zu uns nach Hause, war entspannt und unkompliziert und erklärte uns alles ganz genau – warum Babys Traglinge sind, was es beim Tragen zu beachten gibt (Anhock-Spreiz-Stellung der Beine, runder Rücken, Köpfchen halten, frische Luftzufuhr etc.) und hatte jede Menge verschiedene Tragen und Tragetücher dabei. Sie hat uns in aller Ruhe gezeigt, wie wir Minime im Tragetuch mit der Wickelkreuzbindeweise und der Kängurubindeweise tragen können und überließ uns sogar zwei Tragetücher, damit wir damit weiter probieren und testen können, bevor wir uns ein Tragetuch kaufen. Auch super beraten wird man von der sehr sympathischen Julia in ihrem eigenen Laden Tuchfühlung (Neuhausen) – übrigens ist auch der Kundenservice dort perfekt! Als unsere dort gekaufte Trage gleich zu Beginn in unserem Elternzeit-Roadtrip in Paris riss, hat sie uns ruckizucki eine neue Trage nach Frankreich geschickt.

*Die Trage wurde mir freundlicher Weise vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Meine Meinung oder mein Testurteil ist davon nicht beeinflusst. 

Vegan Breifrei Rezept | Kokos-Milchreis

Hier kommt ein neues Vegan-Breifrei-Rezept: Kokos-Milchreis. Der Kokos-Milchreis ist schön sämig und kann gut mit den Babyhänden gegessen werden. Mit zunehmenden Alter eignet sich der Milchreis auch sehr gut, um das Essen mit dem Löffel zu üben.

Vegan Breifrei Teller Baby mit Milchreis

Am Ende blieben auf Minime‘s Teller (bamboo bamboo – sehr zu empfehlen) nur ein paar Heidelbeeren übrig – die sich super zerquetschen ließen…

Zum Kokos-Milchreis gibt es bei uns Apfelmus für alle und Zimt und Zucker für die Großen. Er eignet sich auch sehr gut zum Einfrieren – einfach die entsprechenden Portionsgrößen beispielsweise in solche Breibecher von Avent einfrieren, beschriften und vor dem Verzehr über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen.

Vegan Breifrei Kokosmilchreis

Der vegane Kokosmilchreis mit Apfelmus und Zimt und Zucker für die Großen

Vegan Breifrei Rezept: Kokos-Milchreis

Kokos-Milchreis, vegan

Der Kokos-Milchreis eignet sich für breifrei-Anfänger sehr gut und schmeckt eigentlich fast jedem Baby. Die Menge reicht für einen Erwachsenen und ein Baby / Kleinkind. Zudem friere ich den Rest davon ein und habe somit noch einmal ein bis zwei Portionen für mein Kind im Gefrierschrank.

Gericht Main Course
Zubereitungszeit 30 Minuten
Arbeitszeit 30 Minuten
Portionen 2 Portionen

Zutaten

  • 200 g Milchreis
  • 400 ml Kokosmilch
  • 400 ml Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 1 Schote Vanille Alternativ etwas Bourbon Vanille
  • 1 Glas Apfelmus Alternativ selbstgemacht
  • 2-3 EL Zimt-Zucker nach Belieben

Anleitungen

  1. Alle Zutaten in einem weiten Topf geben, verrühren und bei mäßiger Hitze langsam zum Kochen bringen. Immer wieder dabei umrühren (wie bei einem Risotto, sonst brennt der Reis unten im Topf an). 20 Minuten köcheln lassen, bis der Milchreis schön sämig ist.

  2. Mit Apfelmus und Zimt und Zucker (für die Erwachsenen) servieren. 

Rezension: Artgerecht – das andere Babybuch | Nicola Schmidt

Rezension artgerecht das andere babybuch

Eine liebe Freundin von mir ist derzeit schwanger und befindet sich in der Endphase ihrer Schwangerschaft. Da ich mich selbst geärgert habe, dass ich Bücher zum Thema Attachment Parenting wie „Geborgen wachsen“ oder „Mein kompetentes Baby“ zu spät entdeckt und erst einige Monate nach der Geburt gelesen habe, freute ich mich umso mehr, dass sie das Buch artgerecht – Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen noch während ihrer Schwangerschaft lesen durfte. Und umso mehr freut es mich auch, ihre Sicht (quasi einer Noch-Nicht-Mama) auf das Buch zu präsentieren. Ich selbst werde das Buch wohl auch noch irgendwann lesen und meinen Senf dann hier auch noch dazu abgeben. 🙂

Hier ist sie, ihre Rezension von Artgerecht – das andere Babybuch:

Wenn man sich im Laufe der Schwangerschaft auf die Zeit nach der Geburt vorbereitet, stellt sich unweigerlich die Frage, welche Informationen vorab hilfreich sind und woher man diese bekommt. Als Bücherwurm bevorzuge ich diese Art von Medium gegenüber Infoportalen im Internet. Allerdings hatte ich keine Lust auf mehr als ein oder zwei Bücher. Dem gegenüber steht ein Angebot von hunderten Werken rund um Babys. Keine einfache Aufgabe, eine passende Lektüre zu finden.
Durch einen Artikel bin ich auf das artgerecht – Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen Buch von Nicola Schmidt aufmerksam geworden. Mir hat die Idee dahinter gefallen, dass allgemein die Ur-Bedürfnisse von Babys beschrieben und Möglichkeiten aufgezeigt werden, diese in unserer modernen Welt zu decken. So wurde es mein erstes Baby-Buch und ich habe mich wirklich darauf gefreut, es zu lesen.

Rezension artgerecht das andere babybuch

Die klar strukturierten Kapitel decken Schwangerschaft, Geburt und die Grundbedürfnisse, wie z.B. Essen, Schlafen und Wickeln ab. Der Aufbau folgt meist dem Schema, dass erst betrachtet wird, wie Urvölker mit den entsprechenden Situationen verfahren und wie sich das auf unsere Gesellschaft übertragen lässt. Ergänzt wird das Ganze durch Auszüge aus Studien und Statistiken sowie Zitaten von Lesern. Oft findet sich auch ein Abschnitt für Väter in den Kapiteln, der beschreibt, wie diese aktiv mit einbezogen werden können. Wer konkrete Entwicklungspläne, Tabellen oder andere Hilfsmittel erwartet, ist hier allerdings an der falschen Stelle. Das Buch bietet lediglich Anregungen, seinen eigenen auf das Kind abgestimmten Weg zu finden.

Das Buch ist locker und interessant geschrieben und daher sehr kurzweilig. Ich muss jedoch sagen, dass mir die Kapitel unterschiedlich gut gefallen haben. Ein Negativbeispiel ist für mich das Thema Schlafen. Ich finde es sehr schwarz-weiß betrachtet, denn es wird nur das Familienbett mit einem eigenen Bett im eigenen Zimmer verglichen. Auf Alternativen wie ein Beistellbett bzw. Babybalkon im Elternschlafzimmer wird leider gar nicht eingegangen.
Auch an anderen Stellen finden sich für das Buch eher untypisch starre Aussagen. Beispielsweise deckt die Checkliste für eine artgerechte Erstausstattung nicht nur ab, was man braucht, sondern auch, auf was man verzichten kann. Darunter Bett, Kinderwagen und Wickeltisch. In den jeweiligen Kapiteln wird dem dann widersprochen, da diese Sachen richtig angewandt durchaus Sinn machen können.
Sehr positiv hingegen fand ich das Windelfrei-Kapitel, da es sehr offen mit dem Thema umgeht. Es erklärt, dass „windelfrei“ nicht den kompletten Verzicht auf Windeln bedeutet und zeigt mehrere Wege auf, wie man das Wohlbefinden von Kind, Eltern und Umwelt steigern kann. Ich wünschte, dass alle Kapitel so offen und flexibel gestaltet wären.

In Summe fand ich das Buch sehr interessant. Es hilft mir dabei, an die einzelnen Themen locker ranzugehen und stärkt das Selbstbewusstsein, meinen eigenen Weg zu finden. Ich denke, es ist vor allem während der Schwangerschaft eine gute einführende Lektüre und ideal kombinierbar mit einem vertiefenden Buch zu einem konkreten Thema.

Rezension artgerecht das andere babybuch